Nach dem Anschlag in Halle

„Jetzt braucht es ein starkes Zeichen der Solidarität!“

Kerzen

Erschüterung über den Anschlag in Halle: Mit Menschenketten um Synagogen wollen Christinnen und Christen ihre Solidarität zeigen.

Bild: CommonC/SplitShire

Nach dem Anschlag von Halle hat Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, Sprecher des Bayerischen Bündnisses für Toleranz, zur Solidarität mit den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern aufgerufen.

 „Wir gedenken der Opfer des Gewalttäters von Halle, die an der Synagoge und an dem Döner-Imbiss ihr Leben verloren haben", so der Landesbischof. "Wir stehen an der Seite der Jüdinnen und Juden in Deutschland. An ihrem höchsten Feiertag sind sie Ziel eines brutalen Terroranschlags geworden. Nur durch die Geistesgegenwart der Menschen, die in der Synagoge von Halle versammelt waren, ist noch Schlimmeres verhindert worden.“

Auch das Plenum des „Bayerischen Bündnis für Toleranz – Demokratie und Menschenwürde schützen“ rief dazu auf, hinzuschauen und dort zu widersprechen, "wo immer antisemitische oder rassistische Vorurteile verbreitet und Hass geschürt werden. Der brutale Terror beginnt im Kleinen." Überall, wo im Alltag antisemitische Reden hingenommen würden, werde der Nährboden für Haltungen gefördert, die bis zur Gewalttätigkeit führen könnten. "Jetzt sind alle gefordert, jeder und jede Einzelne. Jetzt braucht es ein starkes Zeichen der Solidarität!“

Aufruf zu Menschenketten 

In Halle wird am Freitag, 11. Oktober 2019, auf Initiative des Landesbischofs der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Friedrich Kramer, während des Auftakts des Sabbats zum Zeichen der Solidarität eine Menschenkette um die Synagoge gebildet. Das Bündnis für Toleranz wirbt für diese Solidaritätsbekundung und ruft dazu auf, sich auch in Bayern mit Menschenketten um die Synagogen zu beteiligen.

Wie beispielsweise in München. Hier werden Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler ab 17.30 Uhr an der Menschenkette teilnehmen, die sich weiträumig um die Ohel-Jakob-Synagoge am Sankt-Jakobs-Platz bilden soll. In Nürnberg ruft die Allianz gegen Rechtsextremismus der Metropolregion Nürnberg zusammen mit der Bürgerinitiative für Menschenrechte Mittelfranken zu einer Menschen- und Lichterkette um die Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg auf (Arno-Hamburger-Straße/Ecke Kilianstrasse). Hier beteiligen sich unter anderem Stadtdekan Dr. Jürgen Körnlein als Vorsitzender des Rates der Religionen Nürnberg, sowie Regionalbischof Prof. Dr. Stefan Ark Nitsche und Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly. Weitere Menschenketten sind bayernweit geplant. 


10.10.2019 / ELKB