Es geht um die Chancenverbesserung von Menschen mit Migrationshintergrund.
Bild: GettyImages
Flüchtlingshilfe
Landeskirche macht Integration möglich
Die bayerische Landeskirche hat in den vergangenen zehn Jahren rund 33 Millionen Euro für Projekte im Bereich der kirchlichen und diakonischen Flüchtlingsarbeit investiert. Es seien insgesamt mehr als 600 Projekte bei 225 verschiedenen Projektträgern im Rahmen der "AG Herberge" unterstützt worden, teilte die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage mit. Drei bayernweit aufgestellte Projekte sind dauerhaft aus der "AG Herberge" hervorgegangen.
Der für Diakonie und themenbezogene gesellschaftliche Aufgaben zuständige Oberkirchenrat Stefan Blumtritt sagte dem epd, in der "AG Herberge" hätten Kirche und Diakonie "vorbildlich Hand in Hand gearbeitet", sowohl beim Rahmenprojekt als auch bei einzelnen Projekten. Zum Abschluss der zehnjährigen Projektphase wurden nun drei Projekte von der Landeskirche prämiert. Alle drei seien von Kirchengemeinden gestartet worden: zwei machten herausragende Quartiersarbeit, eines fokussiere sich auf die Minderheit der Roma.
Kirche ist lebendig, wenn sie sich nicht abschottet
Blumtritt sagte, die drei beispielhaften Projekte zeigten, "dass Kirche lebendig ist und Kraft entfalten kann", trotz sinkender Mitgliederzahlen und schrumpfenden finanziellen Spielräumen. Dies gelinge jeweils dort, "wo Kirche sich nicht abschottet und mit sich selbst beschäftigt, sondern sich der Welt zuwendet und in ihr nach Partnern sucht". Zugleich würdigte der Oberkirchenrat neben den "Flüchtlingshelfern" auch die Geflüchteten selbst für ihre "ungeheure Leistung", sich mehrheitlich innerhalb weniger Jahre zu integrieren.
Die drei bayernweiten Projekte wurden und werden durch Drittmittel anderer Akteure stark gefördert - etwa durch das bayerische Integrations- und Innenministerium oder die Europäische Union. Das Projekt "Refugee Mental Care Network" versorgt psychisch erkrankte und schwer belastete Geflüchtete, bei "Wohnraum für alle" geht es um die Chancenverbesserung von Menschen mit Migrationshintergrund auf dem Mietmarkt, "Gecko Plus" schult Sprach- und Kulturmittler, die Geflüchtete etwa bei Therapiegesprächen unterstützen.
22.04.2026
epd