Erstes "Hofbethaus" erhält Gedenktafel

"München braucht heilige Räume"

Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, Heimatminister Markus Söder und Stadtdekanin Barbara Kittelberger vor der neuen Gedenktafel.

Erinnerung an das erste evangelische Gotteshaus in München: Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, Heimatminister Markus Söder und Stadtdekanin Barbara Kittelberger vor der neuen Gedenktafel.

Bild: Dekanat München

An das erste evangelische Gotteshaus Münchens erinnert seit Mittwoch eine Gedenktafel in der Residenz.

Stadtdekanin Barbara Kittelberger, Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler und Heimatminister Markus Söder  enthüllten die Tafel anlässlich des Jubiläumsjahrs "500 Jahre Reformation". Das "Hofbethaus" war am 6. April 1800 an der Stelle des heutigen Comité-Hofs eingeweiht worden. Dort feierte die protestantische Kurfürstin und spätere Königin Karoline mit ihrem Gefolge Gottesdienst. Die badische Prinzessin hatte sich bei ihrer Hochzeit mit Kurfürst Maximilian 1797 vertraglich zusichern lassen, dass sie ihre Konfession auch im katholischen Bayern ausüben könne. Karoline begründete damit das protestantische Leben in München.

Kirchen seien für Großstadtbewohner von heute "Oasen der Ruhe", sagte Regionalbischöfin Breit-Keßlerin ihrem Grußwort. "In vielen Kirchen sieht man tagsüber Menschen mit Einkaufstüten oder Aktentaschen, die einfach einmal zehn Minuten lang dem Trubel der Stadt entkommen wollen", so die Theologin. München brauche diese "heiligen Räume", damit Menschen die Chance hätten, zu sich zu kommen "und Verbindung aufzunehmen zu dem Grund, der ihr Leben trägt".

Beim Festakt der Tafel-Enthüllung wurde zugleich eine Ausstellung zur Chronik der Protestanten in München eröffnet. Sie ist bis 30. April im Comité-Hof zu sehen.


06.04.2017 / epd