Festgottesdienst zum Amtsantritt von Reiner Schübel

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm überreichte Reiner Schübel das Rektorenkreuz.

Bild: Rummelsberger Diakonie

Rummelsberger Diakonie

Neuer Rummelsberger Rektor

Neun Monate nach dem Amtsantritt hat Reiner Schübel, Rektor der Rummelsberger Diakonie, den offiziellen Segen. In Rummelsberg fand ein Festgottesdienst im Freien nach Corona-Hygieneregeln statt.

Der bayerische evangelische Landesbischof, Heinrich Bedford-Strohm hat am Sonntagnachmittag in Rummelsberg (Landkreis Nürnberger Land) dem neuen Vorstandvorsitzenden der Rummelsberger Diakonie, Reiner Schübel, das Rektorenkreuz überreicht. Er hob bei dem Festgottesdienst nicht nur Schübels zahlreiche Erfahrungen in Kirche und Diakonie hervor, sondern auch seinen Einsatz für den christlich-jüdischen Dialog und sein Engagement gegen Antisemitismus und Rassismus.

Rektor Schübel rief in seiner Predigt dazu auf, trotz Corona den Blick für die existenzielle Not unbegleiteter Minderjähriger und Familien aus Moria offenzuhalten. Schübel betonte, der Torso europäischer Flüchtlingspolitik sei mit dem niedergebrannten Zeltlager auf der griechischen Insel Lesbos in Rauch aufgegangen. "Moria ist ein Sinnbild, dass Europa als Ganzes ethisch gestrandet ist".

Europa müsse sich seiner jüdisch-christlichen Wurzeln erinnern, um wieder innere Orientierung und Humanität zu finden, so Schübel. Die Rummelsberger seien bereit, mit ihrem Know-how und ihren Kapazitäten zu helfen. Es dürfe nicht "America first", "Germany first" oder "Rummelsberg first" heißen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Diakonie. Vielmehr gelte es, die Menschen nach ihren Bedürfnissen zu fragen. Schübel rief dazu auf, Verletzliche und Schwächere "helfend und lebensfördernd zu begleiten und dies nachhaltig tun". Die über 6.000 Mitarbeitenden der Einrichtungen der Rummelsberger Diakonie könnten Seismographen für die Bedürfnisse von Menschen und für gesellschaftliche Entwicklungen sein, sagte er.

Er selbst wolle in seinem Amt Impulsgeber sein, Orientierung geben und an den Rahmenbedingungen "für ein besseres gesellschaftliches Miteinander, für eine nachhaltige Kultur der Barmherzigkeit und sozialer Exzellenz" mitwirken. Dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bot er seine Hilfe bei der Aufnahme von Flüchtlingen an. Herrmann antwortete in seinem Grußwort, "der erbeten Anruf wird kommen, schneller als Sie glauben".

Der 55-Jährige Schübel wurde bei einem Gottesdienst im Freien für sein Amt gesegnet. An drei Orten in Rummelsberg unter freiem Himmels versammelten sich insgesamt rund 500 Gäste. Sie hielten 1,5 Meter Abstand und setzten zum Singen der Kirchenlieder Masken auf. Der Festgottesdienst war wegen der Corona-Pandemie vom Mai auf den Herbst verschoben worden.

Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) sagte, auch wenn in der Coronakrise Abstand gehalten müsse, "sollen wir auf die Menschen zugehen und auf sie hören". Er sprach von einer stark gespalteten Gesellschaft. Die Rummelsberger Diakonie könne in ihr Brückenbauer sein. Landrat und Bezirkstagspräsident Armin Kroder (FW) verwies darauf, dass die Rummelsberger Diakonie im Landkreis Nürnberger Land der größte Arbeitgeber sei.

Schübel leitet den diakonischen Träger mit etwa 200 Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, Flüchtlinge, Senioren und Menschen mit Behinderung und rund 6.000 Beschäftigten bereits seit Anfang des Jahres. Der Kirchenrat hatte zuvor seit 2009 die operative Leitung des Referats Diakonie und gesellschaftsbezogene Aufgaben im Landeskirchenamt in München inne. Er ist Nachfolger von Günter Breitenbach, der zum Jahresende 2019 in den Ruhestand ging.

Die Rummelsberger Diakonie bei Nürnberg ist eine der großen diakonischen Träger in Deutschland. Der Jahresumsatz beträgt nach eigenen Angaben knapp 300 Millionen Euro. Geistlicher Kern des Sozialunternehmens sind die 1.700 Mitglieder der Rummelsberger Brüderschaft und die knapp 300 Frauen zählende Gemeinschaft der Diakoninnen.

22.09.2020
Jutta Olschewski/epd

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