Pressemitteilung vom 13.02.2026
Religiöse Menschen suchen das Verbindende
Die christliche Fastenzeit und der muslimische Ramadan beginnen in diesem Jahr am selben Tag: Mittwoch, 18. Februar 2026. Auch die Fastenzeit der Bahá’í fällt in diesen Zeitraum (2.–21. März 2026). Bereits am 11. und 12. Februar haben Alevitinnen und Aleviten ihre Hizir-Fastentage gehalten.
Zum gemeinsamen Beginn der Fastenzeiten erklärt Christian Kopp, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB): „Gerade in diesen herausfordernden Zeiten suchen wir als religiöse Menschen das Verbindende. Wir halten daran fest, dass jeder Mensch von Gott gewollt ist. Wir träumen von einer Welt, die friedlich und gut für alle sein kann. Dafür beten wir und dafür setzen wir uns mit all unserer Kraft ein.“
Gruß zum Ramadan und Begegnung vor Ort
Der Landesbischof und die Beauftragte für interreligiösen Dialog der ELKB versenden auch in diesem Jahr eine Grußkarte zum Ramadan an muslimische Gemeinden, Einrichtungen und Partnerinnen und Partner der Dialogarbeit. Karten für Besuche und persönliche Übergaben können über interreligioeser.dialog@elkb.de bestellt werden.
An vielen Orten laden Moscheegemeinden zum Fastenbrechen (Iftar) ein oder begehen es gemeinsam mit Kirchengemeinden. Solche Begegnungen stärken Verständigung und Beziehungen. Die Dienststelle der Beauftragten unterstützt bei Kontaktaufnahme und Planung gemeinsamer Formate. Öffentliche Iftar-Abende mit Anmeldung sind zum Beispiel am 26. Februar in Augsburg von Religions for Peace, am 6. März in Kempten mit dem Sozialdienst muslimischer Frauen und am 14. März in München in der Evangelischen Olympiakirche mit dem Interkulturellen Dialogzentrum IDIZEM e.V.
Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Die christliche Fastenzeit dauert 40 Tage bis zum Osterfest und endet am 4. April. Der Ramadan ist der neunte Monat im islamischen Mondkalender und wird 2026 vom 18. Februar bis 20. März begangen. Fastenzeiten sind im christlichen wie im muslimischen religiösen Leben besondere Zeiten der Besinnung, der inneren Ausrichtung auf Gott und der Verantwortung für andere. Dankbarkeit, bewussteres Leben und der Blick auf Menschen in Not gehören in beiden Traditionen dazu.
Gleichzeitig unterscheiden sich Praxis und Stellenwert deutlich. Die christliche Fastenzeit ist heute vielfach eine individuell gestaltete Zeit des Verzichts – etwa auf bestimmte Lebensmittel oder Gewohnheiten. Das Fasten im Ramadan hingegen gehört zu den fünf Säulen des Islams und ist verbindlich: Von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang wird auf Speisen und Getränke verzichtet. Es verbindet den körperlichen Verzicht mit Gebet, innerer Reinigung und der Unterstützung Bedürftiger.
13.02.2026
München, Christine Büttner, Pressesprecherin