Predigten zu Weihnachten

"Frieden auf Erden!"

Predigten zu Weihnachten

Die Friedensbotschaft währt noch weiter, wenn Weihnachten vorüber ist.

Bild: iStock_hk13114

Mit der Friedensbotschaft des Weihnachtsfestes im Großen wie im Kleinen beschäftigten sich in diesem Jahr die Weihnachtspredigten des Landesbischofs sowie der Regionalbischöfinnen und -bischöfe.

Mit der Geburt Jesu erneuere Gott die Beziehungen der Menschen, predigte Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm in der Münchner St. Matthäuskirche. „Gott ist in dem Kind in der Krippe erschienen, um unsere Sünde wegzunehmen. Deswegen dürfen wir jetzt sagen: Wir sind schon Gottes Kinder. "Sünde sei die große Beziehungsstörung, die unser Leben immer wieder belaste und manchmal sogar kaputt mache. Der Mensch verschließe sich dem Mitmenschen und der Zuwendung Gottes. Sünde, so der Landesbischof, „ist dieses große Gift, das sich in die Beziehungen zwischen Nationen, zwischen Religionen, zwischen Kulturen hineinschleicht und sie so lange vergiftet, bis sie sich gegenseitig verdächtigen, gegenseitig abwerten und irgendwann gegenseitig umbringen.“

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Die weihnachtliche Phantasie Gottes

Regionalbischöfin Susanne Breit-Kessler,© ELKB / Rost
„Himmlische Erotik, göttliche Beziehungsarbeit, ein Kind: Das ist die weihnachtliche Phantasie Gottes.“

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"Weihnachten beginnt im Dunkel"

Gisela Bornowski,© ELKB / Poep
Weihnachten führe an die Klippen unseres Lebens und darüber, predigte Regionalbischöfin Gisela Bornowski in der Christvesper in Würzburg. An der Krippe dürfe das Dunkel abgelegt werden.

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"Frieden auf Erden!"

Regionalbischof Michael Grabow,© Kirchenkreis Augsburg
In Jesus sahen die Menschen den uralten Traum vom Friedensreich in Erfüllung gegangen. "Nichts hinterte sie, daran zu glauben, darauf zu hoffen, davon neu zu leben....Was hindert uns eigentlich daran?", fragte Regionalbischof Michael Grabow in seiner Predigt an Heiligabend auf dem Protestantischen Friedhof in Augsburg.

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"Uns ist ein Kind geboren"

Regionalbischof Hans-Martin Weiss,© Kirchenkreis Regensburg
Über das Wunder eines neugeborenen Kindes, über weihnachtliche Hoffnungslichter und über die Bitte "Dein Reich komme" predigte Regionalbischof Hans Martin Weiss in der Christvesper in der Regensburger Dreieinigkeitskirche.

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Ein großes Himmelsbild

Gisela Bornowski,© ELKB / Poep
"An Weihnachten wird uns ein Blick in den Himmel gewährt, wir sehen die Zukunftsperspektive unseres Glaubens: Wir stehen vor Gottes Thron", predigte Regionalbischöfin Gisela Bornowski am zweiten Weihnachtsfeiertag in Ansbach.

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Wer mit Schlagworten wie ‚Amerika zuerst‘ oder ‚Deutschland zuerst‘ die Welt nur noch als Kampfplatz der Interessen betrachte, verschließe sich den Beziehungen zu den anderen. Es sei nichts falsch an der Freude über die eigene Heimat. Es gebe vielleicht nichts Schöneres als eine Heimat zu haben und sie zu lieben. Aber „echtes Heimatgefühl braucht keine hierarchische Überordnung über die anderen“. Die Botschaft Jesu von der Liebe Gottes zu allen Menschen sei von der Krippe in Bethlehem ausgegangen und habe alle Ländergrenzen übersprungen. Gott wurde Mensch, und „nicht zuerst Deutscher, Amerikaner, Russe oder Chinese“, so Bedford-Strohm. Damit sei die Geburt Jesu der „Keim zu einer Revolution der Menschenliebe, der größten Revolution, die die Welt je gesehen hat“. Die Weihnachtsfreude in vielen Ländern der Erde sei „die stärkste Medizin gegen den Virus des Nationalismus, der Fremdenfeindlichkeit und des religiösen Fanatismus“, betonte der Landesbischof.

Breit-Keßler: Himmlische Erotik, Beziehungsarbeit und ein Kind

„Frieden und Weihnacht, das gehört zusammen wie Amen und Kirche“, erklärte die Ständige Vertreterin des Landebischofs, Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler in ihrer Weihnachtspredigt in der Münchner Lukaskirche.  Dennoch krache es gerade in der Weihnachtszeit ganz schön häufig. Die Heile Welt lasse sich nicht einfach herstellen. Dabei sei das erste Weihnachten alles andere als idyllisch gewesen. „Probleme, die Not der Welt, der ganze Unfrieden - sie haben ihren Platz in und um die Krippe. Gott kommt mitten hinein in das Durcheinander unseres Lebens. Er braucht es nicht perfekt. Er will bei uns sein, wann immer etwas schiefgeht.“ Vollkommene Liebe, nicht Perfektion sei die Botschaft des Weihnachtsfestes. „Und solche Liebe verträgt keinen Druck, sie braucht Luft und Raum zur Entfaltung. Liebe ist das Kind der Freiheit.“

Frieden beginnt im Kleinen

Der Friedensstifter komme zuerst nach Bethlehem – „dorthin, wo es klein, wo es einem eng ums Herz ist, man sich eingesperrt fühlt oder einem das Dach auf den Kopf zu fallen droht.“ Die Sorge darum, nicht grandios genug zu sein, passe deshalb nicht recht zu Weihnachten: „Willkommen in der Welt, der der Himmel ganz nah ist. Aus dem Kleinen, Bescheidenen entsteht Lebensfreude und innerer Frieden."

Zitat

Die Liebe Gottes gilt allen Menschen. Sie ist ein unvergänglicher Hit der Weihnachtszeit. Sie taugt für alle Jahreszeiten, weil sie Menschen bestärkt und zur Veränderung inspiriert. Gottes Liebe kann den inneren Zwang nehmen, sich gewaltsam gegen andere profilieren zu wollen."

Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler

Frieden beginne im Kleinen und habe in den Aussagen der Bibel auch eine erotische Seite. „…‘dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen‘. Ist das nicht ein zauberhaftes Bild, ein ganz und gar verführerisches?“ Mit diesem erotischen Bild fange der Friede im Kleinen an. Dann komme die Beziehungsarbeit: “Versöhnung ist Frieden schließen, wenn man sich gestritten hat. Ist die Arbeit, die man leistet, um gerechte Verhältnisse zu schaffen.“ Es sei „eine wundervolle Idee von Gott“, nach Erotik und Beziehungsarbeit des Alten Testamentes im Neuen Testament ein Kind zu werden. „Himmlische Erotik, göttliche Beziehungsarbeit, ein Kind: Das ist die weihnachtliche Phantasie Gottes.“


26.12.2017 / ELKB