Pressemitteilung vom 02.10.2026
Christian Kopp: Evangelische Führung braucht Klarheit, Gemeinschaft und geistliche Orientierung
Wie können Menschen und Organisationen verantwortungsvoll aus der Zukunft heraus handeln? Darüber berieten Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft und Kirche beim Treffen für Unternehmerinnen und Unternehmer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) am 30. September und 1. Oktober 2026 in der Evangelischen Akademie Tutzing. Unter dem Leitmotiv „Zukunfts-Nostalgie“ ging es um gesellschaftlichen Wandel, evangelisches Leiten und tragfähige Zukunftsbilder.
Evangelisch leiten: klar, gemeinsam und gabenorientiert
Landesbischof Christian Kopp eröffnete die Tagung mit einem evangelischen Blick auf Führung. „Ich bin davon überzeugt, dass es eine evangelische, eine christliche Führungskultur gibt“, sagte Kopp. Sie orientiere sich an einem höheren Ziel und verbinde die konkrete Arbeit immer mit dem höheren Ziel, für das ein Unternehmen oder eine Organisation arbeite. Dazu gehörten Management und Leadership ebenso wie die gemeinsame Verantwortung – in der Kirche etwa von Landessynode, Landessynodalausschuss, Landeskirchenrat und Landesbischof ganz im Sinne des Priestertums aller Getauften. Gute Führung brauche Transparenz, einen achtsamen Umgang mit Finanzen, Personal und Zeit sowie die Bereitschaft, Verantwortung zu teilen. „Klar in der Sache, barmherzig im Ton“ heißt es in einer Ordensempfehlung der Jesuiten.
Für Kopp gehören Spiritualität und Gebet ebenso zu evangelischer Führung wie die Bedeutung von Vorbildern, Ehrlichkeit und Selbstschutz. „Es geht nicht allein. Es geht nur gemeinsam“, sagte der Landesbischof. Führungskräfte müssten unterschiedliche Begabungen stärken, glaubwürdig und menschenzugewandt handeln und zu eigenen Fehlern, Zweifeln und Grenzen stehen. Evangelisch leiten bedeute außerdem, Menschen ohne starke Lobby wahrzunehmen. Konflikte seien dabei nicht zu vermeiden: Klarheit und Barmherzigkeit gehörten zusammen, konstruktiver Streit könne zu tragfähigen Lösungen führen. Christliche Hoffnung gebe auch in schwierigen Entscheidungen Halt und Zuversicht. Humor, Leichtigkeit und Flexibilität bewahrten die Handlungsfähigkeit.
Zukunftsbilder für 2040
Im World-Café brachten die Teilnehmenden ihre Erfahrungen ein. Praxisimpulse gaben Dr. Christian Franckenstein, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bavaria Film GmbH, und Daniela Weiß, Managing Director und Mitglied des Management Boards von Omnicom. Salongespräche vertieften den Austausch.
Prof. Dr. Laura Bechthold vom Foresight-Institut Ingolstadt setzte mit ihrem Impuls zur „Zukunfts-Nostalgie“ einen weiteren Schwerpunkt.
In Workshops zu persönlicher Zukunfts-Nostalgie, gesellschaftlichem Wandel und Perspektivwechseln entwickelten die Teilnehmenden Zukunftsbilder für 2040 und diskutierten, was zu ihrem Gelingen beitragen kann.
Erzengel Michael als Bild verantwortlicher Führung
In der Abendandacht in der Schlosskapelle verband Kopp seine Predigt zum Erzengel Michael mit dem Thema Verantwortung und Führung. Vom Erzengel gebe es verschiedene Darstellungen: Das Schwert stehe für Entschiedenheit und den Schutz vor dem Bösen, die Waage für Genauigkeit und Gerechtigkeit, der Dirigentenstab im Kloster Andechs etwa für Ordnung und gutes Zusammenspiel. „Bei Michael geht es ums Kämpfen, um Schützen, um Kraft und darum, dass das Gute gewinnt“, sagte Kopp. Er verband die Bilder mit dem Wunsch, Widerstandskräfte zu stärken, Belastendes leichter werden zu lassen und gemeinsam an einer guten Zukunft zu arbeiten.
Das Büro des Landesbischofs organisierte das Treffen und Dr. Daniel Dietzfelbinger, Geschäftsführer des Instituts persönlichkeit+ethik, moderierte. Die Tagung zeigte: Zukunftsfähige Führung braucht ein klares Ziel, einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und die Bereitschaft, unterschiedliche Begabungen und Perspektiven zusammenzuführen. Orientierung, Offenheit, Vertrauen und geistliche Vergewisserung stärken Menschen und Organisationen im Wandel.
02.10.2026
München/Tutzing, Christine Büttner, Pressesprecherin