Pressemitteilung vom 05.05.2026

Explosive Moderne: Leben in einer gefühlsstarken Zeit

Jahresempfang 2026 der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern zur Rolle von Emotionen in Gesellschaft und Politik

Am Dienstag, 12. Mai 2026, um 19 Uhr lädt die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) zum Jahresempfang in das Schloss Tutzing ein. Erwartet werden Gäste aus Politik, Wissenschaft, Kultur, Medien und Religion.

Im Zentrum des Abends steht die Frage, die viele gesellschaftliche Spannungen bündelt: Wie prägen Gefühle unsere Gegenwart – und welche Rolle spielen sie für Demokratie und das gesellschaftliche Miteinander? Landesbischof Christian Kopp betont: „Wir leben in einer Zeit, in der Gefühle oft den Ton angeben – im persönlichen Leben und in der Politik. Umso wichtiger sind Räume, in denen wir einander zuhören und Konflikte aushalten. Der evangelische Glaube rechnet nicht mit perfekten Menschen – und stärkt gerade so die Verantwortung für das Gemeinsame.“

Vortrag und Gespräch mit Soziologin Eva Illouz
Ausgangspunkt ist die Diagnose einer „Explosiven Moderne“, wie sie die Soziologin Eva Illouz beschreibt. Gefühle wie Angst, Wut, Enttäuschung, aber auch Hoffnung oder Liebe sind demnach keine privaten Zustände, sondern gesellschaftliche Kräfte. Sie entstehen dort, wo zentrale Versprechen moderner Gesellschaft – Sicherheit, Aufstieg, Selbstverwirklichung – unter Druck geraten. Diese Spannungen prägen politische Debatten, verstärken Polarisierung und stellen demokratische Prozesse vor neue Herausforderungen. Wer Emotionen mobilisiert, beeinflusst den öffentlichen Raum – und damit auch die Gesellschaft. Der Abend nimmt diese Dynamik in den Blick und fragt: Was geschieht gerade mit uns – und was bedeutet das für unser Zusammenleben?

Im Mittelpunkt des Abends stehen ein Vortrag und ein anschließendes Podiumsgespräch mit der Soziologin und Autorin Eva Illouz.  Die Journalistin Livia Gerster (Frankfurter Allgemeine Zeitung) moderiert. Den Rahmen bietet die Evangelische Akademie Tutzing. Als Ort des Dialogs bringt sie unterschiedliche Perspektiven ins Gespräch und setzt Impulse für gesellschaftliche Verständigung.

Akkreditierung
Die Akkreditierung für Medienschaffende ist ab sofort möglich bei der Pressestelle der ELKB unter pressestelle@elkb.de. Eine Teilnahme ohne vorherige Akkreditierung ist nicht möglich. Anmeldeschluss ist Freitag, 8. Mai 2026.

05.05.2026
München, Christine Büttner, Pressesprecherin

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