Jahreslosung 2020

Radikal aus dem Vertrauen leben

Lied zur Jahreslosung von Gottfried Heinzmann und Hans-Joachim Eißler (ejw)

"Ich glaube, hilf meinem Unglauben!"(Mk 9,24) wurde dem Jahr 2020 als biblisches Leitwort, als Jahreslosung vorangestellt. Für Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm heißt dies: radikal zu vertrauen.

In seiner Botschaft zum Jahreswechsel rief Bedford-Strohm dazu auf, sich in Situationen persönlicher Unsicherheit auch dann an Gott zu wenden, wenn dieser vermeintlich fern scheine. Es gebe viele Menschen, die nicht glauben könnten, die aber Sympathie für das Christentum hätten, die froh seien, dass es die Kirche gebe und die ihren Kindern wünschten, dass sie diesen innerlichen Anker für sich entwickeln könnten. Sie selbst aber fänden die innerliche Gewissheit einfach nicht, die wir normalerweise Glauben nennen würden. „Ich glaube; hilf meinem Unglauben“ (Markus 9 Vers 24), sei eine große Einladung „an all die Menschen in unserem Land, die auf der Suche sind, die etwas ersehnen, an das sie sich halten können, die aber nicht wissen, wie sie das hinbekommen“.

Drei Jahre im Voraus gewählt

Als Jahreslosung wird von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB) jeweils drei Jahre im Voraus ein Vers aus der Bibel ausgewählt. Die Jahreslosung dient vielen Christinnen und Christen als Leitvers für das Jahr. Die diesjährige Losung stammt aus einer biblischen Heilungsgeschichte, die erzählt, wie Jesus einen kranken Jungen heilt. Der Vater des Jungen wendet sich in seiner Not an Jesus und bittet diesen um Hilfe. „Wir alle dürfen mit dem Vater zusammen lernen, radikal aus dem Vertrauen zu leben“, so der Landesbischof, „und alles andere getrost in Gottes Hand zu legen.“ Bedford-Strohm: „Diese Losung erreicht uns in der Seele. Es ist kein Imperativ, kein Glaubenssatz, der uns heute in dieses neue Jahr hinein mitgegeben wird, sondern ein Aufschrei“, der mitten hinein in Zeiten und Situationen spreche, in denen nichts mehr zur Seele durchdringe. „Wenn Sie im kommenden Jahr einen solchen Moment haben, dass Sie ein Zeichen von Gott ersehnen, dass Sie selber keinen Kontakt herstellen können, dass Sie sich dieser Grenze schmerzlich bewusst werden, dann wagen Sie die Worte des Vaters mitzusprechen: Herr, ich glaube; hilf meinem Unglauben!“


02.01.2020 / EKD