Pressemitteilung vom 20.02.2019

Bayerische Landeskirche verleiht Argula-von-Grumbach-Preis

Kirchliche Beauftragte für Chancengerechtigkeit kritisiert: Auch im Kirchenparlament sind Frauen in der Unterzahl

Die Evangelisch-lutherische Kirche in Bayern verleiht am 15. März im Kloster Heidenheim den Argula-von-Grumbach-Preis. Der Wettbewerb fördert die Auseinandersetzung mit Fragen der Geschlechtergerechtigkeit in Kirche und Gesellschaft und ist mit 5000 Euro dotiert.

Passend zum 100jährigen Jubiläum des Wahlrechts für Frauen lautete das Thema der Ausschreibung „Sitz und Stimme in (Kirchen-)Parlamenten. Frauen wählen und werden gewählt.“

Ausgezeichnet werden drei Beiträge: Der erste Preis geht an Dr. Annette Haußmann und Jonathan Spanos für den Aufsatz „Protestantismus und Politische Partizipation, Evangelische Parlamentarierinnen im Nachkriegsbayern zwischen Politik und Kirche“. Beide gehören dem wissenschaftlichen Nachwuchs der Ludwig-Maximilians-Universität München an. „Wir freuen uns besonders, dass der erste Preis erstmals an ein gemischtes Team aus einer Frau und einem Mann geht“, sagt die Schirmherrin des Preises und Vorsitzende der Jury, Christine Scheel, MdB a.D.

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Mit dem zweiten Platz werden zwei weitere wissenschaftliche Beiträge ausgezeichnet:  Der Aufsatz „Die Geschichte des Frauenwahlrechts in Deutschland neu erzählen“ von Dr. Kerstin Wolff aus Kassel und der Aufsatz „Frauen in der Kirche. Das Kirchenwahlrecht in der Landeskirche Schleswig-Holstein“ von Dr. Michaela Bräuninger.

Nur 36% der 108 Mitglieder der Landessynode sind Frauen

Die gleichberechtigte Beteiligung von Frauen auch in Kirchenparlamenten sei nach wie vor ein Thema, betont Kirchenrätin Dr. Barbara Pühl, landeskirchliche Beauftragte für Chancengerechtigkeit. Während auf der Ebene der Kirchengemeinden das Verhältnis der Geschlechter in den Kirchenvorständen ausgewogen sei, liege der Anteil der Frauen in der Landessynode bei lediglich 36%. „Das ist immer noch besser als in staatlichen Parlamenten. Dort ist der Frauenanteil nach den letzten Wahlen sogar deutlich zurückgegangen“, so Pühl.  Das zeige, dass ein ausgewogenes Verhältnis von Männern und Frauen in Entscheidungsfunktionen kein Selbstläufer sei. Deshalb bedürfe es nach wie vor der Gleichstellungsarbeit, die ungerechte Strukturen und Kulturen aufspürt und auf deren Beseitigung hinwirkt. Der Argula-von-Grumbach-Preis leiste einen Beitrag dazu, indem er diese Fragen wachhält und dazu ermutigt, sich kritisch und kreativ mit Fragen der Geschlechtergerechtigkeit in Kirche und Gesellschaft auseinanderzusetzen. 

Hinweis: Weitere Auskünfte bei:

Dr. Barbara Pühl

Beauftragte für Chancengerechtigkeit der ELKB

Landeskirchenamt, Postfach 200751, 80007 München

Tel.: 089 5595-522

Email: chancengerechtigkeit@elkb.de


20.02.2019 / München, Johannes Minkus, Pressesprecher