Lichtkreuze in Oberfranken

Provokation durch Schönheit

Spuren aus Licht - Ein Video von Jörg Parsick-Mathieu, Musik Wilfried Rombach ensemble officium, Saxophon Jürgen Seefelder.

Lichtkreuz Himmelswohnung in Niederfüllbach, Künstler Ludger Hinse

Meine Lichtkreuze sind der Versuch das himmlische Licht einzufangen, so der Künstler Ludger Hinse. Im Bild das Lichtkreuz in Niederfüllbach.

Bild: jpm.de

"Spuren aus Licht" lautet das Motto eines ungewöhnlichen "Pilgerwegs" in den Dekanaten Coburg und Michelau. Noch bis zum 24. Juli öffnen elf evangelische Kirchengemeinden ihre Türen. 

Wanderer, Pilger, Glaubende, Neugierige und Kunstinteressierte können derzeit in den oberfränkischen Dekanaten Coburg und Michelau nicht nur auf den Spuren des Reformators Martin Luther wandern sondern auch "Spuren des Lichts" entdecken. In elf evangelischen Kirchengemeinden hat der Künstler Ludger Hinse  aus Recklinghausen sogenannte "Lichtkreuze" in den Kirchenräumen installiert.

Jede dieser Kirchen beherbergt vom 14. Mai bis zum 24. Juli 2016 ein Kunstwerk des Künstlers, das speziell für diesen Raum ausgesucht oder geschaffen wurde. Hinse will mit seinen transparenten Kreuzmotiven ein symbolisches Echo zum jeweiligen Kirchenraum schaffen. "Die Provokation dieser Kreuze geschieht durch ihre Schönheit", sagt der frühere Sozialarbeiter und Gewerkschaftsfunktionär über seine Kunst.Das Thema Licht spielt in allen Arbeiten eine besondere Rolle. Spiegelungen und Reflexe, Farbeffekte und bunte Schatten mitten in den Mauern der alten Kirchen.

 

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Für die einzelnen Stationen des Pilgerwegs durch das Coburger Land ließen sich die Veranstalter von Martin Luther inspirieren, der 1530 sechs Monate auf der Veste Coburg lebte. Alle Kirchen liegen entlang des beschilderten Lutherweges und des Weges, den Martin Luther gegangen ist, wenn er Richtung Süden unterwegs war. Auf den Spuren des Reformators sollen jetzt auch Einheimische und Touristen in den Kirchen neue Zugänge zu Kunst und Spiritualität finden.

Das Kunstprojekt beschränkt sich nicht auf die reine Präsentation der "Lichtkreuze". In den zwei Monaten gibt es ein umfangreiches und vielfältiges Begleitprogramm, an dem oft auch Ludger Hinse selbst mitwirkt: Es reicht von Konzerten über Kirchenführungen und Workshops bis zu Wanderungen und Fahrradtouren. Am 21. Juli wird unter dem Titel "Begegnungen unter dem Kreuz" zu einem interreligiösen Dialog mit Vertretern von Buddhisten, Christen, Juden und Muslimen in die Coburger Heiligkreuzkirche eingeladen. Abgeschlossen wird die Aktion offiziell am Sonntag, 24. Juli, ab 14 Uhr in der Schlosskirche von Lahm/Itzgrund.

Ludger Hinse, geboren 1948, lebt und arbeitet in Recklinghausen. Zahlreiche nationale und internationale Ausstellungen, über zweihundert Einzelausstellungen, unter anderem im Haus am Lützowplatz, Berlin, im Kunstmuseum Bochum, im Landesmuseum Emden, in der Kunsthalle Brno, Tschechien, im Museo Barjola Gijon, Spanien, im MAC Santiago de Chile, in der Galerie Conde in Paris, Museum Klooster Ter Apel, Niederlande. Über seine Arbeiten sind 14 Kataloge und 11 Bücher erschienen. 


06.07.2016 / epd/ELKB