Pressemitteilung vom 30.09.2026

Demokratie gemeinsam stärken – evangelische Bildung schafft Räume für Dialog und Beteiligung

Evangelische Erwachsenenbildung engagiert sich mit starken Partnern für Demokratiebildung in Bayern

Am Freitag, 2. Oktober 2026, wird Demokratie in zahlreichen Kommunen und Landkreisen in ganz Bayern zum gemeinsamen Erlebnis. Bei der Langen Nacht der Demokratie laden Diskussionen, Vorträge, Kulturveranstaltungen und Mitmachaktionen dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen, unterschiedliche Positionen auszuhalten und Verantwortung für das Gemeinwesen zu übernehmen. Getragen wird sie von einem breiten Bündnis, in das sich auch Einrichtungen und Akteure der Evangelischen Erwachsenenbildung in Bayern (EEB) vielerorts einbringen. Die beteiligten Organisationen verbindet die Überzeugung: Demokratie geht alle an und kann nur gemeinsam gestärkt werden.

Landesbischof Christian Kopp unterstreicht diese gemeinsame Verantwortung: „Breite Bündnisse stärken Demokratie vor Ort und schaffen Räume, in denen Menschen einander begegnen, Fragen stellen und auch bei unterschiedlichen Überzeugungen im Gespräch bleiben.“ Die Kirche engagiere sich für Demokratie, weil Menschenwürde, gesellschaftliche Verantwortung und ein respektvolles Miteinander zu ihrem Auftrag gehörten.

Von KI bis Meinungsfreiheit: evangelische Beiträge in ganz Bayern

Die evangelischen Beiträge zeigen exemplarisch die Vielfalt der Demokratiebildung: In Starnberg spricht Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing, über die Verantwortung der Kirche in der Zivilgesellschaft. In Nördlingen beleuchtet Prof. Dr. Thomas Zeilinger, Beauftragter für Ethik im Dialog mit Technologie und Naturwissenschaft der ELKB, Chancen und Risiken künstlicher Intelligenz für die politische Meinungsbildung. In München führt Pfarrerin Dr. Barbara Hepp, Leiterin der Evangelischen Stadtakademie München, durch eine Diskussion über Meinungsfreiheit, Populismus und Verfassungs-grenzen. In Kitzingen zeigt Martin Becher, wie populistische Kommunikationsstrategien Empörung gezielt nutzen und wie ihnen wirksam begegnet werden kann.

Weitere Angebote verbinden interreligiöse Begegnung, Beteiligung und Kultur: In Miesbach setzt Mirjam Elsel, Beauftragte für interreligiösen Dialog der ELKB, Impulse zum Austausch über religiöse und kulturelle Grenzen hinweg. In Altötting diskutiert Landesbischof Christian Kopp mit Fachleuten und jungen Menschen über Extremismus, Gewalt und die Grenzen der Meinungsfreiheit. Im Deutsch-Deutschen Museum Mödlareuth stehen eine Theaterperformance, Stimmen engagierter Jugendlicher und eine Mahnwache für Demokratie und Menschenwürde im Mittelpunkt.

Gemeinsam Demokratiebildung vor Ort gestalten

Die besondere Stärke des Formats „Lange Nacht der Demokratie“ liegt im Zusammenspiel vieler Partner: Die Evangelische Erwachsenenbildung ist dabei häufig nicht alleinige Veranstalterin, sondern Teil lokaler Netzwerke. Kirchen und kirchliche Bildungseinrichtungen arbeiten mit Kommunen, Volkshochschulen,

der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, Jugendverbänden, Stiftungen und zivilgesellschaftlichen Initiativen zusammen. So entstehen vor Ort Räume für politische Debatten, kulturelle Impulse, Begegnung und Beteiligung.

ELKB und EEB engagieren sich dabei nicht nur punktuell, sondern seit vielen Jahren kontinuierlich für Demokratiebildung, Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit.

Das kontinuierliche Engagement von ELKB und EEB wird unter anderem durch die Fachstelle Demokratie der ELKB und ihre enge Zusammenarbeit mit der EEB Bayern getragen. Martin Becher vertritt die ELKB dabei seit vielen Jahren als kirchlicher Fachmann und Projektpartner der Langen Nacht der Demokratie. Weitere Informationen bieten die Projektseite der Langen Nacht der Demokratie und das Projektpartner-Archiv. Die Initiative „Unser starkes Kreuz für Demokratie“ bündelt zahlreiche Veranstaltungen in ganz Bayern und macht die Vielfalt evangelischer Demokratiebildung sichtbar.

Von Bayern aus: ein Format mit bundesweiter Ausstrahlung

Seit 2018 wird die Lange Nacht der Demokratie unter dem Dach der Stiftung Wertebündnis Bayern ausgerichtet. Aus lokalen Initiativen ist über die Jahre ein tragfähiges Netzwerk entstanden, das inzwischen auch über Bayern hinaus ausstrahlt: 2026 findet die Lange Nacht erneut in Baden-Württemberg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen sowie erstmals in Hanau in Hessen statt. Die Entwicklung von lokalen Initiativen zu einem bundesweit ausstrahlenden Netzwerk zeigt, dass Demokratiebildung einen langen Atem, verlässliche Partnerschaften und kontinuierliches Engagement braucht.

Hintergrund: Evangelische Erwachsenenbildung in Bayern

„Evangelische Erwachsenenbildung greift aktuelle gesellschaftliche Fragen auf, bietet Orientierung und ermutigt Menschen zur demokratischen Teilhabe. Unsere Stärke liegt darin, diese Angebote nah an den Menschen und ihren Lebenswelten zu entwickeln“, erklärt Ramona Leibinger, Vorständin der Evangelischen Erwachsenenbildung Bayern.

Die Evangelische Erwachsenenbildung Bayern (EEB Bayern) ist der Landesverband der evangelischen Erwachsenenbildung und gehört zu den drei Landesorganisationen der gemeinwohlorientierten Erwachsenenbildung in Bayern. Rund 40 öffentlich geförderte Bildungswerke, Akademien und Familienbildungsstätten schaffen Räume für Dialog, politische Bildung, gesellschaftliche Verständigung und demokratische Teilhabe. Im Jahr 2025 erreichten sie mit fast 27.500 Veranstaltungen rund 510.000 Teilnehmende in Bayern. Diese Reichweite macht die EEB zu einer wichtigen Partnerin für demokratische Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Aktuelle Informationen und Eindrücke zur Langen Nacht der Demokratie gibt es auch auf Instagram unter @langenachtderdemokratie.bayern.

30.09.2026
München, Christine Büttner, Pressesprecherin

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