Augsburg

#Freiheit

Augsburger Hohe Friedensfest

Das Programm widmet sichjeweils unter einem bestimmten Thema dem friedlichen Zusammenleben in einer von Vielfalt geprägten Stadtgesellschaft.

Bild: Augsburger Hohes Friedensfest

Das Augsburger Hohe Friedensfest am 8. August ist ein offizieller Feiertag, den es nur in Augsburg gibt. Die Stadt feiert diesen Tag seit dem 24. Juli mit einem Kulturprogramm.

Das Augsburger Hohe Friedensfest steht unter dem Motto "Freiheit". Bei der Frage nach der Bedeutung von Freiheit kommt meist zuerst der Gedanke an eine unbegrenzte Freiheit. Das Ideal ist, frei und selbstbestimmt Entscheidungen zu treffen und das eigene Leben entsprechend zu gestalten.

»Freiheit der Erwachsenen hat einen Namen: sie heißt Verantwortung,« betonte der ehemalige Bundes­präsident Joachim Gauck, der zur Eröffnung des Friedensfest Programms in den Goldenen Saal des Augsburger Rathauses gekommen war.

Das Programm zum Friedensfest nähert sich dem Themenkomplex Freiheit von vielerlei Seiten, mit unterschiedlichen Genres und Herangehensweisen. Dazu gehören künstlerische Auseinandersetzungen, Konzerte, Filme, Diskussionen, Vorträge und Stadtführungen, Feiern und religiös geprägte Veranstaltungen sowie die Klassiker des Friedensfestes am 8. August mit großer Friedenstafel, Gottesdiensten, Festkonzert und Kinderfriedensfest.  

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Das gesamte Programm zum Friedensfest umfasst etwa 75 Veranstaltungen, die online unter www.friedensstadt-augsburg.de zu finden sind, das gedruckte Programmheft gibt es an den üblichen Auslagestellen (z.B. Bürgerinfo am Rathausplatz) und als PDF zum Download, ebenfalls auf der Webseite des Friedensbüros.

Seit 1950 ist das Hohe Friedensfest ein offizieller Feiertag – damit hat Augsburg die meisten Feiertage in Deutschland. Er geht zurück auf die Unterdrückung der Protestanten im Zuge des Dreißigjährigen Krieges, als ihnen in Augsburg die Ausübung ihres Glaubens untersagt wurde. Erst im Westfälischen Frieden von 1648 erlangten sie die Gleichstellung mit der Römisch-Katholischen Kirche, die bereits 1555 im Augsburger Religionsfrieden formuliert worden war. In Erinnerung an den Tag ihrer Unterdrückung feierten die Protestant*innen 1650 erstmals das Hohe Friedensfest – am 8. August. Aus dieser Geschichte leitet Augsburg den aktuellen Auftrag als Friedensstadt ab: Niemand soll mehr aufgrund seiner Religion oder Herkunft ausgeschlossen werden! Heute leben hier Menschen unterschiedlichen Glaubens, gut eine Hälfte der Bewohner*innen haben Zuwanderungsgeschichte. Daher wird das Friedensfest seit vielen Jahren multireligiös und vielkulturell mit einem mehrwöchigen Kulturprogramm gefeiert.

Das Augsburger Hohe Friedensfest wurde im Dezember 2018 in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen worden. Der 8. August, an dem Augsburg das Hohe Friedensfest jedes Jahr seit 1650 feiert, ist vermutlich weltweit der einzige Feiertag, der sich nur dem Gedanken der Toleranz und des Friedens widmet.


25.07.2019 / Friedensbüro im Kulturamt der Stadt Augsburg