Versöhnungsgottesdienst in Regensburg

"Zur Trennung führt kein Weg zurück"

Bischof Rudolf Voderholzer und Regionalbischof Hans-Martin Weiss überreichen einander Abendmahlsgeräte.

Ein Zeichen der Versöhnung: Bischof Rudolf Voderholzer und Regionalbischof Hans-Martin Weiss überreichen einander Abendmahlsgeräte.

Bild: Jakob Schötz

Protestanten und Katholiken haben in einem ökumenischen Gottesdienst in Regensburg ihre Gemeinsamkeiten betont.

 "Die Christen in Regensburg kommen nicht mehr auseinander, zur Trennung führt kein Weg zurück", sagte der evangelische Regionalbischof Hans-Martin Weiss in dem gemeinsamen Buß- und Versöhnungsgottesdienst zum 500. Reformationsjubiläum.

Christus und sein Martyrium am Kreuz habe die Christen zusammengebracht, sagte der katholische Bischof Rudolf Voderholzer. "Weil es diese unerhörte Identifikation Jesu mit den Seinen gibt, schmerzt das Trennende umso mehr, ist uns die Suche nach einer Einheit der Kirche auf die Seele gebunden", sagte Voderholzer.

Bei dem von Emotionen und bewegenden Gesten getragenen Gottesdienst in der Dreieinigkeitskirche war ein versöhnlicher Geist spürbar. Gefeiert wurde in gemeinsamer Dankbarkeit darüber, dass die Reformation stattgefunden hat. Weiss betonte vor allem den "Mehrwert an Qualität", den die Reformation der Theologie gebracht habe.

Trauer über Trennendes

Aber es wurde auch der Trauer über Trennendes Ausdruck verliehen, das die beiden Kirchen über Jahrhunderte seit der Reformation begleitet habe. Beide Geistliche gingen in ihren Worten und Gesten die Verpflichtung ein, künftig den anderen im Blick zu haben, keine alten Rechnungen begleichen zu wollen, sondern zu betonen, dass sie zu ein- und derselben Kirche gehören. Als Zeichen ihrer Versöhnung umarmten sich die Geistlichen und überreichten einander Geschenke.

Von evangelischer Seite wurde eine Kopie der Hostiendose übereicht, die beim ersten Abendmahl 1542 in Regensburg als liturgisches Gerät eingesetzt wurde. Der katholische Bischof überreichte eine Kopie des Wolfgangskelches, dessen Original im Domschatzmuseum bewahrt wird und aus dem 13. Jahrhundert stammt. Nachdem die Geschenke als Zeichen der Freundschaft und Versöhnung ausgetauscht waren, applaudierten die Menschen im voll besetzten Kirchenraum.


13.03.2017 / epd