Das Herzstück ist das persönliche Online-Abschiedsritual. Liepold bereitet es auf Anfrage vor.

Das Herzstück ist das persönliche Online-Abschiedsritual. Liepold bereitet es auf Anfrage vor.

Bild: ELKB

Trauerbegleitung

Abschied nehmen – auch online

Abschied nehmen, wenn man nicht dabei sein kann – Pfarrer Rainer Liepold begleitet Trauernde online: mit Abschiedsritualen, Gedenkfeiern und Andachten zum Todestag.

Wenn ein Mensch stirbt, wollen wir bewusst Abschied nehmen. "Viele Menschen haben das Bedürfnis, einen Verstorbenen, eine Verstorbene mit einem Ritual zu verabschieden", sagt Pfarrer Rainer Liepold. "Wir würdigen, wer er war und was uns mit ihm verbindet. Wir geben unseren Gefühlen Raum, danken und sprechen aus, was vielleicht noch ungesagt geblieben ist." Seit Jahrhunderten begleitet die evangelische Kirche Hinterbliebene auf diesem Weg – und jetzt auch online.

Hinter dem Angebot unter abschiedsritual-online.de steht Pfarrer Rainer Liepold. Die Hälfte seines Dienstauftrags gilt der Begleitung von Trauernden im digitalen Raum. "Die Bedürfnisse von Trauernden liegen mir sehr am Herzen. Ich bin oft darauf gestoßen, dass es hilfreich sein kann, einen Abschied durch ein Online-Ritual zu begehen oder auf dieses ergänzend zu einer Bestattung zurückzugreifen."

Trauer findet nicht nur im Familienkreis statt, Bestattung aber oft schon. "Trauer in Betrieben oder Vereinen bleibt oft ungelebt, weil es nicht den Raum dafür gibt", sagt Liepold. Deshalb hat er gemeinsam mit dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) ein eigenes Format entwickelt, das Trauerfälle auch im beruflichen oder vereinlichen Umfeld begleitet – ob in der Fußballmannschaft, beim Chor oder unter Kolleginnen und Kollegen.

Das Angebot ist bewusst niedrigschwellig gehalten: "Man kann eine Trauerfeier organisieren, eine Erinnerungsseite anlegen, Kondolenzbotschaften hinterlassen, Kerzen anzünden."

Das Herzstück ist das persönliche Online-Abschiedsritual. Es kann dann der richtige Weg sein, wenn es keine Trauerfeier gab oder man nicht dabei sein konnten, wenn weitere Menschen zum Gedenken eingeladen werden sollen, die nicht zur Bestattung kommen konnten, oder wenn man auch nach der Bestattung noch den Wunsch nach einem spirituellen Zuspruch in sich spüren.

"Trauer in Betrieben oder Vereinen bleibt oft ungelebt, weil es nicht den Raum dafür gibt."

Pfarrer Rainer Liepold

Liepold bereitet das Ritual auf Anfrage vor: "Ich bereite ein Abschiedsritual vor, das weitestgehend die Agenda einer Bestattung hat – vereinfacht, aber in der Kirche und mit Talar. Der Link zu dem Termin kann an Freunde, Kolleginnen und Kollegen versendet werden." So können Menschen aus aller Welt gemeinsam Abschied nehmen, ohne reisen zu müssen.

Wer einen ausführlicheren Rahmen wünscht, kann eine Online-Gedenkfeier anfragen: ein persönlicher Rückblick auf das Leben des Verstorbenen, individuell gestaltet und auf Wunsch auch interaktiv.

Geburts- und Todestage haben für viele Menschen eine besondere Bedeutung. Früher war es üblich, das Grab zu besuchen oder in einer Kirche eine Kerze anzuzünden – heute bietet sich auch der digitale Raum dafür an. Pfarrer Liepold steht dafür gerne zur Verfügung: Zehn gemeinsame Minuten für einen Rückblick voller Wertschätzung, persönlich gestaltet, per Videoandacht.

Wer lieber in der eigenen Stille gedenken möchte, findet auf YouTube eine fertige Kurzandacht: Acht Minuten mit Orgelmusik, Gebet und einer liebevollen Abschiedsliturgie. Eine Empfehlung: vorher eine Kerze bereithalten – denn im Verlauf der Andacht wird dazu eingeladen, sie für den verstorbenen Menschen anzuzünden.

Rainer Liepold ist darüber hinaus für das Portal gedenkenswert.de zuständig und bietet neben Zoom-Trauergruppen auch Mailseelsorge für Trauernde an.

23.07.2026
ELKB

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