Evangelische Akademie Tutzing

Toleranzpreis für Frank-Walter Steinmeier

Hahn, Steinmeier, Bedford-Strohm bei Verleihung des Tutzinger Toleranzpreises

Als einen „toleranten, gesprächsbereiten, geduldigen“ Menschen hat der bayerische Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm in Tutzing Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier gewürdigt.

Bild: Haist

Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist am 15. September 2016 mit dem Toleranzpreis der Evangelischen Akademie Tutzing geehrt worden. 

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat am Donnerstag den Toleranzpreis der Evangelischen Akademie Tutzing erhalten. Gewürdigt wurden damit seine Bemühungen um Menschenrechte, Freiheit und Gerechtigkeit. Zweiter Preisträger ist der Kabarettist Christian Springer. Die undotierte Auszeichnung wird alle zwei Jahre an Persönlichkeiten vergeben, die für die Verständigung zwischen Menschen, Nationen, Religionen und Kulturen eintreten.
In seiner Laudatio für Steinmeier unterstrich der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm die Bedeutung von Toleranz in Politik und Gesellschaft, aber auch im persönlichen Leben der Menschen. Es gebe in der Welt "nicht den einen richtigen Weg, kein klares Schwarz und Weiß". Deshalb sei "Toleranz so bitter nötig", sagte der Bischof, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist, laut Redemanuskript. Denn Politik und Diplomatie wie auch das gesamte irdische Leben bestünden "nur selten aus klaren, befreienden Lösungen, sondern meistens aus unvollkommenen Kompromissen".

Auch bei Stillstand oder Rückschritten habe der Bundesaußenminister nicht nachgelassen "im Brückenbau und in unermüdlicher Vermittlungsarbeit"; er werbe für Versöhnung über scheinbar unversöhnliche Gegensätze hinweg, sagte der Landesbischof. Trotz seiner Belastungen stelle Steinmeier als einer der Präsidenten des Deutschen Evangelischen Kirchentags seinen Rat und Gestaltungswillen aber auch der Kirche zur Verfügung.
Da traf es sich gut, dass Steinmeier unmittelbar vor der Preisverleihung aus der Ukraine zurückgekehrt war. Dort hatte er zusammen mit seinem französischen Kollegen Jean-Marc Ayrault eine Waffenruhe in der Ostukraine vermittelt. Landesbischof Bedford-Strohm lobte, dass der Bundesaußenminister ein gläubiger Christ sei, der Gelassenheit im Glauben gefunden habe und sie in seinem Wirken weitergebe.

 

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Christian Springer für Syrienhilfe geehrt

Zweiter Preisträger in der Kategorie „Zivilcourage“ ist der Kabarettist Christian Springer, der den Fernsehzuschauern auch als „Fonsi“, der scharfsinnige Nörgler und liebenswerte Münchner Grantler, bekannt ist. Der 51-Jährige erhielt die Auszeichnung wegen seines Engagements für die Opfer des Syrienkonflikts. Der von ihm gegründete Verein „Orienthelfer“, der unter anderem Hilfslieferungen in die Kriegsregion durchführt, sei ein Dienst an der Menschheit, der jegliche Unterstützung verdiene, so die Begründung der Evangelischen Akademie Tutzing. Der nicht dotierte Toleranzpreis wird seit 2000 alle zwei Jahre vergeben. Bisherige Träger sind zum Beispiel Ex-Bundespräsident Roman Herzog, der Dirigent Daniel Barenboim und der verstorbene Schriftsteller Henning Mankell. 


19.09.2016 / Dr. Axel Schwanebeck/epd