Dekanatsbezirk

Der Dekanatsbezirk

Mehrere Kirchengemeinden bilden einen Dekanatsbezirk. Derzeit gibt es 66 Dekanatsbezirke mit 1538 Kirchengemeinden.

Dekanatsbezirke sind Körperschaften des öffentlichen Rechts. Sie bilden zwischen der Ebene der Kirchengemeinden und der Ebene der Kirchenleitung die so genannte mittlere Ebene der Landeskirche. Der Dekanatsbezirk ist einerseits der Zusammenschluss von Kirchengemeinden im jeweiligen regionalen Raum, andererseits Aufsichts- und Verwaltungsbezirk.

Als mittlere körperschaftliche Ebene und als Schnittpunkt regionaler und funktionaler Dienste hat der Dekanatsbezirk vielfältige Aufgaben: die Unterstützung der Kirchengemeinden, die Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Kirchengemeinden sowie den Kirchengemeinden und den Werken und Diensten in der Region sowie die Wahrnehmung übergemeindlicher Aufgaben insbesondere auf den Gebieten des Erziehungs- und Bildungswesens, der Diakonie, der ökumenischen Arbeit und der Öffentlichkeitsarbeit.

Dekanate legen unterschiedliche Schwerpunkte

Derzeit gibt es 66 Dekanatsbezirke, sie reichen von den nördlichsten Bezirken Bad Neustadt an der Saale und Kronach bis tief in den Süden nach Kempten und Weilheim. Das kleinste Dekanat ist das Dekanat Oettingen mit 5.717 Gemeindegliedern im nördlichen Ries (alle Zahlen Stand Dezember 2013) mit vielen historisch wertvollen Kirchen.

Die größten Dekanate sind die Ballungszentren München (263.903 Gemeindeglieder), Nürnberg (157.807 Gemeindeglieder) und Fürth (94.097 Gemeindeglieder). Je nach Mitgliederzahl, Regionalraum und Tradition legen die Dekanate unterschiedliche Schwerpunkte in ihre Arbeit: von der Unterstützung hilfsbedürftiger und alter Menschen, dem diakonischen Engagement über die ökumenische Zusammenarbeit oder Bildungsarbeit bis hin zu Kultur, Kirchenmusik und Tourismusbegleitung.

Haupt- und Ehrenamtliche verantworten gemeinsam Entscheidungen

Die Planung, Umsetzung und Verantwortung des kirchlichen Handelns im Dekanatsbezirk wird gemeinsam von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden getragen. An der Spitze eines Dekanatsbezirkes steht ein Dekan oder eine Dekanin. Er oder sie hat die Aufsicht über die kirchliche Arbeit und fördert die Arbeit der Pfarrerinnen, Pfarrer und Kirchengemeinden durch Visitation und Beratung. Im Zusammenwirken mit der Dekanatssynode und dem Dekanatsausschuss leitet der Dekan oder die Dekanin den Dekanatsbezirk.


08.08.2016 / Andrea Seidel