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Fastenaktion 2020

Fastenaktion "füreinander einstehen in Europa"

füreinander einstehen in Europa Fastenaktion Plakatmotiv 2020

2020 werden bei der Fastenaktion der bayerischen Landeskirche Projekte in der Evangelischen Kirche in Rumänien unterstützt.

Bild: njmucc, istockphoto.com

Die Fastenaktion der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern widmet sich 2020 dem würdigen Leben im Alter in Osteuropa und unterstützt mit Ihren Spenden die Evangelische Kirche in Rumänien.

„Füreinander einstehen in Europa“ – das bedeutet auch, auf europäische Themen gemeinsam und solidarisch zu antworten. Die Fastenaktion der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern widmet sich 2020 dem würdigen Leben im Alter in Osteuropa. Wie gelingt es, dass Menschen im Alter die notwendige Pflege erhalten? Wo können sie Gemeinschaft erfahren? Durch die Abwanderung von Fachkräften leidet der Gesundheitssektor in Osteuropa enorm, während westliche Arbeitsmärkte von dieser Arbeitsmigration profitieren. Staatliche Versorgungs- und Pflegeeinrichtungen sind oft unterfinanziert und schlecht ausgestattet – besonders auf dem Land. Unter dem Titel „Wer ist für mich da? Wenn ganze Gesellschaften altern“ unterstützt die Fastenaktion im Jahr 2020 die Evangelische Kirche in Rumänien bei ihrem Dienst an Menschen im Alter.

Die Situation der älteren und alten Menschen in Rumänien ist ambivalent. Auf der einen Seite ist es ein gutes Land, um alt zu werden, da durch die vorherrschende östliche Mentalität Kommunikation leicht ist. So vereinsamen Menschen nicht so leicht. Es gibt immer den Nachbarn oder die Nachbarin, die für ein gutes Wort bereitsteht. Auf der anderen Seite ist die Altersarmut erschreckend. Wenn schon der Mindestlohn bei knapp 300 Euro liegt, so beträgt die Mindestrente nur noch die Hälfte und Sozialhilfeempfänger müssen mit ca. 30 Euo haushalten. Über Wasser halten sich Betroffene durch Erträge von Feld und Garten, was aber dazu führt, dass bis ins hohe Alter hinein hart gearbeitet werden muss.

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Bei den evangelischen Alten kommt noch eine weitere Tatsache hinzu: Durch die massive Aussiedlung nach Deutschland gibt es viele, welche von ihren jüngeren Familienmitgliedern nach 1990 allein zurückgelassen wurden. Ebenfalls ist das eigene Dorf zur Fremde geworden, da es die gewohnten siebenbürgisch-sächsischen Nachbarn und dadurch Strukturen nicht mehr gibt. Deswegen spielt die Kirchengemeinde eine entscheidende Rolle, diese Menschen aufzufangen und soweit es geht, zu betreuen. Das geschieht zuerst durch Gemeindediakonie und Besuchsdienst. „Küche auf Rädern“ oder auch Transport zum Sonntagsgottesdienst wird angeboten. Nicht selten sind die Fälle, in denen aber gerade diese Menschen noch Verantwortung in der Kirchengemeinde tragen, selbst wenn dort keine Gottesdienste mehr gefeiert werden. Den Kern der Altenarbeit machen aber die kirchlichen Altenheime aus, welche jedem die Sicherheit geben, auch im Falle von Schwäche und Immobilität ein würdiges zu Hause zu haben.

Die Projekte der Fastenaktion 2020

Gemeinsame Feldarbeit im Alenheim Hetzeldorf.

Gemeinsame Feldarbeit im Alenheim Hetzeldorf in Rumänien.

Bild: Evangelische Kirche A.B. in Rumänien

Im Mittelpunkt stehen die Seniorenheime „Schweischer“ und „Hetzelsdorf“ in Siebenbürgen. In beiden Häusern muss die Wasser- und Elektroinstallation dringend verbessert werden, hinzu kommen neue Brandschutzauflagen, die zum Weiterbetrieb der Einrichtungen dringend erneuert werden müssen.

Projekt: Altenheim Hetzeldorf

Im Mediascher Bezirk wurde in Hetzeldorf 1991 ein Altenheim in einem Bauernhaus gegründet. Betten wurden aufgestellt, Pflege und Mahlzeiten wurden gesichert. Bald wurden die Räumlichkeiten zu klein und zwei Nachbarhöfe wurden dazugekauft, so dass das Altenheim heute 30 Plätze bietet. In dem Altenheim geht das Leben der Bauern weiter, denn auf dem Gelände werden Kühe und Schweine gehalten, Schafe und Hühner bevölkern den Hof und im Garten werden Bohnen und Kartoffeln angebaut. Einzelne Heimbewohner arbeiten in der Landwirtschaft mit - beim Füttern der Tiere, dem Anbau der Kulturpflanzen oder beim Einbringen der Ernte. Auf diese Weise wird ein guter Teil des Einkommens des Heims durch eigenen Arbeitseinsatz erwirtschaftet.

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Das Heim hat seine Bedeutung für den ganzen Kirchenbezirk Mediasch, denn laufend gibt es Menschen in Not, die keine Kinder haben, welche sie betreuen können, und sie darum auf ihre alten Tage ein Dach über dem Kopf und Betreuung brauchen. Die Menschen im Heim sind wie eine Familie. Geburtstage werden gefeiert, zusammen wird in Haus und Hof gearbeitet. Gemeinsam wird von den Erzeugnissen der eigenen Landwirtschaft und Tierhaltung gegessen. Regelmäßig wird Gottesdienst gefeiert und zu Weihnachten ein Krippenspiel aufgeführt. Nur wenige von den Heimbewohnern können mit ihrer Pension den Heimplatz bezahlen. Viele haben keine Verwandten, welche sie finanziell unterstützen können. Nur durch Spenden können diese Menschen auch mitversorgt werden.

Informationen zum Thema Fastenaktion 2020

Fastenaktion 2020

Spenden können Sie auch direkt bei Ihrem Pfarramt
abgeben oder überweisen auf das Spendenkonto der
Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern:

Evangelische Bank eG
IBAN DE51 5206 0410 0001 0010 00
BIC GENODEF1EK1

Zusätzlich liegen in Ihrer Gemeinde Spendentütchen aus, die ebenfalls im Pfarramt abgegeben oder im Rahmen von Kollekte/Klingelbeutel eingelegt werden können.

Das Altenheim hat heute schwer zu kämpfen, denn die Anforderungen der staatlichen Behörden sind immer schwerer zu erfüllen. In den letzten Jahren musste viel für Feuerschutzmaßnahmen getan werden und bis diese Auflagen nicht erfüllt waren, gab es keine staatliche Subvention. Vor zwei Jahren wurde ein Tiefbrunnen gegraben, so gibt es nun auch bei Dürre keine Wasserprobleme. Pflegepersonal wird nach Westeuropa abgeworben, wo viel höhere Löhne gezahlt werden für Pflegedienste. Dessen ungeachtet sorgt die Leitung des Diakonievereins Mediasch für einen störungsfreien Betrieb und der Heimleiter für gute Ernten in der Landwirtschaft.

Mit der Fastenaktion soll eine umfangreiche Arbeit für das Heim finanziert werden. In allen drei Häusern wurde eine Heizung Anfang der neunziger Jahre eingebaut, welche allerdings den heutigen Anforderungen nicht mehr entspricht. Die Rohre müssen ersetzt und isoliert werden, bevor sie verlegt werden, die Heizkörper sind verrostet und die Zentrale ist anfällig für Störungen und teuer im Betrieb. Eine neue Heizung wird den Komfort steigern und durch Sonnenkollektoren die Warmwasserzubereitung billiger werden lassen. Zusätzlich sollen auf einem Dach auch Photovoltaikzellen angebracht werden, um mit einem Stromspeicher zusammen auch bei Stromausfällen den Betrieb der Heizung zu sichern. Die Diakonie Mediasch ist ein eingetragener Verein, welcher außer dem Altenheim auch eine Küche mit „Essen auf Rädern“ betreibt, Hausbesuche in der Stadt und auf den Landgemeinden macht und eine Tischlerei führt. Frau Ilike Banyai, die Geschäftsführerin und Ursula Juga Pintican, Presbyterin in der Kirchengemeinde und Vorsitzende des Vereins, sind die treibenden Kräfte hinter dieser großen Arbeit.

Projekt: Altenheim Schweischer

In diesem Alten- und Pflegeheim, welches im Jahr 1991 im ehemaligen Pfarrhaus der Ortschaft Schweischer/Fișer (Kreis Kronstadt/Brașov) ins Leben gerufen wurde, zogen vor 20 Jahren Seniorinnen und Senioren ein, die aufgrund ihres Alters, ihrer Gesundheit oder ihrer familiären Situation nicht mit der Auswanderungswelle nach Deutschland ziehen konnten, um dort einen Neuanfang zu starten. Sie waren ohne Familien zurückgeblieben in Gemeinden, die immer kleiner wurden und die sie nicht auffangen konnten, als sie krank und hilfebedürftig wurden. Im Heim haben sie ein neues Zuhause gefunden. Weitere Generationen folgten.

Altenheim Schweischer Tischgemeinschaft

Tischgemeinschaft im Speiseraum im Altenheim Schweischer

Bild: Evangelische Kirche A.B. in Rumänien

Im Altenheim wohnen zurzeit 30 Personen, die von 13 Angestellten betreut werden. Für die Mitarbeiter besteht die zentrale Aktivität im Organisieren des geregelten Tagesablaufes, sowie im Gestalten eines würdigen Lebensraumes für die teils rüstigen, teils hilfebedürftigen Menschen. Neben der alltäglichen körperlichen Fürsorge und der medizinischen Versorgung steht die seelsorgerliche Betreuung und Beratung sowie Andachten, Gottesdienste und gemeinschaftliche Veranstaltungen zur Förderung der Kommunikation auf dem Tagesplan. Die geistliche Betreuung erfahren Bewohner und Mitarbeiter gegenwärtig durch einen Vikar des Kronstädter Kirchenbezirks.

Das alltägliche Leben der Bewohner beinhaltet sowohl „feste Zeiten“ als auch „Zwischenzeiten“. Die festen Zeiten sind die Mahlzeiten, die Medikamentenvergabe und die gemeinschaftlichen Unternehmungen. In den Zwischenzeiten wird spazieren gegangen, geplaudert, gelesen, gestritten, gelacht, geweint, getrauert, bedauert, gehäkelt, genäht, gestrickt, ferngesehen, gewartet, gehofft und gejätet. Ja, auch gejätet, denn in dieser besonderen Wohngemeinschaft hilft jeder mit, der kann! Im Rahmen seiner gegebenen Möglichkeiten darf jeder im Haus, Hof und Garten mit-arbeiten und sich in eine kleine Landwirtschaft mit wenigen Nutztieren einbringen. Das gibt den Bewohnern eine gern ausgeführte Beschäftigung und gleichzeitig das Gefühl, auch im Alter gebraucht zu werden. Die Erzeugnisse aus dem „Gemeinschaftsgarten“ tragen außerdem zur Lebensmittelversorgung von Menschen und Tieren im Heim bei.

Kirchenburg Groß-Kopisch

Siebenbürgen ist berühmt für seine über 160 Kirchenburgen, hier im Bild die Kirchenburg Groß-Kopisch.

Bild: Bichler

Die Aufnahme in das Altenheim zu Schweischer erfolgt in der Ordnung der Anmeldung und ungeachtet der materiellen Situation der Interessenten. Die Verpflichtung auf Zahlung einheitlicher Gebühren oder die Übergabe des eigenen Besitzes ist kein Kriterium. Im Heim leben somit auch Menschen, die ihren Heimplatz nicht selbst bezahlen können. Die Bewohner können aus ihrer bescheidenen Rente generell nur einen Bruchteil der Kosten decken, die ihre Unterbringung, Verpflegung und Betreuung erfordern. Ihre Beitragsleistung erfolgt nach Maßgabe ihrer Möglichkeiten.

Eröffnung der bayernweiten Fastenaktion mit Festgottesdienst am 8. März in Neumarkt

Das Dekanat Neumarkt steht ganz im Zeichen der Fastenaktion: Bereits am Freitag, 6. März um 15.30 Uhr begrüßen Dekanin Christiane Murner und stellv. Dekan Martin Hermann im evangelischen Zentrum Neumarkt eine 50-köpfige Delegation aus der Evangelischen Kirche Augsburger Bekenntnisses in Rumänien. Am 7. März findet ein Thementag „Würdiges Leben im Alter“ in Kooperation mit dem Diakonischen Werk statt, innovative Konzepte der Pflege in Bayern und in Rumänien stehen im Mittelpunkt.  Am Samstagabend steht ein spektakuläres Bläserkonzert in der Christuskirche mit dem Ensemble „Philharmenka“ auf dem Programm. Zum anschließenden bayerisch-siebenbürgischen Festabend sind Gäste und Einheimische eingeladen.

Die Landeskirchenweite Aktion wird in Kooperation mit dem Diakonischen Werk Bayern, dem Gustav-Adolf-Werk und dem Martin-Luther-Verein am 8. März um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Christuskirche eröffnet. Predigen wird der Bischof der Evangelischen Kirche in Rumänien Reinhard Guib. Gemeinsam eröffnet er dann mit Oberkirchenrat Michael Martin die Fastenaktion . Bayernweit wird in der Passionszeit in den Kirchengemeinden zu Spenden für die Fastenaktion aufgerufen. Die Spenden helfen direkt vor Ort und die Landeskirche garantiert, dass die Spende auch zu 100 Prozent ankommt.


25.02.2020 / Raphael Quandt

01.06.2025