Reformationsjubiläum

Start ins Reformationsjubiläum

Reiseführer Cover Reformationssommerin Bayern

Mehr als 500 Veranstaltungen in Bayern versammelt der Reiseführer zum Reformationsjubiläumsjahr 2017.

Bild: ELKB/Minkus

Reiseführer 2017: Einen Katalog mit 502 Veranstaltungen in Bayern zum Reformationsjubiläumsjahr hat der Nürnberger Regionalbischof Stefan Ark Nitsche in Nürnberg vorgestellt. 

Einen Katalog mit 502 Veranstaltungen in Bayern zum Reformationsjubiläumsjahr stellt Regionalbischof Stefan Ark Nitsche am Dienstag in Nürnberg vor. Der jetzt als „Reiseführer“ im Druck (Auflage 40.000) erschienene Reiseführer informiert auf 268 Seiten über Gottesdienste, Veranstaltungen, Ausstellungen, Musik- und anderen Events zum Thema Reformationsjubiläum. Das Jubiläumsjahr beginnt am 31. Oktober 2016 mit einer zentralen Eröffnung in Berlin und endet am 31. Oktober 2017.

500 Jahre nachdem Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen zur Reform der Kirche an die Schlosstür in Wittenberg genagelt hatte, „feiern wir ein Jubiläum und haben endlich die Freiheit, uns an alles, an Licht und Schatten zu erinnern“, so Regionalbischof Stefan Ark Nitsche.

 

Regionalbischof Ark Nitsche, Christian Düfel, Martin Luther, Ilona Kühn bei der Vorstellung des Reiseführers zum Reformationsjubiläum,© ELKB/Minkus

Bild: ELKB/Minkus

Statement von Regionalbischof Stefan Ark Nitsche zum Start des Reformationsjubiläums 2017 in Bayern

Das Reformationsjubiläum sei Anlass, sich auf den „Kern des Christentums“ zu konzentrieren, betonte Nitsche. Im Kern gehe es nicht um die Kirche, „sondern um Jesus Christus und seine hochaktuelle, brisante Botschaft“.

Die Hammerschläge Luthers hätten die lange vergessene Botschaft von der Freiheit eines Christenmenschen frei geräumt. Doch die Hammerschläge hätten auch „Sprengkraft“ entwickelt, so Nitsche. „Sie räumten frei, aber sie verletzten auch. Viel Positives wurde freigesetzt, aber auch Unkontrollierbares und neue Abgrenzungen.“ Das Reformationsjubiläum sei Anlass, sich auf den „Kern des Christentums“ zu konzentrieren, betonte Nitsche. Im Kern gehe es nicht um die Kirche, „sondern um Jesus Christus und seine hochaktuelle, brisante Botschaft“. 

Überregionale Veranstaltungen

Festgottesdienst, Staatsakt und Straßenfest

St. Sebald Nürnberg,© Mölkner-Kappl
 Nach dem Festgottesdienst am 1. Juli 2017 - Beginn 11 Uhr in der Kirche St. Sebald - lassen rund um die Sebalduskirche Theater- und Musikgruppen, Gaukler- und Handwerkerstände das Flair der Reformationszeit in der Sebalder Altstadt atmosphärisch wiederaufleben. Museumsführungen, Rundgänge und Vortragsveranstaltungen laden zur Auseinandersetzung mit dem und Reflexion über das Thema Reformation ein. Gottesdienst, Staatsakt und Fest werden in Kooperation mit dem Freistaat veranstaltet

Luther rockt!

 Das Pop-Oratorium Luther kommt nach München! Ein gewaltiger Chor mit insgesamt 2.000 SängerInnen aus ganz Bayern wird das Werk von Michael Kunze (Librettist) und Dieter Falk (Komponist) – zusammen mit einem Symphonieorchester, einer Rockband und Musicalstars – in der Olympiahalle aufführen.
18. März 2017 – Olympiahalle

Bayerische Landesausstellung

Schriftzug Ausstellungsplakat 'Ritter, Bauern, Lutheraner',© Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg / Entwurf: graficde'sign pürstinger, Salzburg
Wie stark bayerische Regionen durch die Reformation geprägt wurden, wird in der Bayerischen Landesausstellung „Ritter, Bauern, Lutheraner“ sichtbar werden, die vom 9. Mai bis 5. November 2017 auf der Veste und in der Morizkirche in Coburg vom Haus der Bayerischen Geschichte präsentiert wird.
Ausstellungsinfos 

Reformation reloaded

 Luther hat seine Thesen an die Kirchentür zu Wittenberg geschlagen – so die Überlieferung. Heute würde er sie wahrscheinlich online stellen. Die Evangelische Jugend in Bayern startet von Juli 2016 bis Juli 2017 einen „Online-Thesenanschlag“ und ruft dazu auf, Fragen, Thesen und Forderungen an Kirche, Gesellschaft und Politik zu formulieren. Monatlich wird die „These des Monats“ auf den Online-Medien der EJB veröffentlicht.
Aktion Reformation reloaded

Germanisches Nationalmuseum

Martin Luther im 50. Lebensjahr, Lukas Cranach d.Ä.,© Germanisches Nationalmuseum Nürnberg
 Die Ausstellung „Luther, Kolumbus und die Folgen“ des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg vom 13.Juli - 5. November 2017 befasst sich mit dem Weltbildwandel des 16. Jahrhunderts. Rund 250 Exponate lassen die Besucher in die Reformationsepoche und ihren Wendezeitcharakter.
Ausstellungsinfos

Lutherweg

Logo Lutherweg,© Stößlein
 Es gibt den deutschen Lutherweg, ein Gemeinschaftsprojekt von Kirchen, Tourismusverbänden und Kommunen für Wanderer, die an der Reformation und ihrer Wirkung interessiert sind. Ein Teil des Lutherwegs liegt im nördlichen Teil des Dekanats Coburg. Dazu hat das Dekanat Coburg einen Wanderführer entwickelt, der 35 interessante Besuchsorte darstellt.
Webseite Luterweg

Wort.Transport

Aktion Wort.Transport Busmobil gezeichnet,© Amt für Gemeindedienst
Das Nürnberger Amt für Gemeindedienst wird vom 25. Juni bis 26. Juli 2017 mit einer Roadshow Wort.Transport in drei Trucks Station in 32 bayerischen Orten machen. WORT.TRANSPORT. will reformatorische Grundeinsichten in die Sprache unserer Zeit übersetzen. Tagsüber gibt es im Reformationsmobil eine Bibelausstellung, und auch „Gutenbergs Druckerpresse“ wartet auf Kundschaft.
Aktion Wort.Transport 

Bayern auf der Weltausstellung in Lutherstadt Wittenberg

Weltkugel als Einladung zur Weltausstellung auf dem Marktplatz zu Wittenberg,© r2017
 Der Reformationssommer 2017 wird in Lutherstadt Wittenberg mit einer internationalen Ausstellung gefeiert. Auch die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern ist auf der Weltausstellung vertreten. Sie lädt ein zu entdecken, was aus Wittenberg heraus in Bayern gewachsen ist.
Bayern auf der Weltausstellung

Luther Radpilgerweg

Logo Lutherradpilgerweg,© Evangelisches Bildungszentrum Weilheim
 Eine Radferntour von Weilheim nach Wittenberg In einer großen Schleife über Augsburg, Nürnberg, Coburg, Eisleben bis Wittenberg führt ein Radpilgerweg entlang der wichtigsten Orte der Reformationsgeschichte. Auf dem Weg trifft man auf große Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft, auf heimelige und originelle Hotels und auf den Reformator Martin Luther in vielfältigster Form. Je nach Kondition muss man für die Gesamtstrecke etwa 12 bis 14 Tage rechnen. Die Etappen sind als GPS-Track hinterlegt, sozusagen „virtuell ausgeschildert“, und mit Navigationsgerät oder Handy geführt.
Infos zum Radpilgerweg

Der Reiseführer zum Reformationssommmer enthält die wichtigsten Termine des 500. Reformationsjubiläums aus sämtlichen Kirchenkreisen in Bayern. Er bietet gleichsam einen Überblick darüber, was sich die Landeskirche hat einfallen lassen, um das vom 31. Oktober 2016 bis zum 31. Oktober 2017 dauernde Jubiläumsjahr zu einem besonderen werden zu lassen.

Pfarrer Christian Düfel, landeskirchlicher Koordinator für die Reformationsdekade, stellte bei der Präsentation am Dienstag einige Höhepunkte vor: darunter eine Thesenanschlagsaktion der Evangelischen Jugend, die am 1. Juli an mehreren Orten in Bayern stattfindet, den europäischen Stationenweg "Geschichten auf Reisen" mit Halt in Augsburg, Coburg und Nürnberg oder die Bayerische Landesausstellung "Ritter, Bauern, Lutheraner", die vom 9. Mai bis 5. November 2017 auf der Veste Coburg gezeigt wird.

Ein ökumenisches Novum wird am Pfingstsonntag ein Gottesdienst mit Sternwallfahrt sein, den Oberkirchenrat Nitsche gemeinsam mit dem Bamberger Erzbischof Ludwig Schick in St. Sebald in Nürnberg feiern wird. Die Hans-Sachs-Spielgruppe aus Langenzenn führt ab dem 2. Juni "Luther - Das Theater" auf, das dem Luther-Film aus dem Jahr 2003 nachempfunden wurde. Ein Festgottesdienst mit anschließendem Straßenfest und Staatsakt der Landesregierung soll am 1. Juli in der Nürnberger Altstadt stattfinden.

"Mehr als 1.000 Veranstaltungen sollen es einmal in der Online-Version werden", sagte Nitsche, denn Redaktionsschluss für die vorliegende Druckausgabe war am 30. Juni. Ab Januar 2017 wird es eine ständig aktualisierte Fassung auf der Webseite zum Reformationsjubiläum in Bayern geben. Gemeinden und andere Veranstalter können ihre Veranstaltungen dann nachträglich einpflegen.


26.10.2016 / ELKB/epd