Reformation im Fluss - erste Station

"Freischwimmen - nicht wegtauchen"

Das Schiff 'MS Franconia'

Es startete in Volkach und macht noch in den Dekanaten Würzburg, Lohr, Aschaffenburg und Wertheim Station: das Schiff "MS Franconia".

Bild: Reformation im Fluss

Die „MS Franconia“ hat ihren Kurs aufgenommen. Am vergangenen Wochenende feierten Christen aus den Dekanaten  Kitzingen, Castell und Markt Einersheim das Reformationsjubiläum auf dem Main.

Als Gäste waren unter anderem die Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler sowie die Regionalbischöfin des Kirchenkreises Ansbach-Würzburg, Gisela Bornowski, mit an Bord.

Als erste Station fuhr die „MS Franconia“ Volkach am Main an. Dort sprach Regionalbischöfin  Breit-Keßler bei einem Frauenfrühstück über "Freischwimmen - nicht wegtauchen. Reformatorische Frauen gestern und heute".  In der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) habe sich die Gleichberechtigung von Frau und Mann durchgesetzt, so Breit-Keßler. Auf dem freien Arbeitsmarkt sei es hingegen für Frauen nach wie vor schwierig, "mit den gleichen Erfolgsaussichten die Karriere anzupacken, zumal wenn Kinder ins Spiel kommen". Mit Stolz erfülle sie, dass es kaum einen Arbeitgeber wie die Kirche gebe, der es Frauen derart leicht mache, nach der Elternzeit wieder in ihren Beruf einzusteigen.  

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Auch im 21. Jahrhundert sei Frauenemanzipation "kein Selbstläufer", es gelte zu bewahren und zu festigen, "was unsere Vorfahrinnen und wir erstritten haben", sagte die Regionalbischöfin. Dies gelte auch und gerade bei der Integration der Flüchtlinge aus Ländern des Balkans, aus Afrika sowie dem Nahen Osten. Es sei wichtig, "dass wir ganz deutlich sagen: In Deutschland sind Frauen und Männer gleichberechtigt", mahnte die Theologin. Frauen hätten die gleichen politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Rechte und das gleiche Recht auf eine gute Schulbildung wie Jungen. "Die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern ist Säule unseres Grundgesetzes", sagte Breit-Keßler. 

Nach einem Familienausflug, dem Konfitreff und einer Abendfahrt mit dem Fränkischen Kirchenkabarett (FKK) ging am Sonntag Gisela Bornowski in Kitzingen an Bord und feierte dort Gottesdienst. Dabei wies sie auf die Bedeutung der Bibel für den Alltag der Menschen hin. Die Beschäftigung mit dem Wort Gottes sei "keine mühselige Pflicht, sondern hilfreiches Geleit". Die Regionalbischöfin des Kirchenkreises  betonte, Christen sollten am Wort von Jesus Christus "dranbleiben, ihm Raum geben in unserem Leben, einen festen Platz einräumen". Deshalb könnte "eine Frucht des Reformationsjubiläums sein: Die Bibel wieder mehr und öfter in die Hand zu nehmen, in ihr zu lesen, sich mit ihren Worten auseinanderzusetzen".

Nach zwei Tagen voller Veranstaltungen für Groß und Klein wurde das Logbuch an das Dekanat Würzburg weitergegeben. Dort legt die „MS Franconia“ am 13. und 14. Mai an. Ein Mitsing-Konzert mit Chören des Dekanats, verschiedene Konzerte, Tanz in den Mai, ein Gottesdienst mit dem ehemaligen Regionalbischof Christian Schmid, Kabarett und ein Kinderbibeltag stehen hier auf dem Programm.


10.05.2017 / epd/ELKB