Wechsel in der Personalführung

Abschied und Neubeginn

Helmut Völkel segnet seinen Nachfolger Stefan Reimers (im Bild v. l. Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler; Helmut Völkel, Kirchenrätin Andrea Häußner, Stefan Reimers,  Elizabeth Reimers, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm).

Ein bewegender Moment: Helmut Völkel segnet seinen Nachfolger Stefan Reimers (im Bild v. l. Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler; Helmut Völkel, Kirchenrätin Andrea Häußner, Stefan Reimers, Elizabeth Reimers, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm).

Bild: ELKB

In einem feierlichen Gottesdienst ist der scheidende Personalchef der Bayerischen Landeskirche, Helmut Völkel, verabschiedet und sein Nachfolger, Oberkirchenrat Stefan Reimers, eingeführt worden.

Es sei ein Tag der "gemischten Gefühle" betonte Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm im Gottesdienst. Die Freude über das, was Helmut Völkel der Landeskirche gegeben habe, sei verbunden mit dem schmerzliche Gefühl des Abschieds und der Wehmut, "denn die unmittelbare Zusammenarbeit mit einem Menschen, der uns lieb geworden ist und der so unglaublich viel für seine Kirche geleistet hat, geht zu Ende". Wie kaum ein anderer habe Helmut Völkel "alle nur denkbaren Stationen eines Pfarrers in verschiedenen Positionen und Ämtern" durchlaufen. Dennoch habe seine Berufsbiographie keinem Karriereplan entsprochen.

Zitat

Es ist ein Lebensweg, der geprägt ist von einem gläubigen Herzen, das darauf vertraut, dass Gott auf den richtigen Weg führt. So war jede Deiner Stationen nicht von langer Hand vorgeplant. Sie wurden Dir im Grunde genommen jedes Mal geschenkt."

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm über Helmut Völkel

Auf den verschiedenen Stationen habe Völkel seine Landeskirche intensiv kennen gelernt und diese habe ihn schätzen und lieben gelernt. So habe der Personalchef, der Verantwortung für die theologischen Fakultäten trage, an allen drei bayerischen Standorten studiert. Weitere Stationen des gebürtigen Marktredwitzer (Oberfranken) waren die Ordination zum Pfarrer in Passau, ein 6jähriger Dienst als Studierendenpfarrer in München, sowie die Tätigkeit als theologischer Referent in der Personalabteilung des Landeskirchenamts. 1998 wechselte Völkel auf die Stelle des Dekans nach Landshut. 2002 wurde er zum Regionalbischof im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg berufen. Seit 2009 leitete er die Personalabteilung im Landeskirchenamt.

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Der Landesbischof würdigte besonders Völkels Gespür mit Menschen umzugehen. "Du bist ein Mensch, der die Gaben anderer zum Klingen bringen kann. Du bist niemand, der sich selbst als Superstar hinstellt, und sich persönlich in Szene setzt. Vielmehr bist Du ein Leitwolf, der andere führt, ihre Gaben erkennt und sie motiviert, diese Gaben entsprechend zum Wohl und zur Freude der Menschen und zu Gottes Ehre einzusetzen und sich dabei stets bescheiden im Hintergrund hält. Der geborene Personalchef!"

Ihrer Dialogpredigt hatten Helmut Völkel und Stefan Reimers, die in den vergangenen Monaten bereits im Landeskirchenamt zusammengearbeitet hatten, die Abrahamsberufung zugrunde gelegt. In der Spur Abrahams liege eine große Dynamik, so Völkel. "Abram ist das klassische Beispiel dafür, dass der Glaube kein statisches, dogmatisches Gebäude, sondern eine dynamische, lebendige Beziehung und Bewegung ist." Segen sei Gottes umfassende Zuwendung zu allen Menschen: "Das große Segensprogramm Gottes ist kein Ausschlussprogramm, sondern ein Einschlussprogramm für alle Geschlechter auf Erden." Im Landeskirchenamt könne Gottes Segen eine Kraftquelle für jeden Einzelnen und die Gemeinschaft sein.

Der Moment des Aufbruchs, das Loslassen und das Wagnis sei ein unwiderstehlicher faszinierender Moment, predigte der neue Oberkirchenrat Stefan Reimers. Es sei Aufgabe von Personalverantwortlichen, "dem anderen ein freundlicher und ermutigender Begleiter und Mentor zu sein bei den immer wieder geforderten ersten Schritten. Gemeinsam Motivation zu finden, einander etwas zuzutrauen und heraus zu fordern, damit kraftvoll ein Wagnis Wirklichkeit wird."

Als Personalchef brauche man Liebe zu den Menschen, den Willen zu gestalten und Humor, betonte Heinrich Bedford-Strohm bei der Einführung von Stefan Reimers. "All das bringen Sie mit." Er freue sich auf die gemeinsame Zusammenarbeit, "die, da bin ich schon jetzt sicher, bei allem ernsthaften Bemühen um den besten Weg für unsere Kirche, die nötige Portion Humor und Leichtigkeit haben wird, die man braucht, um Verantwortung in der Leitung unserer Kirche zu übernehmen". Reimers, der zuvor Dekan in Fürstenfeldbruck war, habe auch das nötige Durchhaltevermögen und Gottvertrauen für seine neue Aufgabe. "Und so darf ich gewiss sein, dass wir mit Ihnen den neuen Personalchef gefunden haben, den unsere Kirche jetzt braucht."

"Der Lotse geht von Bord"

Auch die anschließenden Grußworte brachten die Wertschätzung für Helmut Völkel und das Bedauern über seinen Abschied sowie die Freude auf den neuen Leiter der Abteilung F zum Ausdruck. Als "freundlich, klug, emotional", verständnisvoll, umsichtig und einen frommen Lutheraner charaktarisierte Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler den scheidenden Personalchef. Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel würdigte ihn als "Fels in der Brandung" und dankte ihm für seine Ausstrahlung von Gelassenheit und Unerschütterlichkeit "auch inmitten von Turbulenzen". Sie habe ihn als "unaufgeregtes Multitalent und als unaufgeregten Multitasker erlebt", erzählte Preidel und erinnerte daran, dass Völkel der "Architekt, Bauherr und Bauleiter" der Landesstellenplanung 2010 gewesen sei. Mit Steuermann, Kapitän und Lotsen auf dem Abteilungsschiff F - "Fortuna" - verglich der stellvertretende Abteilungsleiter Walther Rießbeck seinen scheidenden Vorgesetzten. Mit ihm gehe auch ein riesiger Wissens- und Erfahrungsschatz von Bord. Dennoch bleibe das Schiff nicht verlassen. Mit Stefan Reimers komme ein neuer Lotse, der  Seekarten im Kopf habe und komplizierte Situationen blitzschnell analysieren könne. "Manche Probleme werden Sie, lieber Herr Reimers, sicherlich anders lösen als der Vorgänger, aber 'Fortuna' wird nicht scheitern." 

Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel erinnerte daran, dass Stefan Reimers als ehemaliger Dekan des Dekanatsbezirks und Erprobungsdekanat Fürstenfeldbruck den landeskirchlichen Reformprozess " Profil und Konzentration" schon "konsequent durchbuchstbiert" habe. Sie habe den Eindruck gewonnen, dass Reimers "mit Elan, Esprit und Ernsthaftigkeit" kraftvoll an seine neue Arbeit gehen wolle. Dazu wünschte sie ihm Gottes Segen "und eine glückliche und sichere Hand".


04.07.2018 / ELKB