Pressemitteilung vom 26.06.2026

Confessio Augustana 2030: „Unser Bekenntnis ist gefragt“

Evangelische Kirche in Bayern führt Beauftragte zur Vorbereitung des Jubiläums „500 Jahre Confessio Augustana“ ein.

Am Donnerstagabend, 25. Juni, führte Oberkirchenrat Stefan Blumtritt in einem Gottesdienst in der Augsburger St. Anna Kirche Pfarrerin Maral Zahed und Pfarrer Hanns Hoerschelmann als Beauftragte der Evangelischen Kirche in Bayern für das Jubiläum „500 Jahre Confessio Augustana“ ein. Beide übernehmen die Aufgabe, das Jubiläum 2030 im weltweiten Vorbereitungsteam sowie in der Region Augsburg mitzugestalten. In seiner Predigt betonte Blumtritt die bleibende Aktualität des Augsburger Bekenntnisses: „Unser Bekenntnis ist gefragt.“ Das Jubiläum 2030 sei deshalb nicht nur Anlass, an ein historisches Ereignis zu erinnern, sondern den christlichen Glauben heute neu zur Sprache zu bringen.

Ein Bekenntnis mit weltweiter Bedeutung

Vor 500 Jahren wurde die Confessio Augustana auf dem Reichstag in Augsburg Kaiser Karl V. übergeben. Heute bekennen sich 154 Mitgliedskirchen in 99 Ländern mit mehr als 78 Millionen Christinnen und Christen zu diesem grundlegenden Bekenntnis der lutherischen Kirchen. Im Juni 2030 wird der Lutherische Weltbund seine Vollversammlung in Augsburg abhalten.

Blumtritt erinnerte daran, dass Augsburg bereits mehrfach Schauplatz bedeutender Ereignisse der Reformationsgeschichte war – von Martin Luthers Verhör durch Kardinal Cajetan im Jahr 1518 über die Verlesung der Confessio Augustana 1530 und den Augsburger Religionsfrieden von 1555 bis zur Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre im Jahr 1999. Das Jubiläum 2030 reihe sich in diese Geschichte ein und richte den Blick zugleich nach vorn.

Kirche bleibt in Bewegung

Ausgehend vom siebten Artikel der Confessio Augustana beschrieb Blumtritt den Auftrag der Kirche in der Gegenwart: „Wir sind Kirche überall dort, wo das Evangelium gehört, gefeiert und gedeutet, in Nächstenliebe weitergegeben und in gesellschaftlicher Verantwortung zur Geltung gebracht wird.“

Angesichts gesellschaftlicher Veränderungen sei die Kirche herausgefordert, ihren Glauben verständlich zu bezeugen. „Unser Bekenntnis ist gefragt. Wieder mal“, sagte Blumtritt. Kirche bleibe lebendig, wenn sie in Bewegung sei und das Evangelium immer wieder neu in die jeweilige Zeit übersetze.

Beauftragte für die Vorbereitung des Jubiläums 2030

Der Landeskirchenrat hat für die Vorbereitung des Jubiläums eine gemeinsame Pfarrstelle eingerichtet. Maral Zahed und Hanns Hoerschelmann teilen sich die Aufgabe und bringen unterschiedliche Erfahrungen ein.

Zahed eröffne neue Zugänge für Menschen, „die bisher nicht so sehr viele Berührungspunkte mit Kirche hatten“, sagte Blumtritt. Hoerschelmann bringe als Direktor von Mission EineWelt seine Erfahrung im Lutherischen Weltbund und im ökumenischen Dialog ein. Beide sind mit ihrem jeweiligen halben Dienstauftrag dem Ökumenereferat der Abteilung „Kirche und Gesellschaft“ zugeordnet und arbeiten eng mit dem Büro des Landesbischofs zusammen.

Glauben gemeinsam leben

Das Jubiläum 2030 soll die historische Bedeutung der Confessio Augustana mit den Fragen der Gegenwart verbinden. „Wir möchten die Menschen erleben lassen, was es bedeutet, einen lebendigen Glauben zu haben, wie er in Jesus Christus Halt gibt und was sich daraus für unser eigenes Handeln in dieser Gesellschaft und die Verantwortung gegenüber Gottes Schöpfung ableiten lässt“, sagte Blumtritt.

Zum Jubiläum seien die Kirchen ebenso eingeladen wie die Stadtgesellschaft und alle, „denen es nicht egal ist, auf was wir unseren Glauben gründen und wie wir wieder lernen, darüber verständlich und freimütig zu sprechen“.

Ausblick

Der Höhepunkt des Jubiläumsjahres wird im Juni 2030 gefeiert. Vom 20. bis 27. Juni 2030 kommt die weltweite lutherische Kirchengemeinschaft zur 14. Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in Augsburg zusammen. Am 25. Juni 2030 jährt sich zugleich die Übergabe der Confessio Augustana an Kaiser Karl V. zum 500. Mal. Damit wird Augsburg erneut zu einem internationalen Ort des Glaubens, der Ökumene und des theologischen Dialogs.

26.06.2026
München, Christine Büttner, Pressesprecherin

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