Die bayerische Landeskirche engagiert sich seit vielen Jahren im interreligiösen Dialog in Bayern – und wird das auch in Zukunft tun.

Die bayerische Landeskirche engagiert sich seit vielen Jahren im interreligiösen Dialog in Bayern – und wird das auch in Zukunft tun.

Bild: ELKB

Gemeinsame Erklärung

Verantwortung für Frieden, Demokratie und Zusammenhalt

Religionsgemeinschaften, Politik und Wissenschaft setzen gemeinsam ein Zeichen: Die Erklärung des „Dialogforums Religion und Integration" ist erschienen. Die ELKB hat mitgewirkt.

Religionsgemeinschaften, Hochschulen, Verwaltung und Politik haben am 6. Juli 2026 gemeinsam ein Zeichen gesetzt: Mit der Veröffentlichung der Gemeinsamen Erklärung des "Dialogforums Religion und Integration" bekennen sie sich zu ihrer gemeinsamen Verantwortung für Frieden, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Bayern.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern hat an dieser Erklärung mitgewirkt. Landesbischof Christian Kopp begrüßt die Initiative ausdrücklich: "Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten schärfer werden und Menschen versuchen, Menschen gegeneinander auszuspielen, können die Religionen Orte des gegenseitigen Zuhörens organisieren."

Die Unterzeichnenden sprechen sich in der Erklärung für Religionsfreiheit, gegenseitigen Respekt und den Schutz religiöser Einrichtungen aus. Zugleich setzen sie ein gemeinsames Zeichen gegen Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit, Rassismus, Diskriminierung und religiösen Extremismus.

Für Landesbischof Kopp beginnt gesellschaftlicher Zusammenhalt nicht bei großen Programmen, sondern im persönlichen Miteinander. Er dankte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann persönlich für die Initiative: "Dass Religionsgemeinschaften, Politik, Wissenschaft und Verwaltung regelmäßig miteinander sprechen, ist nicht selbstverständlich. Solche Orte brauchen wir. Und wir brauchen mehr davon." Und weiter: "Man muss sich Zeit füreinander nehmen. Zuhören. Fragen stellen. Auch dann, wenn man unterschiedlich glaubt oder unterschiedlich auf die Welt schaut. So wächst Vertrauen."

Die ELKB engagiert sich seit vielen Jahren im interreligiösen Dialog – in der Zusammenarbeit mit jüdischen, muslimischen, alevitischen und weiteren Religionsgemeinschaften in Bayern. Auch künftig will sie Räume schaffen, in denen Menschen unterschiedlicher religiöser und kultureller Prägungen einander begegnen, voneinander lernen und gemeinsam Verantwortung übernehmen können.

Kopp zitiert dabei den Theologen Hans Küng, dessen Worte ihn seit Jahren begleiten: "Kein menschliches Zusammenleben ohne ein Weltethos der Nationen; kein Frieden unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen; kein Friede unter den Religionen ohne Dialog unter den Religionen." Ein Gedanke, so Kopp, der heute aktueller ist denn je.

Das "Dialogforum Religion und Integration" wurde auf Initiative des Bayerischen Staatsministers des Innern ins Leben gerufen. Seit Herbst 2025 kommen dort Vertreterinnen und Vertreter von Religionsgemeinschaften, Hochschulen, Institutionen des interreligiösen Dialogs sowie aus Verwaltung und Politik zusammen. Die nun veröffentlichte Gemeinsame Erklärung ist das Ergebnis dieses Austauschs.

07.07.2026
ELKB