Coburg

"Der Ort ist sehr hübsch und bequem zum studieren"

Martin Luther weilte 1530 sechs Monate lang auf der Veste Coburg. Er verfolgte von hier aus den Augsburger Reichstag.

Im Rahmen des Reformationsjubiläums fährt der „Stationen-Truck“ durch 68 europäische Städte und sammelt Geschichten über die Reformation. Am 15. April  wird der LKW in Coburg Station machen. 

Am 15. April 1530 durchschritt Martin Luther das Spitaltor und hat in Coburg Geschichte geschrieben. Ein halbes Jahr hat er auf der Veste Coburg gelebt und gearbeitet. Während in Augsburg der Reichstag zusammen kam, bei dem der Glaubensstreit verhandelt werden sollte. Luther stand noch immer unter Reichsbann und die Reise nach Augsburg wurde ihm verwehrt. Coburg war der letzte geschützte Ort für ihn im Gebiet seines Kurfürsten. "Der Ort ist sehr hübsch und bequem zum studieren", schrieb Luther in einem Brief aus Coburg  an seinen Sohn Hans.

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Die Geschichte seines Aufenthalts in Coburg  wird am Samstag, 15. April  ab 10 Uhr in lebendig. Vom Oberbürgermeister der Stadt Coburg und den Dekanen begrüßt und begleitet von Pilgern und mittelalterlich Gewandeten, schreitet ein „Martin Luther“ um 12 Uhr durch die Stadt zum Reformationstruck am Schlossplatz. Bis 17 Uhr wird ein buntes Programm mit Posaunen und Interviews geboten.

Auf der roten Couch wird diskutiert: Was will Martin Luther mit der Reformation? Was bedeutet die Freiheit eines Christenmenschen für Menschen des 21. Jahrhunderts? Wie steht es mit der Bildung, der Toleranz der Christen und dem Umgang mit Wahrheit heute? Posaunenchöre intonieren Lieder der Reformation, und  Mitarbeiter führen durch den Reformationstruck, in dem es Coburger Stimmen der Reformation - von damals und heute - zu hören gibt. Um 17.30 Uhr findet im Rathaussaal ein Festakt mit Übergabe der Coburger Reformationsgeschichten statt.

Seit 3. November 2016 bereist der Truck auf Initiative der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) und dem Schweizer Evangelischen Kirchenbund (SEK) 68 Orte in 19 verschiedenen Ländern und sammelt Geschichten rund um die Reformation. Ziel ist am 20. Mai die Weltausstellung Reformation in der Lutherstadt Wittenberg. Luther nutzte die 25 Wochen, in denen er auf der Veste in Coburg lebte,  produktiv. Er schrieb rund 120 Briefe und arbeitete im Rahmen seiner Bibelübersetzung an den Propheten und den Psalmen („Coburger Psalter“ Psalm 1-25).


11.04.2017 / ELKB