Brot für die Welt

„Satt ist nicht genug – Zukunft braucht gesunde Ernährung“

Brot für die Welt

Eröffnung der 58. Aktion durch Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner und Diakoniepräsident Michael Bammessel.

Bild: Brot für die Welt Bayern

Mit einem Festgottesdienst im oberfränkischen Selb wurde für Bayern die 58. Aktion von Brot für die Welt  „Satt ist nicht genug“ eröffnet. Sie thematisiert die weltweite Mangelernährung.

Bis 2050 werden zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben. Das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt stellt deshalb die Ernährung in den wachsenden Städten der Entwicklungsländer ins Zentrum der neuen Spendenaktion.

In seiner Predigt beschrieb Michael Bammessel, der Präsident der bayerischen Diakonie, die Arbeit von Brot für die Welt als „eine Form der Hilfe, die ganz niedrig ansetzt, möglichst nahe bei den Menschen, ganz bodenständig, statt von oben herab.“ Brot für die Welt habe den Grundansatz, wo immer es ginge, mit Basisorganisationen zusammen zu arbeiten. „Brot für die Welt macht seine Projekte am liebsten unmittelbar in Kooperation mit den Menschen vor Ort, zum Beispiel mit den Kleinbauern und oft auch mit den Frauen und den Familien. Solche Projekte setzen wirklich bei den Bedürfnissen der Menschen an.“ Darum entstehe auch mit Hilfe von Brot für die Welt auch nicht der Superstaudamm. Die evangelische Hilfsaktion fördere vielmehr die Solarzelle auf der Hütte, den holzsparenden Herd in der Küche, oder die ortsnahe Wasserpumpe.

Nach dem gleichen Prinzip engagiere sich Brot für die Welt auch gegen die weltweite Mangelernährung, als deren Folge beispielweise jährlich allein 18 Millionen Babys wegen Jodmangels mit einem Hirnschaden geboren werden. Bammessel: „Nicht die flächendeckende Einführung hochgezüchteter, patentierter neuer Maissorten, dessen Saatgut die Bauern erst teuer bezahlen müssen und sich dafür womöglich verschulden“ sei das Ziel von Brot für die Welt, sondern die Wiederentdeckung einheimischer Nutzpflanzen – „gesund und nahrhaft, bei richtigem Anbau auch ertragreich und umweltschonend.“

Im Jahr 2015 nahm das evangelische Hilfswerk 57,5 Millionen Euro ein – etwa 1.7 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Der Löwenanteil daran, nämlich über 8.3 Millionen Euro, stammte aus Bayern. Das war erneut der Spitzenplatz im Vergleich der Landeskirchen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutete das bayerische Ergebnis eine Steigerung um 300.000 Euro bzw. etwa 2,5 Prozent.

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Im vergangenen Jahr hat das Hilfswerk weltweit 536 neue Projekte bewilligt, regionale Schwerpunkte waren Afrika mit 210 Projekten sowie Asien und Pazifik mit 204 Projekten. Über das Jahr fördert Brot für die Welt mehr als 2.000 Projekte mit einer durchschnittlichen Laufzeit von drei Jahren. Diese werden bevorzugt mit Partner vor Ort durchgeführt. Bammessel in seiner Eröffnungspredigt: „Das bedeutet: Hinhören, was die Menschen wirklich brauchen und wollen. Die großspurigen europäischen und amerikanischen Besserwisser-Projekten gehen viel zu leicht an den Realitäten vorbei.“

Weltweit hungern 795 Millionen Menschen. Zwei Milliarden Menschen leiden unter chronischem Vitamin- und Nährstoffmangel, dem stillen Hunger. Besonders gravierend wirkt sich das bei Kindern aus. Sie bleiben im Wachstum zurück und bleiben anfällig für Krankheiten. Deshalb kommt der Versorgung mit gesunden Lebensmitteln auf dem Land und in der Stadt eine Schlüsselrolle zu.

Brot für die Welt, das weltweit tätige Hilfswerk der evangelischen Landes- und Freikirchen in Deutschland, gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten Hilfsprojekten der Bundesrepublik. Seit der Gründung im Jahr 1959 wurden alleine in Bayern etwa 300 Millionen Euro gesammelt, um Projekte in aller Welt zu unterstützen. Wirkliche Hilfe muss dem Armen helfen, sich selbst zu helfen, lautet ein entscheidender Grundsatz der Organsisation, der bis heute gilt. Traditionell ist die Weihnachtskollekte in den rund 14.000 evangelischen Gemeinden für Brot für die Welt bestimmt.


29.11.2016 / Brot für die Welt