Schule

Religionsunterricht stärken

Schülerinnen, Schüler

Strategiepapier RU 2026: Religionsunterricht fördert Positionalität, Pluralitätsfähigkeit, interreligiöse Kompetenz und – vor allem - Toleranz.

Bild: ELKB

Die bayerische Landeskirche will den evangelischen Religionsunterricht deutlich stärken. Konkrete Vorschläge wurden in einem Strategiepapier dargelegt, das der Landessynode vorgestellt wurde.

In Bayern besuchen rund 340.000 Schüler den evangelischen Religionsunterricht. Sie werden von mehreren tausend Lehrern unterrichtet. Der Ausschuss Bildung, Erziehung, Jugend und die Fachabteilung Schulwesen, Religionsunterricht, Bildung legten der Landessynode ein Strategiepapier zur Weiterentwicklung des Religionsunterrichts vor. Weil die Schülerinnen und Schüler konfessionell, religiös und weltanschaulich an den Schulen bunt gemischt sind, das religiöse Wissen erodiert und sich die Lernkultur verändert, wurden rund 60 Detailvorschläge entwickelt. 

Schülerinnen und Schüler,© ELKB

Bild: ELKB

Religionsunterricht stärken

Interview mit Oberkirchenrat Detlev Bierbaum zum Religionsunterricht

Religionsunterricht in der Schule hat einer repräsentativen Emnid-Umfrage zufolge weiterhin einen großen Rückhalt in der Bevölkerung, wie Oberkirchenrat Detlev Bierbaum bei der Vorstellung des Strategiepapiers ausführte. 65 Prozent aller Befragten befürworten ihn demnach als ordentliches Schulfach, bei den evangelischen Befragten sind es 80 Prozent. Religionsunterricht habe einen hohen "Mehrwert": Die meisten Befragten antworteten, er lehre Toleranz und Verständigung und helfe bei existenziellen Fragen, er reflektiere den eigenen Glauben und gebe Orientierung für das Leben.

Darum solle die Kirche die Chance, den Religionsunterricht zu stärken, "auf keinen Fall verspielen", sagte Bierbaum. In dem Strategiepapier werden 60 Detailvorschläge gemacht. So sollen etwa Lehrkräfte durch neue Bildungsangebote erreicht werden; die Unterrichtsversorgung soll gesichert und bei Pfarrern die Vereinbarkeit von Gemeinde- und Unterrichtsaufgaben verbessert werden. Schulreferenten vor Ort sollen in ihrer Schlüsselfunktion gestärkt werden. Zudem soll der Religionsunterricht geöffnet werden für mehr konfessionelle Kooperation mit katholischen Lehrkräften. Ein wichtiger Schritt sei auch die Entwicklung neuer digitaler Lehr- und Lernmittel, sagte Bierbaum. Religionslehrer und Pfarrer mehr Begleitung und Fortbildung erhalten.

Mit dieser Strategie, die ab Januar 2019 schrittweise umgesetzt werden soll, will die Kirche laut Bierbaum den aktuellen Herausforderungen begegnen: der wachsenden Heterogenität in der Schülerschaft, der Erosion religiösen Wissens, der veränderten Lernkultur und der Frage nach Qualität im Religionsunterricht.


06.12.2018 / epd/ELKB