Woche für das Leben

„Kinderwunsch – Wunschkind – Designerbaby“

Woche für das Leben

Es geht um den Schutz und die Würde des Menschen vom Lebensanfang bis zum Lebensende.

Bild: Woche für das Leben

Bei der diesjährigen "Woche für das Leben" geht es um die Wünsche nach einer sorgenfreien Schwangerschaft, einer glücklichen Geburt, einem gesunden Kind und einem guten Heranwachsen des Kindes.

Unter dem Motto „Kinderwunsch – Wunschkind – Designerbaby“ soll es in der "Woche für das Leben" in diesem Jahr um Geburt und Zeugung gehen. Aber auch um die damit zusammenhängenden Fragen der reproduktionsmedizinischen Techniken und der diagnostischen Verfahren zum Erkennen genetischer Defekte und Krankheiten vor Implantation oder Geburt sowie um die neueren Diskussionen zu "Genome Editing" und "Social Egg Freezing".

Die „Woche für das Leben“ ist seit mehr als 20 Jahren die ökumenische Aktion der evangelischen und katholischen Kirche für den Schutz und die Würde des Menschen vom Lebensanfang bis zum Lebensende. In diesem Jahr findet die „Woche für das Leben“ vom 29. April bis zum 6. Mai 2017 statt und wurde in der Martinskirche in Kassel eröffnet. Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, eröffneten die bundesweite Aktion mit einem ökumenischen Gottesdienst.

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In seiner Predigt warnte Bedford-Strohm vor einer Verbindung von Biotechnologie und moderner Konsumkultur. Ein Umgang mit menschlichem Leben als Ware widerspreche einer Kultur, in deren Zentrum die Würde des Menschen steht. Der "Kern des Würdebegriffs" schließe jede Instrumentalisierung und Ökonomisierung aus. Bedford-Strohm verwies auf Internetseiten internationaler Fortpflanzungskliniken, auf denen anhand der Persönlichkeitsprofile der Spenderinnen die gewünschten Eizellen für eine künstliche Befruchtung ausgewählt und erworben werden können. "Es hat seine guten Gründe, dass das deutsche Embryonenschutzgesetz gegenüber der Verzweckung menschlichen Lebens eine klare Sperre einbaut", sagte er. Die "schleichende Verfügbarmachung des Lebens" sei eine große Gefahr.

Indem die Woche für das Leben auf die vielfältigen Gefährdungen des menschlichen Lebens hinweist, will sie Menschen in Kirche und Gesellschaft für die Schutzwürdigkeit und Schutzbedürftigkeit menschlichen Lebens in allen seinen Lebensphasen sensibilisieren. In einem Dreijahreszyklus wird eine Thematik mit jährlich wechselnden Schwerpunkten behandelt. Die Bandbreite der Themen ist dabei so groß wie das Leben selbst: Es geht um die Wertschätzung des Lebens im Alter, um den Umgang mit behinderten, kranken oder pflegebedürftigen Menschen, um den Einsatz für eine kinderfreundliche Gesellschaft, um den besonderen Schutz ungeborenen Lebens, um Fragen der Bioethik, um Chancen und Grenzen der modernen Medizin, um die Bewahrung der Schöpfung oder den Schutz von Ehe und Familie.

In jedem Frühjahr finden bundesweit im Rahmen der Woche für das Leben zahlreiche Veranstaltungen zum Thema statt. Sie werden beispielsweise von Gemeinden, Kirchen und Akademien organisiert. Die übergreifende Eröffnung wird jährlich mit einem ökumenischen Gottesdienst in wechselnden Städten begangen.

Eröffnungen in Bayern

Im Kirchenkreis Bayreuth wurde die Woche für das Leben mit einem ökumenischen Gottesdienst im Zentrum der Lebenshilfe Hof e.V. eröffnet. Die evangelische Bayreuther Regionalbischöfin Dorothea Greiner und der katholische Bamberger Erzbischof Ludwig Schick haben dem Wunsch nach "Designerbabys" eine Absage erteilt. Bei der oberfränkischen Eröffnungsveranstaltung zur "Woche für das Leben" in Hof am Freitag warnten beide vor einer Medizin, die vorrangig auf eine Perfektionierung des Lebens ziele.

Im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg wurde die "Woche für das Leben" am Samstag, 29. April, mit einem Familienfest auf dem Müßighof der Regens Wagner Einrichtung Absberg am Brombachsee eröffnet. Regionalbischöfin Gisela Bornowski sagte, Kinder zu bekommen und zu haben, brauche Mut. Dies gelte für gesunde Kinder - und erst recht für Kinder mit einem Handicap. Mehr als 90 Prozent der Paare, die die Diagnose "Down-Syndrom" für ihr ungeborenes Kind bekämen, lassen die Schwangerschaft abbrechen. Sie wolle die Möglichkeiten der Diagnostik nicht verteufeln, alles habe zwei Seiten, sagte Bornowski. Aber es dürfe zu keine vorgeburtlichen Selektion kommen: "Das steht uns Menschen nicht zu."


02.05.2017 / Woche für das Leben/epd/Kerygma