Pressemitteilung vom 26.10.2026

Kopp: „Wer gemeinsam singt, macht die Hoffnung stark“

Landesbischof Christian Kopp predigt beim Reformationsgottesdienst am 31. Oktober in Kitzingen

Unter dem Leitwort „Was wir uns zusingen“ feiert das Evangelisch-Lutherische Dekanat Kitzingen am Samstag, 31. Oktober 2026, um 19 Uhr einen Festgottesdienst zum Reformationstag in der Stadtkirche Kitzingen. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes steht das gemeinsame Singen, das die Reformation von Anfang an geprägt hat und bis heute den Glauben lebendig hält, Menschen verbindet und ihnen Zuversicht gibt. Die Predigt hält Landesbischof Christian Kopp.

„Die Reformation war auch eine Singbewegung. Martin Luther wollte, dass die Menschen ihren Glauben nicht nur hören, sondern selbst zum Ausdruck bringen. Alle sollten deshalb mitsingen können.“, betont Kopp. „Singen berührt uns unmittelbar. Es gibt unseren Gefühlen eine Stimme, kann trösten, Mut machen und neue Zuversicht wecken. Und wenn wir gemeinsam singen, entsteht etwas Besonderes: Wir hören aufeinander, spüren, dass wir nicht allein sind, stärken uns gegenseitig und singen einander Hoffnung zu.“

Im Paul-Gerhardt-Gedenkjahr greife der Gottesdienst diese Spur auf. „Paul Gerhardt findet in seinen Liedern besondere Worte für das, was Menschen bewegt: für Freude und Dankbarkeit, aber auch für Angst, Leid und Zweifel. Seine Lieder erzählen davon, wie Gottes Liebe Menschen berührt und trägt – gerade auch in schweren Zeiten“, sagt Kopp. „Das ist heute nicht anders. Auch wir brauchen Worte und Lieder, die uns Mut machen und Hoffnung geben, wenn vieles unsicher wird.“

Festgottesdienst mit Posaunenchor und Wandelkommunion

Musik prägt den gesamten Gottesdienst. Gemeinsam werden zahlreiche Lieder aus unterschiedlichen Jahrhunderten gesungen. Der Bezirksposaunenchor sowie Mitglieder des Dekanatsausschusses und des Pfarrkapitels wirken dabei mit. Einzelne Statements beleuchten zudem die Bedeutung von Musik. Das Abendmahl wird als Wandelkommunion gefeiert. Nach dem Gottesdienst sind alle Besucherinnen und Besucher zu einem Umtrunk in der Kirche eingeladen.

Hintergrund zum Reformationstag

Am Reformationstag, der jährlich am 31. Oktober begangen wird, erinnern evangelische Christinnen und Christen in zahlreichen Gottesdiensten an den Beginn der Reformation Anfang des 16. Jahrhunderts. Martin Luther und andere Reformatoren wollten die Kirche erneuern und das Evangelium ins Zentrum rücken. Entscheidend war die Erkenntnis: Gottes Liebe und Gnade sind ein Geschenk an uns Menschen und können nicht verdient werden. Aus dieser Bewegung gingen die evangelischen Kirchen hervor. Die Reformation war zugleich eine Singbewegung. Luther stärkte den Gemeindegesang: Nicht nur Geistliche und Chöre, sondern die ganze Gemeinde sollte den Glauben in deutscher Sprache singend zum Ausdruck bringen können. Lieder wie „Ein feste Burg ist unser Gott“ oder „Nun freut euch, lieben Christen g'mein“ machten die reformatorische Botschaft bekannt und trugen zu ihrer Verbreitung bei. Das gemeinsame Singen wurde zu einem wichtigen Ausdruck evangelischen Glaubens und gelebter Gemeinschaft.

Diese Tradition führte der Liederdichter Paul Gerhardt (1607–1676) im 17. Jahrhundert fort. Seine Lieder, darunter „Befiehl du deine Wege“ und „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“, geben bis heute Menschen Worte für Trost, Hoffnung und Gottvertrauen.

Weitere Reformationsgottesdienste der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern sind im Veranstaltungskalender www.evangelische-termine.de zu finden.

26.10.2026
München/Kitzingen, Christine Büttner, Pressesprecherin

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