Das Augsburger Hohe Friedensfest am 8. August ist seit 1950 ein gesetzlicher Feiertag – der einzige städtische Feiertag in Deutschland.

Das Augsburger Hohe Friedensfest am 8. August ist seit 1950 ein gesetzlicher Feiertag – der einzige städtische Feiertag in Deutschland.

Bild: Augsburger Friedensfest

Augsburger Hohes Friedensfest 2026

Frieden braucht Mut

Augsburg feiert am 8. August sein Hohes Friedensfest – mit Gottesdiensten, der großen Friedenstafel und rund 80 Veranstaltungen unter dem Motto „UN_Sicherheit".

„UN_Sicherheit" – so lautet das Motto des Augsburger Hohen Friedensfests 2026. Vom 24. Juli bis 8. August lädt das Friedensbüro der Stadt Augsburg zu rund 80, meist kostenlosen Veranstaltungen ein: Gottesdienste, Konzerte, Lesungen, Theater, Ausstellungen und Begegnungsformate. Rund 60 Organisationen aus der Stadtgesellschaft gestalten das Programm mit.

Den Beginn macht am Freitagabend, 7. August, das multireligiöse Friedensgebet auf dem Rathausplatz – getragen vom Runden Tisch der Religionen, an dem Vertreterinnen und Vertreter des jüdischen, christlichen, muslimischen, alevitischen, buddhistischen und ezidischen Glaubens zusammenkommen. Aufgrund des beginnenden Schabbats findet das Gebet bereits um 17 Uhr statt.

Am Festtag selbst, Samstag, 8. August, finden um 10 Uhr gleich zwei Gottesdienste statt: der ökumenische Festgottesdienst in der Katholischen Basilika St. Ulrich und Afra sowie der ökumenische Familiengottesdienst unter dem Motto „Mit Sicherheit!" in der Evangelisch-Lutherischen Pfarrkirche Heilig Kreuz. Im Festgottesdienst halten der evangelische Dekan Frank Kreiselmeier und der katholische Dekan Helmut Haug gemeinsam eine Dialogpredigt. Musikalisch gestalten der Chor der Basilika St. Ulrich und Afra sowie der Posaunenchor des Evangelischen Dekanatsbezirks Augsburg den Gottesdienst. Leckeres Symbol für den Frieden: die traditionellen Augsburger Friedenswecken, die an alle Kinder verteilt werden.

Ebenfalls am 8. August lädt die evangelische Kirchengemeinde St. Andreas in Herrenbach um 10 Uhr zu einem multikulturellen Gottesdienst ein, der in eine kleine Friedenstafel auf dem Kirchplatz übergeht.

Am Abend des Festtags klingt das Friedensfest mit dem A-cappella-Chorkonzert „Frieden. Fest." des Madrigalchors bei St. Anna (19 Uhr, Kirche St. Anna) aus.

Bereits am 1. August verbindet das Wandelkonzert „Freiheit ist ein Risiko" in der Kirche St. Moritz (20 Uhr) Orgelmusik mit Texten von Hannah Arendt – zu den Begriffen Denken, Pluralität und Verzeihen. Es entsteht ein Raum, in dem Unsicherheit nicht verdrängt, sondern als Bedingung von Freiheit und Frieden erfahrbar wird.

Am 28. Juli lädt die Frauengruppe „Religions for Peace Augsburg-Schwaben" um 17 Uhr im Hofgarten zum Gespräch über Rituale, Gebete und Segenshandlungen ein – unter dem Titel „Religion – Ressource – Rettungsanker". Am 29. Juli fragt der Runde Tisch der Religionen um 19 Uhr im Pavillon im Klostergarten: „Mein Zufluchtsort – welche Sicherheit bietet der Glaube?"

Das Programm bietet darüber hinaus eine breite Palette: Das Dokumentartheaterstück „Innere Sicherheit" (28. Juli, Kulturhaus Abraxas) beleuchtet den NSU-2.0-Komplex und fragt, wo wir sicher sind, wenn die Bedrohung aus dem Inneren des Systems kommt. Das interreligiöse Friedenskonzert des Ensemble Coexist mit Musikerinnen und Musikern aus Israel, Syrien, Palästina, der Türkei, Ägypten und Deutschland findet am 2. August in der evangelischen Kirche St. Ulrich statt. Eine Fotoausstellung der Fotografin Ella Seeger begleitet junge Menschen des Jahrgangs 2008 – jenem Jahrgang, der erstmals den Fragebogen zur Wehrbereitschaft erhält.

Am 8. August öffnet sich ab 11.15 Uhr wie jedes Jahr der Rathausplatz für die große Augsburger Friedenstafel: Gemeinsam essen, teilen und ins Gespräch kommen – eröffnet von Oberbürgermeister Dr. Florian Freund, begleitet von Musik und den Friedensgrüßen der Religionsgemeinschaften. Erstmals gibt es 2026 so viele Satelliten-Friedenstafeln in den Stadtteilen wie noch nie – von Oberhausen über Lechhausen und Haunstetten bis Göggingen und Herrenbach.

Das Augsburger Hohe Friedensfest am 8. August ist seit 1950 ein gesetzlicher Feiertag – der einzige städtische Feiertag in Deutschland. Seine Wurzeln reichen bis in den Dreißigjährigen Krieg zurück. Seit 2018 ist es Teil des Bundesweiten Verzeichnisses des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO.

21.07.2026
Augsburger Hohes Friedensfest

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