Nach dem Amoklauf in München

Trauer und Entsetzen

Kerzen

Zahlreiche Kirchenvertreterinnen und -vertreter haben ihre Trauer über den Amoklauf in München und Mitgefühl mit den Angehörigen der Opfer ausgedrückt.

Bild: CommonC/SplitShire

Auf den Amoklauf in München haben evangelische Kirchenvertreterinnen und -vertreter mit Trauer reagiert. Heute, 25.7., um 20.30 Uhr soll mit einem ökumenischen Gottesdienst der Opfer gedacht werden.

Der Gottesdienst mit Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, Stadtdekanin Barbara Kittelberger und Bischofsvikar Rupert Graf zu Stollberg wird im ökumenischen Kirchenzentrum Olympiakirche/ Frieden Christi, Helene-Mayer-Ring 25, stattfinden.

Bereits am Freitagabend hatte Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler über Facebook zur Fürbitte für die Opfer und Verletzten in München aufgerufen: "Ich denke selbstverständlich an die Toten und Verletzten und ihre Familien. Sie sind in mein Gebet eingeschlossen. Ich denke auch an die Polizei München, an ihre tapferen Männer und Frauen. Danke für Ihren Einsatz und: Bleiben Sie behütet!" Am Samstag drückte die Regionalbischöfin bei der Kranzniederlegung am Tatort den Opfern ihr Beileid aus und betete für die Angehörigen und Opfer. Unzählige Menschen aus Deutschland und aus aller Welt hätten ihre Solidarität bekundet und litten mit den Familien mit, "die ihre Kinder, ihre Söhne und Töchter verloren haben", berichtete Breit-Keßler auf Facebook und gab die "mitfühlenden und warmherzigen" Grüße der anglikanischen Bischöfe aus England weiter.

Landesbischof: Im Gebet bei den Angehörigen

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, der am Freitag selbst in seinem Büro in der Münchner Innenstadt festgesessen war, schrieb Worte der Anteilnahme: "Hinter uns liegen Stunden des Erschreckens und der Verunsicherung. Jetzt bewegt mich zuallererst Trauer über den Tod von zehn Menschen. Ich bin in Gedanken und im Gebet bei ihren Angehörigen, die nicht fassen können, dass sie einen ihrer liebsten Menschen verloren haben. Ich bete dafür, dass die Verletzten wieder gesund werden. Und ich bete dafür, dass sich unter uns nicht Angst ausbreitet, sondern die Zuversicht wieder Fuß fassen kann."

Zitat

Was immer der Hintergrund der Gewalttat ist: Wir werden niemandem den Triumph gönnen, dass sich Angst, Hysterie oder Rachegefühle ausbreiten. Der Apostel Paulus sagt: Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern den Geist der Kraft, Liebe und Besonnenheit. Dass wir darauf hören, das wünsche ich unserem Land.“

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

Er habe, so der Landesbischof, viele Zeichen der Anteilnahme aus aller Welt bekommen. Zahlreiche Menschen in München hätten während der Stunden der Unsicherheit ihre Häuser geöffnet, um Passanten Schutz zu geben. Dies und der große Einsatz der Polizei, die alles getan habe, "um weiteren Schaden an Leib und Leben zu verhindern", und die Bevölkerung optimal informiert habe, seien Anlass zur Dankbarkeit. "Ich bin dankbar für die Erfahrung, dass gerade in einer solchen Situation der Trauer und des Erschreckens alle zusammenstehen." Bei allem Erschrecken vor der Gewalttat dürften sich keine Angst oder Rachegefühle ausbreiten. "Der Apostel Paulus sagt: Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern den Geist der Kraft, Liebe und Besonnenheit. Dass wir darauf hören, das wünsche ich unserem Land.“

Kittelberger: Nicht vorschnell urteilen

Auch die Münchner Stadtdekanin Barbara Kittelberger äußerte sich "tief bestürzt über den brutalen Angriff in München" und sprach den Angehörigen der Opfer und "all denen, die durch den Anschlag an Leib und Seele verletzt wurden", im Namen der Evangelischen Kirche in München Anteilnahme und unser tiefes Mitgefühl aus. Bisher sichere Orte verlören ihre Unbefangenheit, so Kittelberger. Sie erinnerte an den Einsatz mehrerer Teams der Psychosozialen Notfallversorgung, mit denen die Evangelische Kirche unter Federführung des Kriseninterventionsteams betroffene Menschen vor Ort betreute, und dankte allen Einsatzkräften bei der Polizei und den Rettungsdiensten "für ihren schnellen, umsichtigen und großartigen Einsatz". Auch die Stadtdekanin mahnte zur Besonnenheit: "Der Anschlag sorgt für Angst und Entsetzen in unserer friedlich und freiheitlich gesinnten Gesellschaft, um so wichtiger ist es, mit Bedacht zu reagieren und nicht vorschnell zu urteilen. Gemeinsam mit allen zivilgesellschaftlichen Kräften in unserer Stadt werden wir uns als Christen der Gewalt entgegenstellen mit Kraft, Liebe und Besonnenheit."


25.07.2016 / ELKB