Rundfunkgottesdienste

Zum 125. Geburtstag von Martin Niemöller

Martin Niemöller

Pfarrer, Pazifist und Widerstandskämpfer Martin Niemöller.

Bild: J.D. Noske / Anefo - Nationaal Archief, CC BY-SA 3.0 nl, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=28946076

Der Deutschlandfunk überträgt den Gottesdienst aus der Martin-Niemöller-Kirche in Nürnberg live. Die Predigt hält Regionalbischof Stefan Ark-Nitsche.

Am Sonntag, 22. Januar, vor 125 Jahren wurde der Pfarrer, Pazifist und Widerstandskämpfer Martin Niemöller in Lippstadt/Westfalen geboren. Ab 10.05 Uhr können Zuhörer den Gottesdienst zu ehren Martin Niemöllers im Deutschlandfunk verfolgen.

Martin Niemöller war eine Leitfigur des christlichen Widerstands gegen den Nationalsozialismus. 1931 arbeitete er als Pfarrer in Berlin-Dahlem. Aus seiner nationalen Erziehung heraus, unterstützte er zunächst die NSDAP. Da er Gewalt ablehnte änderte er seine Meinung gegenüber den Nazis schnell.

Als Niemöller während einer Audienz beim Reichsbischof, bei der auch Adolf Hitler anwesend war, dem Führer widersprach, erhielt er Redeverbot, dem er sich widersetzte. Zusammen mit anderen Pastoren gründete Niemöller 1934 die "Bekennende Kirche". Bis 1937 liefen 40 Gerichtsverfahren gegen ihn wegen staatsfeindlicher Äußerungen und Kanzelmissbrauchs. Als die Gerichte den streitbaren Theologen jedoch frei sprachen, erklärte Hitler Niemöller zu seinem persönlichen Gefangenen und internierte ihn von 1937 bis 1945 in Sachsenhausen und Dachau. Amerikanische Truppen befreiten ihn 1945 aus dem Konzentrationslager Dachau.

Informationen zum Thema Niemöller StiftungDie Martin-Niemöller-Stiftung entstand aus der westdeutschen Friedensbewegung und wurde 1977 mit dem Ziel gegründet, „Initiativen aufzunehmen, anzuregen, zu vermitteln und zu fördern, die auf Verständigung zielen.“ Die Themen, derer sich

Martin-Niemöller-Stiftung

Die Martin Niemöller-Stiftung wurde 1977 gegründet mit dem Ziel, Feindbilder abzubauen und Brücken der Verständigung zwischen den damaligen Blöcken und den Völkern zu schlagen, wie dies Martin Niemöller in den Jahren zuvor getan hatte. Unter den veränderten politischen Verhältnissen schärft die Martin-Niemöller-Stiftung heute das öffentliche Gewissen gegen politische Fehlentwicklungen. Die Martin-Niemöller-Stiftung steht für demokratische Grundwerte, Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und Frieden.

Nach der Befreiung wurde Niemöller Mitglied des Rates der "Evangelischen Kirchen in Deutschland" (EKD) und zum Präsidenten des Kirchlichen Außenamtes gewählt. Später wurde er Präsident der Evangelischen Landeskirche in Hessen/Nassau.

In den 70er und 80er Jahren kämpfte Niemöller gegen die Einführung der Neutronenbombe und den NATO-Doppelbeschluss. Martin Niemöller ist am 6. März 1984 in Wiesbaden gestorben.


12.01.2017 / Kerygma