Kreuz auf einem Berg

In ihren Gottesdiensten und Andachten gingen Regionalbischöfe und -innen in diesem Jahr auf das Leid in Israel, in der Ukraine und in Russland ein.

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Karfreitagspredigten

"Christus versöhnte die Welt"

In ihren Karfreitagspredigten warfen Regionalbischöfinnen und Regionalbischöfe ihren Blick auf Leid und Grausamkeiten in der Welt und betrachteten sie im Licht des Leidens und Sterbens Jesu Christi.

"Für mich ist dieser schwarze Freitag jedes Jahr wieder der Festtag der Versöhnung," so Landesbischof Christian Kopp in seiner Predigt am Karfreitag in St. Lorenz in Nürnberg. Und bedenkt weiterhin, dass in turbulenten Zeiten das Gottvertrauen leiden kann: "Für mich geht es nur so: Gott war in Christus und versöhnte die Welt. Kein Versöhnen ohne dieses Vertrauen. Wer sich versöhnen will, muss vertrauen können. Gottvertrauen und Selbstvertrauen. Und all den anderen vertrauen. Aber das Vertrauen leidet in diesen wirren Zeiten. Es geschehen zu viele Dinge, die hätten wir alle nie erwartet. Also, ich jedenfalls nicht. Nie."

Und gerade in diesen Zeiten, in denen so viele Dinge in der Welt im argen liegen, sagt Landesbischof Kopp: "Darum ist aus meiner Sicht unsere Karfreitagsaufgabe als Christen und Christinnen: Nicht hart werden. Wir dürfen nicht verhärten. Bleibe gefühlvoll in diesen harten Zeiten."

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In ihrer Predigt an Karfreitag in der Sebalduskirche Nürnberg, rückte Regionalbiscöfin Hann von Weyhern die abgründige Realität menschlicher Gewalt in den Mittelpunkt – und die noch tiefere Realität der göttlichen Liebe.  Ausgehend vom Schrei Jesu am Kreuz „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ spannte sie den Bogen von Golgatha zu den Krisen der Gegenwart: Krieg, Machtmissbrauch und die religiöse Überhöhung militärischer Gewalt. 
 

Karfreitag sei kein Fest der Resignation, sondern der radikalen Nähe: Gott gehe in die tiefsten Abgründe hinein, bis hin zur Erfahrung der Gottverlassenheit. „Wo wir meinen: ‚Hier ist kein Gott‘ –  genau dort ist er“, so Hann von Weyhern. 

"Der am Kreuz von Golgatha sterbende Jesus lässt uns mit all unseren Karfreitagserfahrungen nicht allein. Scheußliche Kriege, die uns zusetzen. Schmerzen und Einsamkeit, die uns leiden lassen," so Regionalbischof Klaus Stiegler in seiner Predigt in dem Karfreitagsgottesdienst mit Abendmahl in der Neupfarrkirche Regensburg. "Wir sind Botschafterinnen und Botschafter der Versöhnung. Versöhnt zusammenleben, darum geht es. Also im Frieden miteinander. Mit Respekt und Achtung füreinander, bei aller Unterschiedlichkeit. Fähig, Konflikte gewaltfrei zu lösen. Als Kirche Jesu Christi sind wir eine Kraftquelle zur Versöhnung. So geht am Horizont aller Karfreitagsverzweiflung bereits österliches Lebenslicht für unser Zusammenleben auf Gottes Erdboden auf."

03.04.2026
ELKB