Fest der weltweiten Kirche

"Aufhören, Konflikte mit Gewalt zu lösen"

Zahlreiche Besucher beim Fest der weltweiten Kirche.

Rund 1300 Menschen besuchten am vergagenen Wochenende das Fest der weltweiten Kirche in Neuendettelsau.

Bild: Mission EineWelt

Strahlender Himmel, Workshops, Ausstellungen, Festgottesdienst mit Landesbischof und tolle Stimmung - das Fest der weltweiten Kirche von Mission EineWelt fand bei über 1.300 Gästen großen Zuspruch.

In seiner Predigt am Sonntagmorgen in der vollbesetzten St. Nikolai-Kirche wandte sich Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm gegen jegliche Form von Fanatismus. Er mahnte zur Vorsicht, die Welt in Licht und Finsternis einzuteilen und damit den Namen Gottes in Verbindung zu bringen.

Zitat

Als Kinder des Lichts leben zu dürfen, vom Licht der Liebe Jesu Christi gleichsam angestrahlt zu werden, so dass wir selbst strahlen können – das hat nichts, aber auch gar nichts zu tun mit Selbstgerechtigkeit, Intoleranz gegenüber den Anderen oder Absolutheitsanspruch der eigenen Religion oder gar Gewalt. Es heißt Liebe, Empathie, Demut, Güte und Gerechtigkeit und – ja – auch Wahrheit. Aber die Wahrheit Jesu Christi gibt es nie ohne die Liebe."

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

Der Landesbischof wurde beim Thema Waffenexporte sehr konkret. Wer immer über das Thema rede, dürfe nicht die Familien vergessen, deren Lebensunterhalt davon abhänge. Aber genauso wichtig sei es, „mit ihnen gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie sie ihren Lebensunterhalt auf andere Produkte gründen können“. Der Landesbischof klagte in seiner Predigt in Neuendettelsau nicht an. Aber es gehe ihm nach, dass 55 Prozent der bundesdeutschen Waffenexporte aus Bayern kämen. Es sei zu befürchten, „dass Waffen, die hier produziert werden, zur Finsternis anderswo beitragen“.

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Mit einem Treffen von rund 50 ehemaligen Mitarbeitern aus dem In- und Auslandsbereich hatte am Samstag der Veranstaltungsreigen begonnen. Erstmals wurde am Nachmittag eine Lila Nacht mit Picknick im Innenhof des Partnerschaftszentrums gestartet und am Abend mit dem schon traditionellen Open Air-Konzert vor mehr als 500 Besucherinnen und Besuchern fortgesetzt. Zum Fest am Sonntag mit weit mehr als 30 Info-Ständen, Workshops, Ausstellungen, mit Aktivprogramm für Jung und Alt sowie einem umfangreichen Programm auf den beiden Bühnen kamen rund 800 Menschen. In einem Podiumsgespräch mit Seemannsdiakon Markus Schildhauer äußerte sich Landesbischof Bedford-Strohm dankbar für die Arbeit von Mission EineWelt. Mission habe die Aufgabe, das auszustrahlen, wovon wir als Christen sprechen. Die Welt sei Eine Welt und keine Welt der Unterschiede. „Wir müssen aufhören, uns die Köpfe einzuschlagen und Konflikte mit Gewalt zu lösen.“

35 Freiwillige ausgesandt

Im Gottesdienst am Sonntagmorgen waren das Ärzte-Ehepaar Florian und Katrin Schwöbel und die Ärztin Eghosa Obaseki für einen mehrjährigen Dienst an zwei Krankenhäuser in Papua-Neuguinea ausgesandt worden. Zum Abschluss des Festes wurden auf der Bühne im Innenhof die 35 jungen Freiwilligen, die für ein Jahr in einem Projekt in einer der bayerischen Partnerkirchen in Asien, dem Pazifik, in Afrika und Lateinamerika mitarbeiten werden, gesegnet und ausgesandt.


18.07.2016 / Helge Neuschwander-Lutz