Gebetswand auf bayern-evangelisch.de

Lebendiger Glaube

Hände halten eine Kerze

So wie manche Menschen für andere eine Kerze anzünden, schreiben viele ihre Bitten auf die virtuelle Gebetswand.

Bild: iStockPhoto / © Creativeye99

Trauer und Sorge, Freude und Dank – die Gebetswand spiegelt die Vielfalt menschlichen Lebens. Tag für Tag bringen hier Menschen ihre Anliegen vor Gott und beten für Menschen nah und fern.

Etwa 10 – 20 Beter schütten pro Woche ihr Herz auf diesen Seiten aus – viele von ihnen besuchen die Gebetswand regelmäßig, erzählen von ihrem Alltag und bitten Gott um Hilfe. Die Seite ist längst zur Heimat geworden, auf der Menschen sich angenommen und aufgehoben fühlen, und auf der sie vor Gott ihre Gedanken aussprechen können. „Ach großer Gott, gut, dass du da bist, bin sonst ganz allein“, schreibt einer vertrauensvoll, eine andere bittet um die Heilung ihrer Angehörigen („Bitte, Gott, hilf meinem Mann. Bitte, ich flehe dich an.“), wieder andere für den Frieden in Syrien. Dann wieder nur ein schlichtes „Herr, ich danke Dir!“

Zitat

Lie­ber Gott, bit­te sor­ge da­für, dass nicht zu vie­le Men­schen we­gen ei­nes Krie­ges fal­len und be­schüt­ze al­le Flücht­lin­ge, die es zur Zeit nicht leicht in un­se­rer Ge­sell­schaft ha­ben, Amen.

Lil­ly H.

Die Gebete reichen von langen Berichten bis zum einfachen „Amen“, vom lauten Hilferuf („Lieber Gott, warum hilfst Du denn nicht mehr! Bitte hilf mir doch!“) bis zum Lob der Schöpfung, vom konkreten Gebetsanliegen bis zum Ausdruck großen Vertrauens. Die Gebete sind bewegend, beklemmend, erschreckend und ermutigend.

"Zeig dich, Gott!"

Die digitale Blattsammlung ist ein Zeugnis dafür, wie Menschen nach Gott suchen („Zeig dich mal Gott“) und im Gespräch mit Gott Trost und Hilfe erfahren. Oftmals kommt eine tiefe Beziehung zu Gott zum Ausdruck, dann wieder große Ratlosigkeit.

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„So viele Zettel schon hier angeheftet. Alle unerhört, ungelesen, in den Weiten des Internets verloren. Gott, Wo bist du denn?", schreibt ein Suchender und weiter: "Sicher gibt es viele die dich nötiger brauchen, vielleicht liegt es daran. Aber bitte, auch wir sind in großer Not. Hilf uns doch bitte auch und zeige uns die Wege, die wir dann gehen können. Bitte Gott, sei da! Bitte von ganzem Herzen!“

Aktive Fürbitte

Viele Menschen bitten für ihre Angehörigen: „Lieber Gott, ich bete, dass meine Kinder dich kennen lernen und mit dir ihr Leben leben. Lass sie immer wissen, dass du sie bedingungslos liebst", schreibt eine Mutter. Und „lieber Gott, danke für alles, was du bisher für unser kleines Enkele getan hast. Bitte lass es ganz gesund werden. Danke und Amen.“ Unterschrieben: Von Opa. In der Anteilnahme am Schicksal der anderen Beter und die Fürbitte füreinander ist Fürsorge und Nächstenliebe unter Christen zu spüren.

Manchmal betet eine ganze Konfigruppe oder eine Schulklasse. Konfiboy betet dann, dass seine Familie gesund bleibt und Cooly-one schreibt:“ Gott mach bitte, dass Gerechtigkeit herrscht.“

Offen für alle Anliegen

Das Team von Bayern-evangelisch.de ist dankbar für alles Vertrauen, das auf dieser Seite wachsen konnte. Jeder und jede ist eingeladen, seine/ihre Bitten loszuwerden, aber auch die Anliegen anderer Menschen im Gebet aufzunehmen. Wie es eine Beterin schreibt: „Guter Vater, lass das Beten nicht umsonst sein. Segne doch bitte alle, die umeinander besorgt sind. Und segne in besonderer weise die, die niemand haben, der für sie beten würde. Amen.“


09.03.2016 / ELKB