Seit 75 Jahren ist der Hesselberg ein Ort des Aufbruchs, des Glaubens und der Begegnung – und auch heute vertrauen wir darauf, dass Gott Neues wachsen lässt.
Bild: EBZ
Hesselberg
75 Jahre Evangelisches Bildungszentrum
Das Evangelische Bildungszentrum Hesselberg blickt mit einer Fachtagung auf sein Gründungsjahr 1951 zurück. Anlass für die Veranstaltung am 6. und 7. November sei das 75-jährige Bestehen der ehemaligen evangelischen Landvolkshochschule, teilte die Einrichtung am Dienstag in Gerolfingen mit. Zehn Referentinnen und Referenten beleuchten dabei Ereignisse aus Politik, Kultur und Sport aus dem Jahr 1951. Unter anderem geht es um die Lage der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie um Fragen zur Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen in der Nachkriegszeit.
Zudem thematisiert die Tagung das erste Auslands-Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nach 1945 sowie die Anerkennung des Nationalen Olympischen Komitees, wie das Bildungszentrum weiter ankündigte. Zwei Vorträge sollen zudem zeigen, welche Fragen die Verbrechensgeschichte der NS-Zeit sechs Jahre nach Kriegsende aufwarf. Sonia Schätz spricht über die 1951 in Landsberg erhobenen Forderungen, die Todesstrafen für Häftlinge im dortigen Gefängnis auszusetzen. Historiker Manfred Görtemaker blickt am ersten Abend in einem Gespräch auf sein Leben und die Geschichte der Bundesrepublik.
Das Bildungszentrum am Hesselberg wurde am Pfingstmontag 1951 als evangelische Landvolkshochschule nach skandinavischem Vorbild vom damaligen bayerischen Landesbischof Hans Meiser eingeweiht. Die Kirche wollte der "braunen Geschichte" des Berges - zu den "Frankentagen" von Nazi-Hetzer Julius Streicher pilgerten in der NS-Zeit bis zu 100.000 Menschen - einen Bildungsort entgegensetzen. Der Leitsatz "Kein Bauer wählt mehr braun" wurde damals ganz bewusst gewählt. Es galt, eine ganze Region zu entnazifizieren: In Westmittelfranken hatte die NS-Ideologie besonders viele Anhänger.
13.10.2026
epd