Augsburg

Bin ich frei oder doch eine Marionette?

Augsburer Friedensbild 2019 Ausschnitt

„Wir sind nicht so wirklich frei“, glaubt Hannah Kurz, die Preisträgerin des Augsburger Friedensbilds, hier ein Ausschnitt ihres Werks.

Bild: Irmgard Hoffmann, Evang.-Luth. Dekanat Augsburg

Die 15-jährige Hannah Kurz aus der R9c des A.B. von Stettenschen Instituts hat den Preis beim diesjährigen Malwettbewerb des Dekanats Augsburg zum Hohen Friedensfest gewonnen.

"Ich bin so frei! - Bin ich so frei?" lautete das Thema des Malwettbewerbs des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Augsburg. Die 15-jährige Hannah Kurz aus der R9c des A.B. von Stettenschen Instituts ist die diesjährige Preisträgerin. Am 12. Juli ist ihr Gemälde zum Augsburger Friedensbild 2019 gekürt worden. Es ziert das Plakat zum Augsburger Hohen Friedensfest.

Im Vordergrund von Hannahs Bild ist ein Mensch, der sich anscheinend frei bewegt. Fast fliegt er dem Beobachter entgegen. Ohne, dass er es sehen kann, ist er aber in Wirklichkeit eine Marionette. Viele Fäden begrenzen seine Freiheit, lenken und leiten ihn.

Mehr zum Thema

„Wir sind nicht so wirklich frei“, glaubt Hannah. Oft fühle sie sich von der Gesellschaft eingeengt. „Man schaut ja schon, was die anderen so von einem denken.“ Die anderen seien aber auch nicht frei. „Das ist das, was ich in dem Bild sehe, aber jeder soll sich seine eigene Meinung bilden“, regt die Künstlerin an. Diese gedankliche Weite des Bildes hat die Jury neben der ausgefeilten Aquarelltechnik und der künstlerischen Gestaltung besonders überzeugt.

Kirchenrätin Birgit Sels, Leiterin des evangelischen Schulreferats spannte in ihrer Ansprache den Bogen zum Glauben. Sie betonte die Zwiespältigkeit der Freiheit: „Gott hat uns als seine Ebenbilder geschaffen – frei – nicht so, dass er uns als seine Marionetten führt. Wir können frei entscheiden. Und doch sind wir in unserem Tun an ihn, an unser Gewissen gebunden, Entscheidungen in Verantwortung vor ihm, unserem Gott zu treffen.“

Hannah Kurz Preisträgerin Augsburger Friedensbild 2019

Hannah Kurz, Preisträgerin des Malwettbewerb des Dekanats Augsburg zum Augsburger Hohen Friedensfest.

Bild: Irmgard Hoffmann, Evang.-Luth. Dekanat Augsburg

Freiheit nach christlichem Verständnis habe aber nicht nur sich selbst im Blick, sondern auch den Mitmenschen, Gott und die Natur, sagte Sels. Diese Themen zeigen sich in vielen anderen prämierten Bildern. Sie beschäftigen sich mit Schönheitsidealen und Selbstdarstellung, mit Klimawandel, schwuler Liebe und Träumen von einer anderen Welt.

Alle prämierten Bilder sind in einer Ausstellung zu besichtigen:
15. bis 29. Juli, Atrium der Kreissparkasse Augsburg, Martin-Luther-Platz 5
30. Juli bis 20. August Kreuzgang der St. Anna Kirche, Im Annahof 2

Das Kulturprogramm „#Freiheit“ zum Augsburger Hohen Friedensfest läuft vom 24. Juli bis 8. August.


15.07.2019 / Irmgard Hoffmann, Dekanat Augsburg