Pressemitteilung vom 11.05.2026

„Nur Gerechtigkeit schafft Frieden”

Landesbischof Kopp betont nach Ostafrika-Reise die Bedeutung globaler Verantwortung, humanitärer Hilfe und weltweiter Partnerschaften

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern pflegt seit Jahrzehnten enge Partnerschaften mit lutherischen Kirchen weltweit. Landesbischof Christian Kopp und eine Delegation von Mission EineWelt, dem Zentrum für internationale Partnerschaftsarbeit der ELKB, besuchten im Mai 2026 die beiden lutherischen Partnerkirchen in Kenia und Tansania. Besonders die Begegnungen mit engagierten Menschen, die unter herausfordernden Bedingungen soziale, medizinische und kirchliche Arbeit leisten, prägten die Reise nachhaltig.

„Es ist beeindruckend zu sehen, wie in beiden Ländern ohne jegliche finanzielle Unterstützung durch den Staat christliche Unterstützungs- und Bildungsarbeit theologisch fundiert, zugewandt und professionell organisiert wird“, bemerkt die Direktorin von Mission EineWelt, Dr. Gabriele Hoerschelmann.

Die Evangelische Lutherische Kirche in Tansania ist mit über 8,5 Millionen Mitgliedern die zweitgrößte lutherische Kirche weltweit. Während der Reise traf der Landesbischof Kirchenleitende, Mitarbeitende sozialer Projekte, Menschen, die Krankenhäuser betreiben und in ländlichen Gebieten tausende Menschen versorgen, sowie Freiwillige und Hauptamtliche aus Bayern, die die Arbeit vor Ort unterstützen. Zwischen den lutherischen Kirchen in Bayern, Kenia und Tansania besteht seit vielen Jahren ein sehr enger Austausch, unter anderem durch rund 60 bilaterale Partnerschaften zwischen Gemeinden. Die Reise war geprägt von großer Gastfreundschaft und Warmherzigkeit.

Partnerschaften gemeinsam weiterentwickeln
Ein Höhepunkt der Reise war die Konsultation aller afrikanischen Partnerkirchen in Dar es Salaam, Tansania. Daran beteiligten sich die Bischöfe der Partnerkirchen aus Kenia, der Demokratischen Republik Kongo, Liberia, Mosambik und Tansania sowie Catherine Ngina, die neu gewählte kenianische Bischöfin, die am Pfingstsonntag offiziell in ihr Amt eingeführt und damit als erste Frau Oberhaupt einer ostafrikanischen lutherischen Kirche sein wird.

Im Mittelpunkt der zweitägigen theologischen Konsultation stand die Frage, in welche Richtung sich die Partnerschaften künftig entwickeln werden. Als zentrale Aspekte für ein konstruktives Miteinander wurden gutes Zuhören und das Teilen von Erfahrungen und Wissen herausgearbeitet. Zudem diskutierten die Teilnehmenden gemeinsam Wege zur Verbindung und Verständigung von Christinnen und Christen sowie aller Menschen weltweit.

Humanitäre Herausforderungen wachsen
Nach Kenia fliehen Menschen aus benachbarten Ländern vor Krieg oder den Folgen des Klimawandels. Große Flüchtlingslager, zum Beispiel im Norden in Kakuma, werden unter anderem vom Weltdienst des Lutherischen Weltbundes unterstützt.

Bei Gesprächen in Nairobi wurde deutlich, wie sehr in den großen geschützten Lagern für Geflüchtete in Kenia die Kürzung der Mittel für Entwicklungszusammenarbeit durch die US-Regierung und viele andere Regierungen zu enormen humanitären Problemen führt. Nach Angaben der OECD sind die weltweiten Entwicklungsgelder der Industrieländer im vergangenen Jahr um 23,1 Prozent auf 174,3 Milliarden US-Dollar gesunken. Das habe enorme Auswirkungen auf die weltweite Gerechtigkeit und auf notwendige Ausgleichsprozesse, so Landesbischof Kopp. Die großen deutschen Hilfsorganisationen, wie zum Beispiel Brot für die Welt, weisen ebenso wie evangelische und katholische Kirche seit langem auf die Bedeutung dieser Hilfe hin.

„Nur Gerechtigkeit schafft Frieden. Gerade angesichts wachsender humanitärer Krisen braucht es weiterhin weltweite gegenseitige Unterstützung - finanziell, personell und durch starke Partnerschaften. Die reichen Industrieländer tragen hier besondere Verantwortung, auch die deutsche Bundesregierung”, betont Christian Kopp.
 

11.05.2026
München, Christine Büttner, Pressesprecherin

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