„7 Wochen Ohne“ schlägt in diesem Jahr vor, auf Härte zu verzichten und stattdessen „mit Gefühl“ vorzugehen.

„7 Wochen Ohne“ schlägt in diesem Jahr vor, auf Härte zu verzichten und stattdessen „mit Gefühl“ vorzugehen.

Bild: Nils Böddingmeier

7 Wochen ohne

3. Woche: Verletzlichkeit

Jede Woche der Fastenzeit steht unter einem speziellen Motto mit jeweils einer passenden Bibelstelle. Eingeordnet wird diese von Pfarrer Frank Muchlinsky von der Nordkirche.

Jesus und seine Jünger kamen zu einem Garten, der Getsemani hieß. Dort sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Bleibt hier sitzen, während ich bete.“ Er nahm Petrus, Jakobus und Johannes mit sich. Plötzlich überfielen ihn Angst und Schrecken, und er sagte zu ihnen: „Ich bin verzweifelt und voller Todesangst. Wartet hier und bleibt wach.“ Er selbst ging noch ein paar Schritte weiter. Dort warf er sich zu Boden. Er bat Gott darum, ihm diese schwere Stunde zu ersparen, wenn es möglich wäre. Er sagte: „Abba, mein Vater, für dich ist alles möglich. Nimm doch diesen Becher fort, damit ich ihn nicht trinken muss! Aber nicht das, was ich will, soll geschehen – sondern das, was du willst!“ Jesus kam zu den drei Jüngern zurück und sah, dass sie eingeschlafen waren. Da sagte er zu Petrus: „Simon, du schläfst? Konntest du nicht diese eine Stunde wach bleiben? Bleibt wach und betet, damit ihr die kommende Prüfung besteht! Der Geist ist willig, aber die menschliche Natur ist schwach.“
Markus 14,32–38

Wer regelmäßig in der Bibel liest, sollte sich diesen Blick besonders aneignen: Suche nach Neuem, entdecke etwas, das du noch nie zuvor gesehen oder bedacht hast. Wer sich biblischen Texten auf diese Weise nähert, vermeidet den fundamentalen Fehler, vor der Lektüre bereits zu meinen, man wisse ja eh, was der Text will. In dieser Woche ist für uns ein Text ausgesucht worden, der sehr bekannt ist. Es stecken sogar geflügelte Worte darin. In der Übersetzung der Basisbibel sind sie ein wenig verborgen, aber durchaus noch erkennbar: „Lass diesen Kelch an mir vorübergehen“ und „der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach“. So übersetzt Luther diese Sätze. Auch wenn man diese Sätze vielleicht nicht selbst nutzt, kann man sie in vielen Situationen hören, die nichts mehr mit der Bibel zu tun haben müssen. Wer etwas Beschwerliches vor sich hat, bittet um den vorübergehenden Kelch, wer wohl weiß, dass etwas getan werden muss, sich aber gerade kraftlos fühlt, redet vielleicht vom willigen Geist und dem schwachen Fleisch...

Die ganze Fastenmail von Frank Muchlinsky finden Sie hier.

In der Fastenzeit veranstaltet 7 Wochen Ohne immer freitags von 16 bis 17:30 Uhr einen Online-Bibliolog, an dem Sie über Zoom teilnehmen können.

04.03.2026
Frank Muchlinsky

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