Plech

Weidenkirche in Plech eingeweiht

Plech Weidenkirche Bau

16 Meter lang, elfeinhalb Meter breit und sechseinhalb Meter hoch ist die neue Weidenkirche in Plech am Eingangstor zur Fränkischen Schweiz.

Bild: Weissmann

In Sichtweite der Bundesautobahn A9 liegt die zweite bayerische Weidenkirche. Sie ist  in Plech im Süden des Landkreises Bayreuth mit einer ökumenischen Wallfahrt eingeweiht worden.

In Plech im Dekanat Pegnitz, ganz im Süden des Bayreuther Landkreises, am Eingangstor zur Fränkischen Schweiz und in Sichtweite der Autobahn 9 entsteht derzeit die nach Pappenheim zweite Weidenkirche in Bayern. Sie wurde am Sonntag, den 17. September mit einer ökumenischen Wallfahrt der Dekanate Pegnitz und Auerbach eingeweiht. Regionalbischöfin Dorothea Greiner sagte in ihrer Festpredigt, nahe der Autobahn wirke die Kirche wie ein Rastplatz für die Seele, den jeder nutzen kann. Die erste Weidenkirche in Bayern steht in Pappenheim im Altmühltal (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen).

"Das Projekt soll ein Symbol für eine Kirche sein, die lebt, wächst, sich verändert und sich mit der Schöpfung verbunden weiß", sagt der evangelische Pfarrer Christoph Weißmann. Er war bei einem Besuch der Weidenkirche im mittelfränkischen Pappenheim so beeindruckt, dass er schon bald begann, für Plech ähnliche Pläne zu schmieden. Gemeinde, Kirchenvorstand und Bürgermeister standen dem Projekt von Anfang an positiv gegenüber und so ist die grüne Kirche mittlerweile der offizielle Beitrag des Pegnitzer Dekanats zu 500 Jahre Reformation.

 

Zitat

Diese Kirche lockt. Sie ist anziehend. Ihre Tür ist immer offen. Sie hat keine Schwelle, weder real noch symbolisch. Hier, nahe der Autobahn wirkt sie wie ein Rastplatz für die Seele, den jeder nutzen kann. Manche werden ahnen: dort im Laden finde ich, was mein Magen braucht. Aber Leben ist mehr. Hier finde ich, was ich was meine Seele nährt.

Regionalbischöfin Dorothea Greiner bei der Einweihung der Weidenkirche in Plech

Das Modell für die Kirche hatte der Pfarrer selbst entworfen. In der Weidenkirche stecke jede Menge Symbolik: Zwölf Bögen stehen für die Jünger Jesu, die vier Säulen für die Evangelisten und die drei Bögen im Altarraum für Vater, Sohn und Heiliger Geist. Für die Weidenkirche wurden 34 verzinkte Stahlsäulen verbaut, von denen jede jeweils sieben Meter lang ist. Die benötigten 350 Weidensetzlinge sind im Garten von Pfarrer Christoph Weißmann in Plech herangewachsen. Ergänzt wird der Kirchenraum aus Weide mit einem massiven Altar und schweren Sitzbänken aus Altmühltaler Naturstein, einem festen Fundament und einem Altarbild, das eine Sonne mit einem Kreuz zeigt.

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"Diese Kirche lockt, sie ist anziehend, ihre Tür ist immer offen, sie hat keine Schwelle, weder real noch symbolisch", sagte Regionalbischöfin Greiner. Sie erläuterte auch, dass die Weidenkirche Plech nicht formal zur Autobahnkirche erhoben werden könne, obwohl sie direkt bei einer Autobahnausfahrt steht. Es gibt nämlich in Trockau ganz in der Nähe schon eine Autobahnkirche. Trotzdem soll die Weidenkirche gezielt auch Reisende ansprechen, sagte die Regionalbischöfin.

Die Weidenkirche in Plech kostete rund 37.000 Euro. Sie wurde im Wesentlichen aus Spenden und Zuschüssen finanziert. Den Hauptteil der Gesamtkosten machte das Metallgerüst in Form gotischer Bögen aus, das von Metallbauern der Behinderteneinrichtung Münsinghof bei Velden (Nürnberger Land) aufgebaut wurde.


18.09.2017 / epd/ELKB