Die Menschen müssen die Natur achten

Ökumenischer Jugendgottesdienst zur Aussendung des "Friedenslichts aus Bethlehem"

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

Rief zu aktiver Nächstenliebe auf: Landesbischof Bedford-Strohm bei seiner Rede vor Pfadfinderinnen und Pfadfindern.

Bild: ELKB

Bei der Aussendung des weihnachtlichen "Friedenslichts" hat der bayerische Landesbischof Bedford-Strohm die Christen zu aktiver Nächstenliebe aufgerufen.

Denn Nächstenliebe führe mitten hinein in die Auseinadersetzungen dieser Welt, sagte der Bischof laut Redemanuskript am Sonntag im Münchner Dom vor Pfadfinderinnen und Pfadfindern, die das in Bethlehem geholte Kerzenlicht in die bayerischen Gemeinden tragen. Christen könnten nicht hinnehmen, dass es in unserem reichen Land Armut gebe, dass Antisemitismus und andere Formen der Menschenfeindlichkeit wieder salonfähig seien, dass die staatliche Seenotrettung im Mittelmeer eingestellt werde und zivile Rettungsorganisationen kriminalisiert würden.

Nächstenliebe müsse aber auch einhergehen "mit Liebe zur außermenschlichen Natur als Schöpfung Gottes", sagte der Bischof, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist. Deshalb verdienten die jungen Menschen Dank für ihren Einsatz zur Begrenzung des Klimawandels. Denn es sei nicht gerecht, dass spätere Generationen die Kosten für den jetzigen Lebensstil tragen müssten, oder dass Menschen in Teilen der Welt, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, jetzt seine ersten Opfer seien. Die Natur sei den Menschen nicht zur beliebigen Ausbeutung überlassen, sondern sei zusammen mit den Menschen von Gott geschaffen und habe deswegen als "Mit-Schöpfung eine eigene Würde, die wir Menschen zu achten haben", betonte der Bischof.

Nach dem ökumenischen Jugendgottesdienst, an dem auch der katholische Weihbischof Wolfgang Bischof und der griechisch-orthodoxe Erzpriester Apostolo Malamoussis mitwirkten, bringen die Pfadfinder das Kerzenlicht unter dem Leitwort "Mut zum Frieden" in die Kirchengemeinden, damit die Besucher der Weihnachtsgottesdienste daran ihre Kerzen entzünden und so das "Friedenslicht aus Bethlehem" mit nach Hause nehmen können. Außerdem tragen die Pfadfinder das Friedenslicht in Krankenhäuser, Kindergärten, Polizeistationen Flüchtlingsheime, Moscheen und Synagogen. Die Friedenslicht-Aktion wurde 1986 vom Österreichischen Rundfunk (ORF) ins Leben gerufen. Seit 26 Jahren verteilen die fünf deutschen Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände gemeinsam mit dem Verband Deutscher Altpfadfindergilden das in der Geburtsgrotte Christi in Bethlehem entzündete Friedenslicht. Allein in Deutschland sind den Angaben zufolge rund 220.000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aktiv, weltweit sind es mehr als 50 Millionen.


16.12.2019 / epd