Pressemitteilung vom 04.07.2019

Landesbischof Bedford-Strohm: In den Kindertagesstätten sollen die Kinder Hoffnungsgeschichten hören

Er wünsche sich, „dass in den evangelischen Kindertagesstätten überall die wunderbaren Hoffnungsgeschichten der Bibel erzählt werden“, so der bayerische Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm heute in der Fürther Stadthalle im Rahmen eines Kongresses anlässlich des 100jährigen Jubiläums des Evangelischen Kindertagesstättenverbands in Bayern.

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Die Hoffnungsgeschichten der Bibel seien besonders wichtig in einer Welt, „deren vielleicht knappste Ressource die Hoffnung ist“, so der Bischof. Die Geschichten etwa vom Volk Israel, das durch Gott aus der Sklaverei in Ägypten in die Freiheit geführt wurde, oder von Jesus von Nazareth, der durch Galiläa zog und Menschen faszinierte, weil er eine Liebe ausstrahlte, die sie noch nie erfahren hatten. Oder die Geschichte von den Frauen am leeren Grab von Jesus, die von seiner Auferstehung berichteten und dem Sieg des Lebens über den Tod. Er wünsche sich, so Bedford-Strohm, dass sich diese Geschichten „in die Story des Lebens der Kinder einschreiben“ und die Kinder so „ein tiefes Gefühl des eigenen Werts, der eigenen Würde, der Liebe zu sich selbst entwickeln, aus dem heraus sie auch den Nächsten zu lieben lernen“.

Ausdrücklich dankte der Landesbischof den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den evangelischen Kindertagesstätten für ihre von Liebe und Engagement geprägte Arbeit unter häufig nicht einfachen Rahmenbedingungen.

Bedford-Strohm kritisierte die Erwartungen, dass Kinder schon in den Kindertagesstätten auf den Leistungswettbewerb vorbereitet werden sollten und möglichst früh „lesen, rechnen, schreiben können und am besten bereits im Kindergarten Chinesisch oder wenigstens Englisch lernen“ sollten.

Es dürfe nicht das primäre Ziel sein, die „Kinder schon in ihren frühesten Lebensjahren fit für die Globalisierung zu machen“. Vielmehr müsse die Bildung wiederspiegeln, dass „jeder Mensch geschaffen ist zum Bilde Gottes und deswegen nie primär Mittel zum Zweck etwa einer florierenden Wirtschaft sein könne“.

 


04.07.2019 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher