Oberkirchenrat Stefan Blumtritt führte in einem Gottesdienst in der Augsburger St. Anna Kirche Pfarrerin Maral Zahed und Pfarrer Hanns Hoerschelmann als Beauftragte der Evangelischen Kirche in Bayern für das Jubiläum '500 Jahre Confessio Augustana' ein.

Oberkirchenrat Stefan Blumtritt führte in einem Gottesdienst in der Augsburger St. Anna Kirche Pfarrerin Maral Zahed und Pfarrer Hanns Hoerschelmann als Beauftragte der Evangelischen Kirche in Bayern für das Jubiläum "500 Jahre Confessio Augustana" ein.

Bild: ELKB

Confessio Augustana 2030

"Unser Bekenntnis ist gefragt"

500 Jahre Confessio Augustana: 2030 feiert Augsburg ein Jubiläum von weltweiter Bedeutung. Zwei Beauftragte bereiten das Festjahr mit dem Lutherischen Weltbund vor.

Vor 500 Jahren wurde in Augsburg Geschichte geschrieben – und Augsburg bereitet sich erneut darauf vor, Schauplatz eines bedeutenden Moments für die weltweite evangelische Kirche zu werden. Am Donnerstagabend, 25. Juni, führte Oberkirchenrat Stefan Blumtritt in einem Gottesdienst in der Augsburger St. Anna Kirche Pfarrerin Maral Zahed und Pfarrer Hanns Hoerschelmann als Beauftragte für das Jubiläum "500 Jahre Confessio Augustana" ein.

Die Confessio Augustana, das "Augsburger Bekenntnis", wurde 1530 auf dem Reichstag in Augsburg Kaiser Karl V. übergeben – verfasst federführend vom Reformator Philipp Melanchthon. Sie bildete die Grundlage für den Augsburger Religionsfrieden von 1555, der das friedliche Miteinander von lutherischen und katholischen Christinnen und Christen rechtlich absicherte. Bis heute bekennen sich 154 Mitgliedskirchen in 99 Ländern mit mehr als 78 Millionen Christinnen und Christen zu diesem Dokument.

Blumtritt erinnerte in seiner Predigt daran, dass Augsburg schon mehrfach Schauplatz bedeutender Ereignisse der Reformationsgeschichte war – von Luthers Verhör durch Kardinal Cajetan 1518 über die Confessio Augustana 1530 bis zur Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre 1999. Das Jubiläum 2030 reihe sich in diese Geschichte ein und richte zugleich den Blick nach vorn: "Unser Bekenntnis ist gefragt. Wieder mal."

Für die Vorbereitung hat der Landeskirchenrat eine gemeinsame Pfarrstelle eingerichtet, die sich Maral Zahed und Hanns Hoerschelmann teilen. Zahed eröffne neue Zugänge für Menschen, "die bisher nicht so sehr viele Berührungspunkte mit Kirche hatten", so Blumtritt. Hoerschelmann bringe als Direktor von Mission EineWelt seine Erfahrung im Lutherischen Weltbund und im ökumenischen Dialog ein. Beide arbeiten künftig eng mit dem Büro des Landesbischofs zusammen.

Das Jubiläumsjahr soll mehr sein als ein Blick zurück. "Wir möchten die Menschen erleben lassen, was es bedeutet, einen lebendigen Glauben zu haben, wie er in Jesus Christus Halt gibt und was sich daraus für unser eigenes Handeln in dieser Gesellschaft und die Verantwortung gegenüber Gottes Schöpfung ableiten lässt", sagte Blumtritt. Eingeladen seien dazu nicht nur die Kirchen, sondern die ganze Stadtgesellschaft.

Höhepunkt im Juni 2030
Vom 20. bis 27. Juni 2030 kommt die weltweite lutherische Kirchengemeinschaft zur 14. Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes nach Augsburg. Am 25. Juni 2030 jährt sich zudem die Übergabe der Confessio Augustana an Kaiser Karl V. zum 500. Mal – ein doppelter Anlass, der Augsburg erneut zu einem internationalen Ort des Glaubens und der Ökumene macht.

30.06.2026
ELKB