Tauffest in Regensburg

"Du bist ein Segen für diese Welt"

Tauffest in der Regensburger Dreieinigkeitskirche

44 Kinder und Erwachsene wurden bei dem großen Tauffest in Regensburg getauft.

Bild: Klaus Weber

Anlässlich des Reformationsjubiläums haben die Protestanten in Regensburg ein großes Tauffest in der Dreieinigkeitskirche gefeiert. 44 Kinder und Erwachsene wurden dabei getauft.

Den Wunsch, ein Tauffest in der schönen hellen Dreienigkeitskirche zu veranstalten, hegte Pfarrerin Christiane Weber schon seit Längerem. Nach dem Vorbild des Tauffestes in Nürnberg sollte auch in Regensburg - am besten im Rahmen des Reformationsfestjahres 2017  - ein Gottesdienst mit anschließendem gemeinsamen Essen an geschmückten Tischen und mit Kinderbetreuung gefeiert werden. Als Datum  war der „1.7.17“, 14-17h schnell gefunden. "Das lässt sich gut merken", so Weber. Es sei ihnen ein Anliegen gewesen, im Jubiläumsjahr der Reformation die beiden Sakramente der Protestanten, Taufe und Abendmahl, ins Zentrum zu stellen, erklärt Pfarrer Roland Thürmel, Mitinitiator des Tauffestes . Während es beim Abendmahl bis heute Probleme mit der gemeinsamen Feier gebe, habe das Sakrament der Taufe eine uralte Verbindende Kraft über die Konfessionsgrenzen hinweg. "Wir wollten im Reformationsjahr diesen Aspekt stark machen und ins Licht der Öffentlichkeit bringen."

Sechs Kirchengemeinden tauften

Damit die Taufe von 44 Menschen keine Massenabfertigung wurde, sollte der Gemeindebezug gewahrt bleiben: Die sechs beteiligten Kirchengemeinden erhielten eine eigene "Taufinsel" in der Kirche, an der die Täuflinge von "ihren Pfarrern"  mit dem Kreuz gezeichnet, getauft und gesegnet wurden. Manche Gemeinde brachte sogar ihr eigenes Taufbecken mit. Christiane Weber: "Ich selbst konnte einigen von meinen acht Täuflingen und ihren Familien sagen: 'Seht her, dies ist das Taufbecken aus der Martin-Luther-Kirche in Tegernheim - St.Lukas. Beim nächsten Kirche-Kunterbunt-Gottesdienst könnt ihr es dort wieder sehen…"Auch bei der anschließenden gemeinsamen Feier saßen die Tauffamilien an Tischen ihrer Kirchengemeinde. Roland Thürmel erzählt, wie ausschlaggebend gerade dieses Fest für manche Taufanmeldung war: "Den Familien wird damit die Last einer Festvorbereitung genommen. Sie werden eingeladen, zusammen mit anderen Familien zu feiern und damit auch die Taufe in einem größeren Rahmen zu erleben. Eine Band, Kinderbetreuung, ein reichhaltiges Buffet, etc. all das wird in einer größeren Gemeinschaft erst möglich."

Katholische Beteiligung

Von Anfang an habe der katholische Stadtdekan Roman Gerl sein Interesse bekundet, an dem Tauffest teilzunehmen, berichten die beiden Initiatoren. Auch wenn es keine katholischen Taufen auf dem Fest gegeben habe, so sei der Stadtdekan doch gerne auf die angebotenen Möglichkeiten zur Mitwirkung eingegangen: Er predigte gemeinsam mit Dekan Eckhard Herrmann und nahm mit diesem zusammen die Taufkerzen entgegen.  Der gemeinsame Zuspruch der beiden Dekane an die Täuflinge sei sehr bewegend gewesen, erzählt Thürmel.

Die Rückmeldungen auf das Fest seien sehr positiv gewesen, berichtet Pfarrerin Weber. "Ein echtes Highlight!" schwärmt Roland Thürmel. Nicht nur die Familien, auch die vielen Helfer seien begeistert und "sehr sehr glücklich" gewesen. Die gute Organisation sei ebenso gelobt worden, wie der Gottesdienst in all seine Bestandteilen und das "tolle Buffet".Begeistert sind auch die beiden Initiatoren. Christiane Weber wird das Bild der beiden Dekane unter dem bunten Regenschirm mit der Aufschrift „Du bist ein Segen für die Welt“ gut in Erinnerung bleiben und die fröhlichen Lieder von Johannes Matthias Roth. Und Roland Thürmel beeindruckte besonders der Augenblick der Taufe selbst:  "Als auf einmal an sechs verschiedenen Orten in der Kirche Wasser über die Köpfe von Groß und Klein gegossen wurde – das war für mich der intensivste Moment."

"Jetzt oder nie"

Wird es in Zukunft weitere Tauffeste geben? Darüber verbindlich Auskunft zu geben, sei noch zu früh, sagen die Organisatoren. "Wir haben aber erkannt, dass es nicht wenige Familien gibt, die den Zeitpunkt für die Taufe ihrer Kinder irgendwie dauernd verpassen. Immer kommt etwas dazwischen", erklärt Roland Thürmel. Das Tauffest habe zahlreichen Familien ihr ursprüngliches Vorhaben in Erinnerung gerufen. "Und da haben sich viele gesagt: 'Jetzt oder nie!'"


06.07.2017 / ELKB