Mission EineWelt

"Der Zeitpunkt zu handeln war gestern"

Mission EineWelt-Direktor Hanns Hoerschelmann und Freiwillige

Mission EineWelt-Direktor Hanns Hoerschelmann verabschiedete beim Fest der weltweiten Kirche am 21. Juli 26 Freiwillige, die für ein Jahr im Ausland arbeiten.

Bild: Mission EineWelt

Wie drängend soll der  Klimawandel noch werden, bevor die Menschheit mit der notwendigen Konsequenz handelt?  Diese Frage prägte die Lila Nacht und das Fest der weltweiten Kirche von Mission EineWelt.

Das Centrum der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern für Partnerschaft, Entwicklung und Mission hat mit seiner im Mai gestarteten Jahreskampagne "Die Schöpfung - Not for Sale" den tief im christlichen Glauben verankerten verantwortungsvollen Umgang mit Gottes Schöpfung ins Zentrum gestellt. Insgesamt kamen rund 1.500 Menschen zum Fest der weltweiten Kirche.

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Mit dieser Kampagne wolle Mission EineWelt "nicht den Zeigefinger erheben, sondern dazu einladen, gemeinsam diese Welt verantwortungsvoll zu gestalten", sagte Mission EineWelt-Direktor Hanns Hoerschelmann zum Auftakt des Festgottesdienstes  in der Neuendettelsauer Nikolaikirche. "Wir sind befreit aus Gottes Gnade. Und diese Befreiung birgt die Chance, konsequent zu handeln." Filibus Musa, Präsident des Lutherischen Weltbundes, brachte die Dringlichkeit, endlich verantwortungsvoll mit der Natur umzugehen, in knappen Worten auf den Punkt: "Der Zeitpunkt, zu handeln, war gestern. Als ChristInnen sind wir aufgefordert, aktiv zu werden." Der Lutherische Weltbund (LWB) setzt sich bereits seit 1977 für die Bewahrung der Schöpfung ein. "Mit unserem aktuellen Programm "Waking the Giant" wollen wir die Kirchen weltweit einladen, ihre Stimme zu erheben und sich für die Umsetzung der Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen zu engagieren."

"Wenn die Erde stirbt, sterben wir auch"

Upolu Luma Vaai, Leiter des Pacific Theological College auf Fidschi, betonte in seiner Predigt, das Jahresthema "Die Schöpfung - Not for Sale" passe "sehr gut zu dem Kampf, den wir in unserer Welt führen". Die pazifischen Inseln seien "durch industrielle Ausbeutung verwüstet" worden, und zwar von "Unternehmen, die das Luxusleben der reichen Nationen sichern", prangerte Vaai die sich immer weiter verschärfende globale Ungerechtigkeit an. Die Folgen, die Vaai aufzählte, sind existenziell: Ganze Inseln drohen zu versinken, immer öfter wüten Zyklonen, die großen Fischereigesellschaften fischen die Meere leer und nehmen den InselbewohnerInnen ihre Nahrungsgrundlage, und zudem verseucht Mikroplastik Fische und Meeresfrüchte. Das Fazit des Theologen: "Ozeanien steht kurz vor der Auslöschung, wenn wir nicht handeln." Und, weiter gefasst, aber nicht minder einsichtig: "Wenn die Erde stirbt, sterben auch wir."

Höhe- und Schlusspunkt des Festes der weltweiten Kirche war traditionell die Verabschiedung der Freiwilligen, die im Rahmen des IEF-Programms (Internationale Evangelische Freiwilligendienste) für ein Jahr ins Ausland gehen. 26 junge Menschen bekamen dieses Jahr den Segen für ihren Einsatz in China, Argentinien, Bolivien, Costa Rica, Brasilien, Chile, Papua-Neuguinea und auf den Fidschi-Inseln.
 

Lila Nacht, Konzerte und Mitmachangebote 

Den Rahmen bildete ein buntes Programm mit Information, Konzerten und Mitmachangeboten. Für beste Musik sorgten Michael Lewerenz (Salsa), das Gospeltrio JES, die Tanzbühne Nürnberg mit Hula - traditional, A Desert Symphony, Grupo Sal Duo, Bienads, Gsus Praise und Mount Lion. Am Abend zuvor hatten bei der Lila Nacht Menschen verschiedenster Herkunft den Innenhof von Mission EineWelt bevölkert und im festlichen Ambiente zusammen gegessen und bei Musik von Wally & Ami Warning ein Fest der Vielfalt und des internationalen Miteinanders gefeiert.


24.07.2019 / MEW