Sonne über einer Frühlingswiese

Hoffnung auf eine Auferstehung nach dem Tod und in diesem Leben - davon sprachen bayerische Kirchenvertreter und -vertreterinnen in ihren Osterpredigten.

Bild: ELKB

Osterpredigten der Kirchenleitung

Mut und Zuversicht

Die Osterbotschaft bietet Anlass zur Hoffnung - gerade in dieser unsicheren Zeit. Das betonten Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und die Regionalbischöfinnen und Regionalbischöfe in ihren Festtagspredigten. Hier können Sie sie nachlesen.

In seiner Predigt in der Osternacht  der Christuskirche Landshut, die auch im Bayerischen Fernsehen und in der ARD übertragen wurde, erinnerte Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm an die Kraft der Auferstehungsbotschaft in Zeiten der Krise.

„Religiöse Hirngespinste, Verschwörungstheorien, spirituelle Betäubungslehren sind gekommen und gegangen. Die Botschaft von der Auferstehung ist geblieben und wird immer bleiben“, so Bedford-Strohm.  „Überall auf der Welt feiern Menschen heute Ostern. Überall auf der Welt rufen Menschen: ‚Christus ist auferstanden!‘ Und lassen sich trösten von einer tiefen Gewissheit: Der Tod hat nicht das letzte Wort.“

"Was hinter Grenze des Todes ist, kann niemand jetzt sehen. Niemand kann davon berichten. Wir können es nur erahnen....Aber das Licht in diesem irdischen Leben, das können wir sehen. Manchmal im Schein einer Kerze, der neue Kraft und ein Gefühl der Geborgenheit gibt. Manchmal als Lichtstreifen am Horizont einer dunklen Zeit."

Landesbisschof Heinrich Bedford-Strohm

Das Osterlicht werde aber nicht erst nach dem Tod sichtbar, sondern sei auch im irdischen Leben gegenwärtig: „Manchmal im Schein einer Kerze, der neue Kraft und ein Gefühl der Geborgenheit gibt.“ Manchmal als Lichtstreifen am Horizont, der wie aktuell in der Pandemie-Zeit einer ganzen Gesellschaft Hoffnung gebe. „Und auch in Menschen, die sich um Kranke oder in anderer Weise um besonders verletzliche Mitmenschen kümmern und ihnen ein tägliches Licht sind.“

Ausgehend von der biblischen Ostergeschichte, in der zwei Frauen die ersten Botschafterinnen der Auferstehung Jesu waren, hob der Landesbischof besonders den Einsatz der Frauen in der Corona-Krise hervor: „Unzählige Frauen bezeugen das Licht der Auferstehung, indem sie täglich für andere da sind und Licht in die Dunkelheit im Leben von Menschen bringen.“ 80 Prozent der in der Krankenpflege Tätigen seien Frauen, in der Altenpflege seien es sogar 83 Prozent. „Sie helfen und trösten die COVID-Kranken in den Heimen und in den Intensivstationen. Helfen ist keine Frage des Geschlechts. Aber oft genug gehen Frauen beim Helfen voran und bringen Licht, so wie die Frauen am Grab mit der Auferstehungsbotschaft uns allen vorangegangen sind“, so Bedford-Strohm.

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Auch im „Jahr 1“ nach dem Beginn der Pandemie werde die Osterkraft auf vielfältige Weise spürbar: „in den Kirchen und in den Wohnzimmern zu Hause, in denen Menschen über Radio und Fernsehen, über digitale Kanäle oder in einer Hausliturgie Ostern feiern.“ Sie sei aber auch erfahrbar in den Kliniken und Heimen, in denen Menschen auch am Ostersonntag für andere Dienst tun: Ihr Dienst sei auch ein österlicher Dienst, „weil sie mit ihren Taten die Botschaft von der Auferstehung bezeugen“, so der Landesbischof.

Hann von Weyhern: Geschichten vom Leben

Wenn sie nach der Bedeutung von Ostern gefragt würde, sagte die Nürnberger Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern bei ihrer Predigt in Münchsteinach, würde sie dazu wahrscheinlich sagen: Das Leben ist stärker. "Das Leben ist stärker als der Tod am Ende meines Lebens hier auf der Erde. Das Leben ist auch stärker als die vielen kleinen Tode, die wir Menschen in unserem Leben immer wieder aushalten müssen", so die Regionalbischöfin. Sie würde Geschichten erzählen wie die von dem eingeigelten Jugendlichen mit Schulproblemen und im Dauerclinch mit seinen Eltern. "Er lernt ein Mädchen kennen, das ihm Zuneigung und Anerkennung schenkt, und er kriegt die Kurve zurück ins Leben." Oder von der Frau, die auf ihre schwere Corona-Erkrankung zurückblicke und sage: "Ich habe nicht nur die Krankheit überwunden, sondern eine ganz neue Einstellung zu meinem Leben bekommen. Ich fühle mich besser denn je." Nicht alle Geschichten würden  gut ausgehen. "Und doch gibt es viele solche Oster-Momente in unserem Leben, da wissen wir genau, dass alles gut ist oder gut wird."

Den Gottesdienst mit Regionalbischöfin Dorothea Greiner im Video ansehen

Bornowski: Ich bin gerettet zum Leben

Über die wundersame Rettung des Volkes Israel am Schilfmeer predigten die Ansbach-Würzburger Regionalbischöfin Gisela Bornowski und die Bayreuther Regionalbischöfin Dorothea Greiner. Beide betonten, wie stark diese Erzählung mit Ostern zusammen hänge: Die Bibel sei voll von Rettungs- und Befreiungsgeschichten, so Bornowski. "Das fängt mit dem Volk Israel an und findet seine Fortsetzung in der Geschichte Jesu." Die Auferstehung Christi sage: "Der Tod ist nicht ewig. Mein Tod wird nicht ewig sein, sondern ich werde bei Gott sein." Dennoch kämen Christen von Karfreitag her  - befreit, aber noch in Gefahr - und müssten an die Worte der Bibel erinnert werden. Auch an diesem Ostersonntag stehe der "Stachel des Todes" beängstigend vor Augen.  Christen glaubten an das Leben und hofften auf den Sieg über den Tod und fühlten sich dennoch bedroht. Doch Gott führe durch die Gefahr hindurch. "Ich weiß: Ich bin gerettet zum Leben, ich bin befreit aus der Spirale des Todes, ich werde geliebt. Zeichen dafür ist die Taufe."

Greiner: Gott will retten

Es sei die Verbindung zu Gott, die in Drucksituationen und Angst über Wasser halte, "und sogar dann und wann trotz eigener Sorge, Kraft gibt anderen Mut zu machen", predigte Regionalbischöfin Dorothea Greiner in Bayreuth. Selbst Jesus sei damit am Kreuz an seine Grenzen gekommen. Aber im verzweifelten Schrei "mein Gott mein Gott, warum hast Du mich verlassen?", habe er mit Gott gesprochen, obwohl er ihn nicht fühlte. Auch wenn wir heute wüssten, wei die Geschichten am Schilfmeer und am Kreuz ausgegangen sind, verließe uns zwischendurch der Mut - "und wir können nur noch zu Gott schreien. Wir können auch nichts Besseres tun als das." Der Blick auf die Bibel zeige, dass Gott gerade dort, wo seine Nähe nicht zu spüren sei, retten wolle.  Greiner erzählte von Geschichten, in denen Gottt rettete, obwohl sie es ihm nicht zugetraut hätte. Trotzdem gebe es genug Geschichten, die schlecht ausgehen. "Aber unser Gott ist eindeutig. Er will das Leben in Liebe und sucht Menschen, die ihm vertrauen und so Blick den öffnen dafür, dass er da ist und so manches tut, worüber wir uns wundern, freuen und dankbar sind."

04.04.2021
ELKB/lü