Tafel an der KZ-Gedenkstätte Dachau

Architektur, die Gefühle weckt – Die Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Bild: ELKB Jahresbericht

Versöhnungskirche Dachau

Erinnerung am Karfreitag

In der Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau wird im Gottesdienst am Karfreitag an Christian Reger, erster Pfarrer der Versöhnungskirche, der in der NS-Zeit vier Jahre in politischer Haft war.

Mit der Erinnerung am Karfreitag an einen der mehr als hundert evangelischen Theologen, die ins KZ Dachau verschleppt worden waren, setzt Pfarrer Mensing mit dem Gottesdienst um 15 Uhr, eine Tradition fort, die sein Vorgänger Heinrich Bauer vor etwa 30 Jahren begründet hat.

Christian Reger (1905-1985) arbeitet als junger evangelischer Theologe 1931/1932 im Büro des Internationalen Versöhnungsbundes. Als Pfarrer in Stieglitz (Pommern, heute Polen) schließt er sich der Bekennenden Kirche an. Im April 1941 wird er wegen „staatsfeindlicher Äußerungen“ inhaftiert und am 11. Juli 1941 ins KZ Dachau verlegt.

Nach der Entlassung am 3. April 1945 kehrte er in seine Gemeinde zurück. Von seinem Wohnort Bad Rappenau (Baden) reiste er am 8. Mai 1965 zur Grundsteinlegung der Versöhnungskirche nach Dachau. In den ersten Wochen nach der Einweihung am 30. April 1967 betreute Pfarrer Reger die Kirche und dann von 1970 bis 1978 jedes Jahr vom Frühjahr bis zum Herbst. Er lebte dabei in den engen Nebenräumen der Kirche.

In der Arbeit in Dachau iwar er ein hilfreicher Gesprächspartner für viele Gäste der KZ-Gedenkstätte aus aller Welt, hatte aber auch mit Vorbehalten zu kämpfen, in der Dachauer Bevölkerung und innerhalb der Kirche. Seine selbstkritische Sicht auf das Versagen der evangelischen Kirche im "Dritten Reich", sein Eintreten für die KZ-Gedenkstätte und gegen die verbreitete Verharmlosung der NS-Verbrechen machten ihn unbequem. 1975 erhielt er das Bundesverdienstkreuz für seine Arbeit im Sinne der internationalen Versöhnung.

Für Pfarrer Mensing ist die der letzte Gottesdienst in der Versöhnungskirche gestaltet. Nach 21 Jahren Dienst in der KZ-Gedenkstätte Dachau wird er am 12. Juli in den Ruhestand verabschiedet.

Die Mittagsandachten in der Versöhnungskirche jeden Mittwoch und jeden Freitag um 12.30 Uhr mit der Erinnerung an  KZ-Dachau-Häftlinge wird Pfarrer Mensing bis Juli aber noch mehrfach gestalten, so auch am 1., 3., 15. und 24. April.

30.03.2026
Björn Mensing

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