Gedenkgottesdienst

„Wie liegt die Stadt so wüste“

Jahresbericht 2015/1016

Die Sebalduskirche in Nürnberg von oben.

Bild: ELKB

Mit einem Gedenkgottesdienst in der Sebalduskirche hat der Nürnberger Regionalbischof Stefan Ark Nitsche an das Kriegsende vor 75 Jahren erinnert.

»Wie liegt die Stadt so wüste, die voll Volkes war!« – so beginnen die Klagelieder Jeremias, in denen die Zerstörung Jerusalems im Jahr 586 v. Chr. betrauert wird. 1663 konnte der Hamburger Organist Matthias Weckmann die alttestamentarischen Worte gut auf seine Stadt beziehen: Eine Pestepidemie hatte zahlreiche Todesopfer gefordert – unter ihnen seine Ehefrau. Der Komponist verarbeitet seine schrecklichen Erfahrungen in seiner Musik und fasst seine Trauer und seinen Schmerz in Töne.

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Diese Musik wurde mit Bildern des zerbombten Nürnbergs unterlegt, die vielen Nürnbergern noch schmerzlich  in Erinnerung sind. Neben der Trauer über Zerstörtes kam aber auch die Dankbarkeit für die Befreiung Nationalsozialismus, die einen Neuanfang möglich machte, zur Sprache und die lebensverändernde Osterbotschaft.

Der Gottesdienst blieb nicht in der Vrgangenheit stehen. Auch Verzweiflung und Hoffnung der gegenwärtigen Situation kamen darin zur Sprache. "Das Osterlicht und die Osterbotschaft sind unserer Realität voraus", so Nitsche. Das könne den Blick auf die Gegenwart verändern. Das Licht des Sieges des Lebens über den Tod und die Botschaft Jesu "Ich lebe und ihr sollt auch leben", nehme dem Tod seine lähmende Macht.

Videobotschaft nach Atlanta

Im Anschluss an den Gottesdienst wandten sich Regionalbischof Stefan Ark Nitsche, Oberbürgermeister Ulrich Maly und dessen gewählter Nachfolger, Marcus König, mit einer Videobotschaft an die Menschen in Nürnbergs Partnerstadt Atlanta, USA. Im Zeichen der Dankbarkeit für die Befreiung Deutschlands vom Faschismus und als Geste der Verbundenheit in der Bewältigung der Corona-Pandemie entzündeten sie Kerzen am Weltenleuchter der Sebalduskirche.

Videobotschaft nach Atlanta


23.04.2020 / ELKB