Die Dreieinigkeitskirche ist der erste originär protestantische Kirchenneubau Süddeutschlands. Sie steht für reformatorisches Gottesdienstverständnis und ist bis heute weitgehend unverändert erhalten.

Die Dreieinigkeitskirche in Regensburg ist der erste originär protestantische Kirchenneubau Süddeutschlands. Sie steht für reformatorisches Gottesdienstverständnis und ist bis heute weitgehend unverändert erhalten.

Bild: Neupfarr- und Dreieinigkeitskirche

Tag des offenen Denkmals

Wenn Steine von Glauben erzählen

Am 13. September öffnen zahlreiche evangelische Kirchen in Bayern ihre Türen am Tag des offenen Denkmals – von der Taufkirche Brechts bis zur Spielkirche für Kinder. 

Am 13. September wird in Bamberg der bundesweite Tag des offenen Denkmals eröffnet. Erstmals seit zehn Jahren findet die Eröffnung damit wieder in Bayern statt. Das diesjährige Motto lautet "NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur" – und auch in Bayern gehören zahlreiche evangelische Kirchen und Gebäude seit Jahren fest zum Programm. Sie erzählen von Reformation, Krieg und Wiederaufbau, von stillem Glauben und großen Umbrüchen.

Zehn Orte, die einen Besuch besonders lohnen:

  • Pfarrkirche zu den Barfüßern, Augsburg
    Die gotische Basilika von 1407 ist die älteste evangelische Kirche Augsburgs und Taufkirche von Bertolt Brecht. Wer ihre Mauern betritt, steht mitten in der Geschichte der Reichsstadt und der Reformation.
     
  • Dreieinigkeitskirche, Regensburg
    Ein frühbarocker Bau aus den Jahren 1627 bis 1631 – entstanden mitten in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges. Ihre klare, festliche Architektur wirkt bis heute wie ein Zeichen der Zuversicht in schwerer Zeit.
     
  • Friedenskirche, Manching
    Ungewöhnlich und bewegend zugleich: Die 1957/58 erbaute Kirche entstand aus den Ruinensteinen des ehemaligen Fort VIII. Aus den Trümmern der Vergangenheit wuchs ein Ort des Friedens.
     
  • Martin-Luther-Kirche, Schwarzenbruck
    Der neuromanische Bau von 1955 birgt ein Deckengemälde mit einem verborgenen Antlitz Gottes – eine kleine Entdeckung für aufmerksame Besucherinnen und Besucher.
     
  • Himmelfahrtskirche, Sendling/München
    Ursprünglich eine Gaststätte, seit 1920 ein Gotteshaus: Diese Kirche zeigt, wie wandlungsfähig Glaube und Architektur sein können. Seit 1994 erklingt hier zudem eine Euleorgel.
     
  • Karolinenkirche, Großkarolinenfeld
    Frühklassizistisch erbaut im Jahr 1822. Ihr Klang ist besonders wertvoll: Die Orgel stammt von Quirin Weber und wurde bereits 1783 für das Kloster Tegernsee gefertigt.
     
  • St.-Michael-Kirche, Neustadt
    Seit 1703 prägt sie das Ortsbild. 86 restaurierte Emporengemälde machen sie zu einer kleinen Bildergalerie des Glaubens.
     
  • Kirche St. Katharina, Freihung
    Der barocke Altar birgt ein Geheimnis: In seiner Marmorierung verbergen sich biblische Szenen, die erst auf den zweiten Blick sichtbar werden.
     
  • St. Margareta, Frankenhof bei Illschwang
    Eine Simultankirche, die evangelische und katholische Geschichte unter einem Dach vereint und dabei auf eine 700-jährige Geschichte zurückblickt – ein eindrucksvolles Beispiel gelebter Ökumene.
     
  • Evangelische Pfarrkirche St. Peter und Paul, Erlangen
    Ein Tipp besonders für Familien: Ab 14:30 Uhr gibt es eine Führung, danach dürfen Kinder die Kugelbahn der künftigen "Kinderkathedrale" ausprobieren und in der Spielkirche selbst Gottesdienst, Taufe oder Trauung nachspielen. Kostenfrei, ohne Anmeldung, Fürther Straße 42

Ob stille Andacht oder lebendiges Familienerlebnis – diese zehn Orte zeigen, wie vielfältig evangelisches Bauerbe in Bayern ist. Da sich Öffnungszeiten und Programme von Jahr zu Jahr ändern können, lohnt sich vor dem Besuch ein Blick auf die Seiten der jeweiligen Gemeinde oder auf tag-des-offenen-denkmals.de.

08.09.2026
ELKB

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