Bunt bemalte Ostereier gehören für viele Menschen zum Osterfest.

Bunt bemalte Ostereier gehören für viele Menschen zum Osterfest.

Bild: GettyImages-NataliaVo

Predigten zu Ostern

Hoffnung gegen den Augenschein

Auch wenn so viel dagegen spricht - an Ostern hat das Leben den Tod besiegt. Über diese Hoffnung sprachen Landesbischof Heinrich Bedford- Strohm und Mitglieder der Kirchenleitung in ihren Osterpredigten.

Über 2 Milliarden Christen seien weltweit vereint in diesen Tagen die Freude über die Auferstehung Jesu Christi, die sie an Ostern feiern, sagte Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm in seiner Predigt in der Osternacht. Menschen, die durch schlimme Zeiten gegangen seien, hätten durch die Osterbotschaft „Kraft und Zuversicht“ gewonnen.

Keine Illusion 

„Der Tod hat nicht gesiegt. Das ist am Grab bei Jesus so. Und das wird auch bei mir so sein. Und das wird am Ende auch die ganze Welt erfahren“, so der Landesbischof. Denn die Auferstehung Jesu Christi sei keine Illusion, sondern seine Liebe breite sich unter den Menschen aus und „gibt uns Kraft in der Seele, so dass wir aufrecht, frei und stark in der Liebe durchs Leben gehen können“.

Mehr

Weniger

Christian Kopp: Ostern als Seh-Schule 

Über "sehen und gesehen werden" predigte Münchens Regionalbischof Christian Kopp. Dies sei in der Osterzeit sehr wichtig. "Ich möchte wahrgenommen werden. Jeder Mensch will spüren, dass sein oder ihr Beitrag zum Ganzen wichtig ist." Doch immer noch gebe es in der Gesellschaft Bereiche, in denen das nicht wahrgenommen würde, in denen Menschen nicht in Entscheidungsprozesse eingebunden seien. "Menschen brauchen aber Aufmerksamkeit. Wer keine Aufmerksamkeit bekommt, kann leicht bitter und grantig werden. Bittere und grantige Leute braucht kein Mensch."

Der Apostel Paulus nehme da eine andere Perspektive ein. Er frage danach, worauf Menschen in ihrem Leben Schauten und worauf sie sich fokussieren.  "Für Paulus war zentral, dass Menschen ein festes Fundament brauchen. Einen sicheren Stand. Festen Boden unter den Füßen. Für ihn war das die Botschaft von Jesus aus Nazareth von der unfassbaren Liebe Gottes zu jedem Menschen." An Ostern stehe dieser feste Grund ganz im Mittelpunkt. "Das Licht Gottes strahlt hell am Ostermorgen. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Gott wird auf geheimnisvolle Weise das letzte Wort sprechen. Und dann ist alles hell. Das ist der Grund, auf dem ich stehe."

Dorothea Greiner: Botschafter der Hoffnung

Dass "Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferweckt worden ist am dritten Tage (1. Kor 15, 3f) "  -  das sei der Kern der christlichen Hoffnung, der Hoffnung für jeden Einzelnen und für die Welt, so  die Bayreuther Regionalbischöfin Dorothea Greiner in ihrer Osterpredigt. "Gestorben für unsere Sünden" bedeute, dass vergeben sei. "Wenn es Dinge gibt in Deinem Leben, die Dich belasten, ein Verhalten, das nicht gut war, dann gilt: genau dafür ist Christus gestorben, sodass Du glauben kannst, mir ist vergeben. Gott trägt es mir nicht nach. Ich brauche es mir darum auch nicht mehr vorwerfen." Das vielstimmige biblische Zeugnis von der Auferstehung beinhalte Hoffnung für die Menschen: "Wie Christus auferstanden ist und lebt, werden auch wir leben, jenseits von Raum und Zeit in der Ewigkeit bei ihm in seinem Licht." Es weise aber über die Hoffnung des einzelnen hinaus. Angesichts vielfältiger Krisen (Erziehung, ökologische Krise,...) bräuchten Kirche, Gesellschaft und Welt Menschen mit einer starken Hoffnung. Berührt von der Nähe des auferstandenen Jesus seien Christinnen und Christen Boten seiner Hoffnung.

09.04.2023
ELKB