Reformationsjubiläumsempfang in Bayreuth

Martin Luther als Vorbild

Dekan Hans Peetz überreicht Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler das Bayreuther Luther-Kellerbier.

Dekan Hans Peetz überreicht der Festpredigerin des Abends, der Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler das Bayreuther Luther-Kellerbier.

Bild: Thein

Mit einem Festabend hat der Dekanatsbezirk Bayreuth sein Programm zum Reformationsjubiläum gestartet.

Festpredigerin beim feierlichen Gottesdienst in der Stadtkirche Bayreuth war die Münchner Regionalbischöfin und Ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs, Susanne Breit-Keßler. Sie betonte, Martin Luther könne auch heute noch ein Vorbild für Politikerinnen und Politiker sein. Mit seinem Glauben an das, was ihm heilig war, habe sich Luther niemals in die Knie zwingen lassen. Dafür stehe der Satz "So wahr mir Gott helfe", mit dem Regierungsmitglieder ihren Amtseid freiwillig bekräftigen könnten.

Visionen von einem menschenwürdigen Leben

Mit diesen Worten habe Luther einst seine feste Überzeugung vom Vorrang des Gewissens vor aller weltlichen und geistlichen Ordnung ausgedrückt, erinnerte Breit-Keßler. In der Politik komme es "auf Ideen und Ideale an, auf einen weiten Horizont". Das Wort Gott stehe auch für Visionen von einem menschenwürdigen Leben, das alle Kreaturen einschließe. Dennoch nehme es zu, dass Regierungen sich nicht einmütig zu der Verantwortung gegenüber den Menschen und vor Gott bekennen, merkte Breit-Keßler an.

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Politikerinnen und Politiker könnten Luther "in seinem Mut nachfolgen", sagte die Regionalbischöfin. "Sie haben oft Entscheidungen zu treffen und Maßnahmen zu ergreifen, die den Beifall der Massen nicht finden, obwohl sie notwendig sind." Als Beispiele nannte Breit-Keßler Maßnahmen etwa zur Integration ausländischer Mitbürger in den demokratischen Rechtsstaat oder zur Verhinderung "fundamentalistischer Gewalt von rechts, links oder aus dem Bereich der Religionen".

Bei einem öffentlichen Empfang gab der Pfarrer und Kabarettist Hannes Schott ("Weißblaues Beffchen") sein Programm "War Luther Bayreuther? - Neue haarsträubende historische Erkenntnisse" zum Besten. Der Festabend bildete den Auftakt zum Lutherjahr im Dekanatsbezirk Bayreuth, das mit zahlreichen hochkarätigen und unterhaltsamen Veranstaltungen in den Kirchengemeinden der Stadt und dem Dekanatsbezirk Bayreuth gefeiert wird. Neben Konzerten, Vorträgen, Ausstellungen und Exkursionen zählt dazu das Projekt "Die Leid aufs Maul gschaud - Bibel auf Bareiderisch", bei dem ausgewählte Texte in die lokale Mundart übersetzt werden.


11.01.2017 / epd