„7 Wochen Ohne“ schlägt in diesem Jahr vor, auf Härte zu verzichten und stattdessen „mit Gefühl“ vorzugehen.
Bild: Dan Petermann
7 Wochen Ohne
1. Woche: Sehnsucht
Ja, so ist es jetzt, HERR, mein Gott! Du selbst hast deinen Knecht zum König gemacht anstelle von meinem Vater David. Dabei bin ich doch noch ein junger Mann und weiß nicht aus noch ein. Gib mir, deinem Knecht, ein hörendes Herz. Nur so kann ich dein Volk richten und zwischen Gut und Böse unterscheiden. Wie sonst könnte man Recht schaffen in deinem Volk, das doch so bedeutend ist? (1. Könige 3,7.9)
"Wie können wir den Harten widerstehen und gleichzeitig darauf verzichten, selbst hart zu sein?
Die erste Antwort habe ich im Bibeltext für diese Woche gefunden. Er stammt aus dem ersten Buch der Könige. Es geht um Salomo. Salomo ist der Sohn von König David und erst seit kurzem selbst König, als er träumt, dass ihm Gott erscheint und ihm einen Wunsch gewährt. Anstelle von Macht oder Reichtum oder Gesundheit wünscht Salomo sich Weisheit. Er bekommt sie und Reichtum und Gesundheit noch dazu, weil er so gut gewählt hat. Seitdem ist er als „Salomo der Weise“ bekannt. Sein Vater David hat so einen Zusatznamen nicht. Vielleicht liegt das daran, dass er so viele besondere Eigenschaften hatte, dass keine von ihnen seinen Namen ergänzen könnte. Mutig war er, gewitzt und seinem Gott sehr treu ergeben. Er konnte skrupellos sein und reumütig, liebevoll und unbarmherzig. Sein letzter Wille, den er sterbend seinem Sohn mitteilte, war, dass Salomo mehrere Leute umbringen sollte; Menschen, die Salomo den Thron streitig hätten machen können. Salomo erfüllt den letzten Wunsch seines Vaters. Alle seine Konkurrenten sind tot, als Salomo diesen Traum hat, in dem er sich Weisheit wünscht. Ich denke, das hat miteinander zu tun.
Im Schlaf, als Salomos Geist sich unbeirrt entfalten kann, scheint ihm bewusst zu werden, dass er als König nicht viel taugen wird, wenn er den Weg seines Vaters weitergeht. Als Gott ihn im Traum anspricht, entgegnet Salomo: „Du selbst, Gott, hast mich zum König gemacht.“ Damit sagt er im Grunde genommen auch: „Nicht der Plan meines Vaters hat dafür gesorgt, dass ich König bin. Nicht die Morde an meinen Widersachern haben mich zum König gemacht.“ Salomo wird außerdem bewusst, dass er bislang nur das getan hat, was man von ihm erwartete. Er handelt bis dahin wie einer, der selbst „nicht ein noch aus weiß“. Salomos Bitte um Weisheit ist darum nicht zuletzt eine Bitte um Autonomie. Er bittet darum, Gut und Böse unterscheiden zu können, damit er nicht auf andere hören muss, die ihm etwas eintrichtern wollen. Machterhalt durch Gewalt? Das wird nicht Salomos Weg sein. Und tatsächlich. Er verhandelt lieber, gleicht aus. Seine Weisheit wird legendär..."
Die ganze Fastenmail von Frank Muchlinsky finden Sie hier.
In der Fastenzeit veranstaltet 7 Wochen Ohne immer freitags von 16 bis 17:30 Uhr einen Online-Bibliolog, an dem Sie über Zoom teilnehmen können.
18.02.2026
Frank Muchlinsky